Exit begleitete deutlich mehr Menschen in den Tod

Die Sterbehilfeorganisation Exit veröffentlichte heute ihre Zahlen für das Jahr 2013. Der Anstieg ist gross. Die Organisation nennt vier Gründe.

In den vergangenen Jahren nahm die Zahl der Sterbebegleitungen kontinuierlich zu.


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Die Sterbehilfeorganisation Exit Deutschschweiz hat im vergangenen Jahr 450 Menschen in den Tod begleitet. Das waren 100 mehr als 2012. Das Durchschnittsalter lag bei 77 Jahren. Insgesamt habe Exit 2013 über 2000 Anfragen von Sterbewilligen erhalten, teilte die Organisation mit. In rund 700 Fällen seien Abklärungen für eine Begleitung beim Freitod getroffen worden. Das sind 18 Prozent mehr als im Vorjahr.

Gründe für den Anstieg seien der starke Mitgliederzuwachs, der steigende Bekanntheitsgrad der Organisation, das starke Bevölkerungswachstum und die deutliche Alterung der Gesellschaft, schreibt Exit.

Am häufigsten entschieden sich Menschen für einen begleiteten Freitod bei Krebserkankungen, Altersmorbidität und chronischen Schmerzerkrankungen. Das Durchschnittsalter der Sterbewilligen stieg seit 2008 von 74 auf 77 Jahre.

Starker Mitgliederzuwachs

2013 verzeichnete die Sterbehilfeorganisation mit 8000 Beitritten einen überdurchschnittlichen Zuwachs. In der Deutschschweiz und im Tessin zähle Exit nun über 70'000 Mitglieder, heisst es in der Mitteilung. Die meisten Mitglieder stammten aus den Ballungszentren Zürich, Basel und Bern.

Die Beitritte erfolgen laut Exit typischerweise im Alter um die 50 Jahre. 60 Prozent der Vereinsmitglieder seien Frauen und das Durchschnittsalter betrage über 60 Jahre.

Die Sterbehilfe entspreche einem Bedürfnis der Bevölkerung, schreibt Exit. Die Selbstbestimmung sei den Leuten offensichtlich wichtig. Mit rund einem Prozent der jährlich 64'000 Todesfälle in der Schweiz sei der Anteil der Freitodbegleitungen aber gering. (kpn/sda)

(Erstellt: 31.03.2014, 10:31 Uhr)

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Exit verwendet das Mittel Pentobarbital-Natrium. (Bild: Keystone )

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