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Es kam der Winter – statt Polanski

Sechster Tag des Wartens auf Roman Polanski: Doch der Starregisseur traf bis am Dienstagmorgen nicht in seinem Chalet in Gstaad ein. Eingetroffen sind jedoch noch mehr Medienleute – und der Winter.

Seit Tagen warten die Medienleute vor dem Bezirksgericht Winterthur auf die Haftentlassung von Roman Polanski.

Willkommene Abwechslung für die Medienleute: Die Kantonspolizei vor dem Haus von Starregisseur Roman Polanski auf Patrouille.

Willkommene Abwechslung für die Medienleute: Die Kantonspolizei vor dem Haus von Starregisseur Roman Polanski auf Patrouille. (Bild: Keystone)

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«Was wollen alle diese Journalisten hier? Braucht es Dutzende von Medien, um den Polanski für einige Sekunden zu sehen?» Der Gstaader, der sich über den täglich wachsenden Medientross ärgerte, war nur einer von vielen, die sich ein schnelles Ende der Geschichte «Starregisseur Polanski im Hausarrest in Gstaad» wünschen. Die zwischenzeitlich gut 30 Fotografen, Filmer, Journalisten und Techniker, die jeweils von Tagesanbruch bis zum Einnachten auf dem Zufahrtssträsschen zum Chalet «Milky Way» ihren Arbeitstag verbringen, schlossen sich ausnahmslos diesem Wunsch an.

Die Hoffnung der Medien

Die Medienschaffenden hofften, die Aussage von Folco Galli werde sich erfüllen. Der Sprecher des Bundesamtes für Justiz hatte am Freitag erklärt, der inzwischen wohl berühmteste Häftling der Schweiz werde «Anfang nächster Woche» aus der Auslieferungshaft entlassen. Das garstige Wetter machte am Montag allen zu schaffen, den ganzen Tag schneite es ohne Unterbruch sehr nasse Flocken. Das Strässchen war mit Schneematsch bedeckt, und manch einer hatte kalte Füsse. Zudem war das letzte Woche als Parkplatz von den Medien genutzte Terrain abgesperrt. Ausser zwei Übertragungswagen von zwei sich konkurrierenden internationalen Nachrichtenagenturen war niemand zugelassen. Die anderen fünf Sende-Fahrzeuge waren in der Nachbarschaft stationiert. Mehr als einmal patrouillierte die Kantonspolizei mit dem Streifenwagen – was minutiös und hundertfach mit allen Kameras festgehalten wurde.

Kein Parkplatz

Die Medienleute wurden angehalten, widerrechtlich parkierte Autos wegzubringen, was der teilweise leicht gereizten Stimmung nicht zuträglich war. Sonst aber geschah im und rund um das Haus von Starregisseur Polanski nichts – ausser, dass eine Schneeräumungsmaschine zwei Kamerakabel zerriss. Und ausser, dass einige wenige Baumaschinen zum gegenüberliegenden Ferienheim rollten.

Auf jeden Fall war nichts zu sehen. Zu hören jedoch schon: Als die Medienleute am Montag in Winterthur mitbekamen, wie ein weisser Mercedes-Kastenwagen und Polanski-Verteidiger Lorenz Erni das Gefängnis verliessen, wurde dies sofort nach Gstaad berichtet. Eine kleinere Aufregung machte sich breit. Stand die Ankunft von Roman Polanski bevor? Doch nichts geschah, das Frieren und das Warten gingen weiter. Später trudelte das Deutschschweizer Fernsehen ein; die Westschweizer Kollegen hatten sich bereits am Montagmorgen eingerichtet - war dies ein Zeichen, dass Polanskis Ankunft bevorstand? Wieder Fehlalarm.

Wieder ein Gerücht

Die Strassenlampen brannten, und noch immer flockte es nass vom Himmel, als ein neues Gerücht die Runde machte: Aus Frankreich kam die Meldung, Polanski habe das Gefängnis in Winterthur nicht verlassen können, weil die Kaution von 4,5 Millionen Franken noch nicht hinterlegt sei. Wahr oder nicht wahr - sicher ist: Bis jetzt ist Roman Polanski nicht in Gstaad eingetroffen.

> (Berner Zeitung)

Erstellt: 01.12.2009, 10:17 Uhr

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2 Kommentare

Erich Deiss

01.12.2009, 15:00 Uhr
Melden

Kann man irgendwo Wetten abschliessen, ob Polanski die kommenden Weihnachten wieder in Frankreich feiert? Antworten


Peter Blumenthal

01.12.2009, 10:44 Uhr
Melden

Super Video! Antworten



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