Ex-Armeechef Nef: «Ich will, dass das endlich aufhört»
Von Felix Schindler. Aktualisiert am 01.02.2010
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«Das werde ich ihnen nicht sagen»
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Gerade mal ein halbes Jahr war der Armeechef Roland Nef im Amt, als er am 25. Juli 2008 als Armeechef zurücktreten musste. Er soll seine Ex-Freundin massiv genötigt haben, mit SMS, Mails und Telefonanrufen regelrecht terrorisiert haben. Am Montagabend spricht er erstmals wieder öffentlich und stellt sich den Fragen von TeleZüri-Chefredaktor Markus Gilli.
«Ein schwindelerregender Absturz»
Rasch kommt Roland Nef zum Punkt: Er wendet sich jetzt an die Öffentlichkeit, weil er sich rehabilitieren will. Und «damit das endlich aufhört», was er die vergangenen 18 Monate erlebt hat. Er will nicht mehr der «Sauhund der Nation» wahrgenommen werden, wie es Markus Gilli schonungslos ausdrückt. Das Strafverfahren sei abgeschlossen, er beanspruche nun das Recht, mit seiner Familie in der Schweiz zu leben und in Ruhe gelassen zu werden. «Nach einem schwindelerregenden Absturz bin ich wieder auf meinen beiden Füssen gelandet.»
Ganz zum Schluss des Interviews verrät er, was er heute als sein grösstes Versagen betrachtet: «Mein grösster Fehler war, dass ich Ja gesagt habe, als man mich 2007 fragte, ob ich mich dem Selektionsverfahren zum Armeechef stelle». Schon früher im Interview sagt er: «Wenn ich gewusst hätte, was das alles nach sich zieht, wäre ich nicht zur Verfügung gestanden.»
Gelegentlich gibt sich Nef auch selbstkritisch: «Ich habe Fehler gemacht und ich musste dafür büssen. Ich musste ein Strafverfahren über mich ergehen lassen und sehr viel Wiedergutmachung leisten.» Wie viel er seiner Ex-Freundin bezahlen musste, verrät er indes nicht.
«Alles Chabis»
Doch immer wieder verliert sich Nef in juristischen Wortklaubereien, redet von Einstellungsverfügungen, abgeschlossenen Strafverfahren und davon, dass auch für ihn die Unschuldsvermutung gelten müsse. Auf die Fragen von Markus Gilli antwortet er ausweichend: «Man muss schon genau anschauen, was passiert ist.» Oder: «Man kann diese Frage nicht mit Ja oder Nein beantworten».
Doch was ist nun genau passiert in der Beziehung zwischen ihm und seiner Exfreundin, will Gilli immer wieder wissen. «Das geht die Öffentlichkeit nichts an. Ich müsste auch Details über meine Ex-Freundin erzählen, und das mache ich nicht. Ich halte mich an die Stillschweigeverfügung.» Doch so, wie es die Medien dargestellt haben und so wie es in den Polizeiprotokollen stehe, habe es sich nie zugetragen. Und Gilli lässt nicht locker: Haben Sie ihre damalige Lebenspartnerin geschlagen? «Nein, das ist Chabis.» Haben Sie Druck ausgeübt, dass die Desinteresseerklärung unterzeichnet wird? «Das ist Chabis».
Von «medialen Vernichtungsschlachten»
Schliesslich entwickelt sich das Gespräch auch zu einer Abrechnung mit den Medien. Er weiss noch genau, wann und wo die Artikel erschienen sind, die ihn aus seiner Sicht verunglimpft haben – und holt heute, eineinhalb Jahre später, zum Gegenschlag aus. Man habe ihn in einer «medialen Vernichtsungsschlacht zu Fall gebracht», die «mediale Gerichtshöfe» hätten ihn ohne Verfahren und ohne Richter verurteilt. Sie verwehrten ihm gar elementarsten Menschenrechte, indem sie vertrauliche Dokumente über seine Strafuntersuchung an die Öffentlichkeit gebracht hätten.
Schliesslich zeichnet Nef sogar düstere Verschwörungstheorien: «Meine Entfernung wurde generalstabsmässig vorbereitet, um an den damaligen Chef des VBS Samuel Schmid heranzukommen.» Das Motto habe gelautet: «Jetzt machen wir den Nef kaputt, dann haben wir auch den Schmid draussen». Nef impliziert, dass Exponenten der SVP dabei die Fäden gezogen haben sollen. Wer für diese Inszenierung allerdings genau verantwortlich gewesen sein soll, kann Nef nicht sagen: «Es sind keine Beweise, sondern Vermutungen, aber die sind schlüssig.»
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 01.02.2010, 20:34 Uhr
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