«Flankierende Massnahmen führen zu einer schrecklichen Bürokratie»
Aktualisiert am 30.12.2011 42 Kommentare
Findet, der Bund kämpfe auf verlorenem Posten: Reiner Eichenberger. (Bild: TA-Archiv/Thomas Burla)
Artikel zum Thema
- Die grosse Angst vor der Scheinselbstständigkeit
- Freier Personenverkehr: Bundesrat beruhigt Grenzkantone
- «Es kommen nicht so viele reiche Deutsche nach Zürich»
Korrektur-Hinweis
Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.
Mehr Kontrollen führten bloss dazu, dass kriminelle Energie eingesetzt werde, um die Regeln zu umgehen, sagte Eichenberger in der «Neuen Luzerner Zeitung». «Der Bund steht mit dieser Strategie auf verlorenem Posten.» In einem Zeitungsinterview warnt er vor einer «schrecklichen Bürokratie».
Aus Sicht des Professors der Universität Freiburg bringt es in vielen Branchen nichts, das Lohnniveau zu schützen: «Wenn ein rumänischer Gipser für 2000 Franken im Monat arbeiten will, wird er das machen», sagte er. Bereits heute gebe es viele Menschen in der Schweiz, die bereit seien, für einen Bruchteil der üblichen Schweizer Löhne zu arbeiten.
Gegen diese Entwicklung könne man nicht mit Mindestlöhnen und Kontrollen ankämpfen, ist Eichenberger überzeugt. Denn gerade Mindestlöhne zögen noch mehr Einwanderer an und würden dann doch übergangen.
Löhne werden sinken
Der Wirtschaftswissenschaftler prophezeit denn auch sinkende Löhne für einzelne Branchen. Arbeitnehmern, die Lohneinbussen umgehen wollen, rät er einen Berufswechsel: «Schweizer sollen in jenen Bereichen arbeiten, wo sie nicht von ausländischen Arbeitern unterboten werden.»
Trotz der Kritik beurteilt Eichenberger die Personenfreizügigkeit positiv. Die Zuwanderung führe langfristig zu mehr Steuereinnahmen. Die Öffnung des Arbeitsmarktes bringe Vorteile für die bisherigen Arbeitnehmer, Arbeitgeber und Einwanderer. Die sinkenden Löhne seien besonders für die Schweizer Firmen von Vorteil.
Damit auch die Schweizer Bevölkerung von den Entwicklungen profitiere, müsse sich der Bundesrat etwas einfallen lassen, fordert Eichenberger. Der Wohlfahrtsgewinn solle an die Bevölkerung zurückgegeben werden.
Einen Vorschlag hat Eichenberger bereits: Er will die «massiven» Gewinne der Post, Swisscom oder der Nationalbank «gezielt an jene auszahlen, die schon länger in der Schweiz leben». Als Modell dafür schlägt er die Korporationsgemeinden vor, die es in der Innerschweiz teilweise noch heute gibt. (miw/sda)
Erstellt: 30.12.2011, 10:40 Uhr
Kommentar schreiben
Verbleibende Anzahl Zeichen:
42 Kommentare
Die PFZ/Bilateralen war quasi die "Millenniumslüge". Daran stören sich die Linken komischerweise nicht. Wahrscheinlich ist sie auch illegal. Schliesslich wird das Gleichbehandlungsgebot der Sozialpartner eklatant verletzt, da nur die Arbeitnehmer einseitig (diskriminierend) "liberalisiert" werden. Wenn schon müssten sämtliche Importzölle abgeschafft werden. Ob dann die Abzocker noch Freude hätten? Antworten
Tiefere Löhne bei gleichen Miet - oder Hypothekenzinsen.
Und Vorteile immer nur für die Arbeitgeber.
Vielleicht denkt auch Professor Eichenberger über einen Berufswechsel nach.
Die Personenfreizügikeit, der Druck auf die Löhne, muss gestoppt werden.
Antworten
Schweiz
Familie, Beruf und Studium
Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.
Live @ Sunset
11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!


Bitte warten


