Schweiz

«Es braucht einen Mann und eine Frau»

Interview: Hubert Mooser. Aktualisiert am 23.02.2012 290 Kommentare

CVP-Parteipräsident Christophe Darbellay erklärt im Interview mit Tagesanzeiger.ch/Newsnet, weshalb der Bundesrat einen Fehler begehe, wenn er homosexuellen Paaren die Stiefkindadoption erlaube.

Ist irritiert wegen des Entscheids des Bundesrates zu homosexuellen Paaren: CVP-Parteipräsident Christophe Darbellay.

Ist irritiert wegen des Entscheids des Bundesrates zu homosexuellen Paaren: CVP-Parteipräsident Christophe Darbellay.

Artikel zum Thema

Blog

Korrektur-Hinweis

Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.

Herr Darbellay, der Bundesrat will homosexuellen Paaren das Recht einräumen, die Kinder der Partner zu adoptieren.
Dieser Entscheid erstaunt mich schon ein wenig.

Wieso?
Als wir vor sieben oder acht Jahren im Parlament über eingetragene Partnerschaften von gleichgeschlechtlichen Paaren diskutierten, war der Tenor im bürgerlichen Lager einhellig: Weiter als das wollen wir in der Schweiz nicht gehen. Das wurde von den Vertretern der CVP und anderen bürgerlichen Parteien klar betont. Und zwar, weil wir in diesem Dossier keine Salamitaktik wünschten. Der Bundesrat teilte diese Meinung.

Jetzt hat er aber offenbar die Meinung geändert.
Ja, und es kommt genau so, wie wir es vorausgesagt haben. Er macht den Weg frei, damit homosexuelle Paare mit eingetragener Partnerschaft die Sprösslinge ihrer Partner adoptieren können. Und in einem nächsten Schritt wird man homosexuellen Paaren generell erlauben, Kinder zu adoptieren.

Der Bundesrat hat aber explizit gesagt, dass er das nicht will. Dafür fehle die gesellschaftliche Akzeptanz.
Vor einigen Jahren wollte der Bundesrat auch nicht weitergehen als bis zu den eingetragenen Partnerschaften. Jetzt öffnet er jedoch mit der Stiefkindadoption die Türe weit. Ich bin selber gegen eine solche Regelung – und ich bin sicher, dass die CVP und andere bürgerliche Parteien dies so nicht akzeptieren werden.

Warum sind Sie dagegen, dass gleichgeschlechtliche Paare ein Kind adoptieren können?
Um ein Kind zu zeugen, sind ein Mann und eine Frau nötig. Zur Orientierung braucht ein Kind einen Vater und eine Mutter. Im Übrigen erlaubt keines unserer Nachbarländer die Adoption von Kindern durch homosexuelle Paare. Und daran wird sich auch in den kommenden Jahren nichts ändern. Bei heterosexuellen Paaren ist es doch auch nicht so, dass nach einer Scheidung die Kinder vom neuen Partner adoptiert werden. Warum braucht es hier Sonderregeln für gleichgeschlechtliche Paare?

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 23.02.2012, 10:05 Uhr

290

Kommentar schreiben

Verbleibende Anzahl Zeichen:

No connection to facebook possible. Please try again. There was a problem while transmitting your comment. Please try again.

290 Kommentare

Andreas Daxer

23.02.2012, 10:22 Uhr
Melden 128 Empfehlung

Herr Darbellay, mit dieser Haltung wird die CVP garantiert wieder Stimmen verlieren. Mein Stimme haben Sie soeben verloren; so eine hinterwäldnerische Haltung goutiere ich nicht. Die Heteros müssen schliesslich auch keine Prüfung machen, ob sie für "das Kinder machen" geeignet sind - oder eben nicht. Antworten


Fabian Kruse

23.02.2012, 10:17 Uhr
Melden 111 Empfehlung

"Dafür fehle die gesellschaftliche Akzeptanz."
Mir gehen diese konservativen, homophoben Menschen recht auf den Senkel!
Ich bin überzeugt, dass ein Kind genauso viel Liebe bei einem gleichgeschlechtliche Paare erfährt, als bei einem Hetero-Paar.
Wenn ich als Kind wählen könnte, hätte ich lieber zwei Mamis oder Papis als keine Eltern.
Antworten




Familie, Beruf und Studium

Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.

Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!

Online-Kadermarkt

ALPHA.CH: der online-Kadermarkt der Schweiz.

Online-Kadermarkt

ALPHA.CH: der online-Kadermarkt der Schweiz.