Fall Hildebrand: Sarasin-Mitarbeiter stellt sich der Polizei
Von Ruedi Baumann. Aktualisiert am 04.01.2012 417 Kommentare
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Ein Angestellter der Bank Sarasin hat am Neujahrstag auf einem Posten der Zürcher Kantonspolizei gestanden, der Informant in der Dollar-Affäre um Nationalbank-Präsident Philipp Hildebrand zu sein. Aufgrund dieser Informationen hatte SVP-Stratege Christoph Blocher Mitte Dezember Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey informiert, dass Hildebrands Frau 400'000 Schweizerfranken in Dollars gewechselt und zwei Monate später mit 60'000 Franken Gewinn wieder zurückgewechselt haben soll.
Der Zürcher Oberstaatsanwalt Martin Bürgisser bestätigt: «Ein Angestellter der Bank Sarasin hat am Neujahrstag gegenüber der Kantonspolizei Äusserungen im Falle Hildebrand gemacht.» Über den Inhalt, das weitere Vorgehen und ein mögliches Strafverfahren gegen den Mann konnte die Oberstaatsanwaltschaft am ersten Arbeitstag im Jahr keine Angaben machen.
Die Bank Sarasin teilte am Abend mit, der Mitarbeiter des IT-Supports sei fristlos entlassen worden. Der Mann habe selbentags sein «kriminelles Fehlverhalten» gegenüber der Bank offengelegt. Demnach hatte er die Bankdaten der Hildebrands bereits im November einem SVP-nahen Anwalt übergeben. Dieser habe in der Folge ein Treffen mit Blocher arrangiert, das dem Angestellten zufolge am 11. November 2011 stattgefunden hat. Sarasin hat die Finma über den Fall informiert und behält sich rechtliche Schritte vor.
Ärger über Währungsdeals
Beim Whistleblower handelt es sich gemäss Recherchen des «Tages-Anzeigers» um einen rund 40-jährigen Schweizer, der bei der Privatbank Sarasin in Zürich in sicherer und verantwortungsvoller Position arbeitete.
Der Mann hat eine solide Ausbildung und hat vermutlich aus persönlichen Motiven gehandelt, weil ihm die Dollar-Deals des Ehepaars Hildebrand vor und nach dem Kurssprung Dollar/Schweizer Franken sauer aufstiessen. Bankintern sei er mit seiner Kritik jedoch aufgelaufen.
Kashya Hildebrand: Dollar war «fast lächerlich billig»
Kashya Hildebrand selbst äusserte sich am Dienstagabend in der Sendung «10vor10» des Schweizer Fernsehens erstmals zu der umstrittenen Dollar-Transaktion, die ihren Mann arg in Bedrängnis gebracht hat.
Die Galeristin und frühere Bankerin erklärt ihren Dollarkauf vom 15. August 2011 mit dem damaligen Tiefstand des Dollars. Sämtliche Daten und die Analysen sämtlicher Banken hätten gezeigt, dass der Dollar unterbewertet sei. Kashya Hildebrand wörtlich in ihrem Schreiben an 10vor10: «Mein Interesse am Dollarkauf war dadurch motiviert, dass er auf einem Rekordtief war und fast lächerlich billig war. Da ich über 15 Jahre im Finanz- und Bankensektor gearbeitet habe (1984-1999) und die Märkte auch immer beobachte, fühlte ich mich wohl bei dieser Transaktion.»
Geschockt über Datendiebstahl
Es sei für sie naheliegend gewesen, die gute Gelegenheit für einen Kauf zu nutzen. Denn als international tätige Galeristin wickle sie 70 bis 80 Prozent aller Transaktionen in Dollar ab. Bereits 12 Stunden später sei der General Counsel der Nationalbank über die Transaktion informiert worden. Und habe grünes Licht gegeben.
Schockiert ist Kashya Hildebrand über den Diebstahl der Bankdaten der Familie Hildebrand. Das Konto sei, ganz im Sinne der Transparenz, unter dem richtigen Namen geführt worden. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 03.01.2012, 21:11 Uhr
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417 Kommentare
Eine Ex-Bankerin mit über 15 jähriger Erfahrung machte das, was viele, viele andere Schweizer gemacht haben und oft von Banken sogar empfohlen wurde. Sie investierte in USD. Ganz abgesehen davon, dass Sie Amerikanerin war....und jetzt kommen alle die Besserwisser wieder und meinen, dass sie nur aufgrund eines Insiderwissens ihres Mannes gehandelt habe. Quatsch mit Sauce. Antworten
Ja Frau Hildebrand. Sie profitieren als Galeristin ja auch vom Renommee Ihres Mannes. Durch Ihren Mann kommen Sie zu Kontakten zu denen Sie als gewöhnliche Frau Müller nie gekommen wären. Aus diesem Grund darf man von Ihnen eben auch verlangen, dass sie keine Finanzgeschäfte machen, die Sie als gewöhnliche Frau Müller machen dürften. Antworten
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