Fall Nef: Jetzt redet der Zürcher Cheffahnder

Aktualisiert am 28.12.2008 18 Kommentare

Fredi Hafner wird verdächtigt, heikle Akten im Fall des zurückgetretenen Armeechefs Roland Nef an einen Journalisten weitergegeben zu haben. Das aber dementiert der als «Schimanski von Zürich» bekannte Polizist.

Ungeheuerliche Vorwürfe von Nefs Ex-Partnerin

Aus den Akten der gegen Nef gerichteten Strafuntersuchung wegen Nötigung und anderer Delikte aus dem Jahr 2006 veröffentlicht der «SonntagsBlick» bisher nicht gekannte Passagen.

Darin behauptet Nefs Ex-Partnerin, dass Nef bereits während der dreijährigen Beziehung Charaktereigenschaften an den Tag gelegt habe, die ihn hätten erpressbar machen können: So sei er mit seiner Sexualität nicht zurechtgekommen, habe sich immer mal wieder bis zur Bewusstlosigkeit betrunken und ein ebenso unberechenbares wie unbeherrschtes Verhalten an den Tag gelegt.

Laut Protokoll sei ihr in einem Ferienaufenthalt aufgefallen, dass er pausenlos SMS von einem Freund erhalten habe. Als sie ihn darauf ansprach, «flippte er das erste Mal so richtig aus». Ein paar Monate später habe Nef dann zugegeben, dass «seine Beziehung zu Männern nicht ganz normal sei», halten die Akten fest.

Nef habe öfter die Beherrschung verloren. An einer Weihnachtsfeier soll er komplett ausgerastet sein. Er habe seine damalige Freundin als Hure beschimpft, die «es in der neuen Wohnung am Boden mit zahlreichen Männern treiben würde» und vor allen Gästen behauptet, seine Ex meine, «er würde Männer ficken». Der Tobsuchtsanfall soll sich über zwei Stunden hingezogen haben und so heftig gewesen sein, dass die Gäste sowie die Ex Angst bekommen hätten.

Nefs Anwalt Bernhard Rüdy weist gegenüber dem «SonntagsBlick» darauf hin, «dass die Inhalte polizeilicher Befragung nicht dem entsprechen, was von Zeugen erwartet wird, nämlich die Wahrheit zu sagen».

Dass man ihn verdächtige, die Affäre losgetreten zu haben, habe damit zu tun, dass er den Fall Nef kannte, sagt Hafner dem «SonntagsBlick». Als Fahnder habe er Ende 2006 den Auftrag erhalten, den Ex-Armeechef polizeilich vorzuführen. «Bevor wir zuschlagen konnten, hat man den Auftrag zurückgezogen», so Hafner dem Blatt weiter. Warum, wisse er bis heute nicht.

Auch Journalist entlastet Hafner

Im Frühling dieses Jahres sei er vom «SontagsZeitung»-Journalisten Karl Wild kontaktiert worden. «Der Journalist wusste sehr viel über die Affäre. Da dachte ich: Oh, jetzt wirds heiss», so Hafner weiter. Der suspendierte Zürcher Cheffahnder betont gegenüber der Zeitung aber, dass er weder an den Journalisten noch an sonst wen Akten herausgegeben habe.

Dem SonntagsBlick bestätigt Journalist Karl Wild: «Hafner ist nicht meine Quelle der Nef-Akte. Ich kenne ihn seit vielen Jahren und habe ihm deshalb im Vertrauen einige Fragen zu der Akte gestellt, weil ich bei gewissen polizeilichen Verfahren Nachhilfe brauchte. So kam es zum Treffen mit Hafner.»

Staatsanwaltschaft will Nef-Akten publik machen

Als der Bundesrat im Juni 2007 Nef zum neuen Armeechef wählte, war ein von seiner ehemaligen Lebenspartnerin angestrengtes Strafverfahren noch hängig. Im Herbst 2007 gab die Ex-Freundin eine schriftliche Desinteresse-Erklärung ab, Nef zahlte ihr eine Entschädigung. Die Staatsanwaltschaft stellte danach das Strafverfahren ein. Anfang 2008 trat Nef dann das Amt als Chef der Armee an, im Juli reichte er sein Rücktrittsgesuch ein.

Wie bereits vor gut einer Woche bekannt wurde, will die Zürcher Staatsanwaltschaft im Januar den Inhalt der Einstellungsverfügung im Fall Nef veröffentlichen. Die Staatsanwaltschaft will auch Auskunft darüber geben, warum sie das Strafverfahren wegen Nötigung gegen den früheren Armeechef Roland Nef eingestellt hatte. Verschiedene Medien hatten nach Auskunft von Staatsanwalt Hans Maurer ein Gesuch gestellt, um Einsicht in die Einstellungsverfügung zu erhalten.

Nef wehrte sich gegen die Veröffentlichung der Einstellungsverfügung zum Strafverfahren, weil seiner Ansicht nach das öffentliche Interesse daran fehle. Die Einwände von Nef und von seiner Ex-Partnerin gegen die Veröffentlichung wurden abgewiesen.

Wenn Nef und die Ex-Parntnerin keine Beschwerde bei der Zürcher Oberstaatsanwaltschaft führen, werde er die Einstellungsverfügung Mitte Januar publik machen, sagte Maurer. Er werde den Namen der Ex-Freundin und einige wenige nur sie betreffenden Passagen streichen. Der Armeechef stehe «als einer der wichtigsten Akteure im Zusammenhang mit dem staatlichen Gewaltmonopol» klarerweise im öffentlichen Interesse, findet Maurer. Er müsse sich in dieser Position «zudringliche Recherchen, auch wenn diese allenfalls sein Vorleben betreffen, gefallen lassen». (cpm)

Erstellt: 28.12.2008, 16:07 Uhr

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18 Kommentare

Sebastian Pater

28.12.2008, 18:23 Uhr
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Man kann es doch niemanden recht machen. BR Schmid gab einem psychisch Behinderten Arbeit damit er nicht IV Rentner wird. Dieser Armeeechef zeigte uns wie man Konflikte unblutig beenden kann, hätte er doch genügend Waffen gehabt, die Sache endgültig zu erledigen. Grosse Achtung vor BR Schmid u. Nef. Schade, die Armee hätte diese beiden Wehrmänner dringend gebraucht um auf Piratenjagd zu gehen. Antworten


Peter Hafner

28.12.2008, 17:38 Uhr
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Der Fahnder F.Hafner hat sich mit dem BLICK-Journalisten auf welche Weise immer eingelassen. Somit musste er damit rechnen in die Schlagzeilen der Zeitungen zu gelangen. Wenn es dann für den Journalisten zu heiss wird, wird er fallen gelassen wie eine heisse Kartoffel. F.Hafner , für deine Zukunft: Halte dich an deine Dienstvorschrift. Den Mist sollen die ausbaden die ihn eingebrockt haben. Antworten



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