Schweiz

Fluglärm: Süddeutschland will «Basler Lösung» auch für Zürich

Aktualisiert am 30.10.2009

Der Waldshuter Landsrat fordert nach Abschluss der Lärmanalyse rund um den Flughafen Zürich-Kloten eine Begrenzung der Anflüge auf 80'000.

Eine Lärmanalyse bilde Grundlage für neue Gespräche: Umstrittener Anflug von Norden auf Kloten.

Eine Lärmanalyse bilde Grundlage für neue Gespräche: Umstrittener Anflug von Norden auf Kloten.
Bild: Keystone

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Die gemeinsame Arbeitsgruppe der Schweiz und Deutschland zur Analyse des Lärms rund um den Flughafen Kloten hatte ihre Arbeit aufgenommen, nachdem die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und der damalige Bundespräsident Pascal Couchepin im April 2008 eine Vereinbarung unterzeichnet hatten, wonach die vom Flughafen ausgehende Lärmbelastung erneut gemessen und analysiert werden sollte. Nun hat die Arbeitsgruppe ihre Lärmanalyse vorgestellt.

Laut dem Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) sind sich die Vertreter beider Länder einig, dass die Resultate eine sachgerechte Basis für eine Lösungssuche bilden. Die Resultate sollen eine objektive Grundlage bilden für weitere Gespräche über eine Regelung der Flugbewegungen auf süddeutschem Gebiet. Die Schweiz will der deutschen Seite nun einen Lösungsvorschlag präsentieren.

Keine Umweg- und Warteflüge über Deutschland

Bereits laut geworden sind die Forderungen von Deutschland. Nach einer ersten Einschätzung kommt das Ergebnis des Teilberichtes des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) für den Waldshuter Landrat Tilman Bollacher nicht überraschend, wie einer Mitteilung des Landratsamtes zu entnehmen ist. So habe sich gezeigt, was immer schon festgestanden sei: Je mehr Flugzeuge, je tiefer und näher am Flughafen fliegen würden, desto lauter sei es. Es dürfe nicht vergessen werden, dass sich die Zürcher Kantonsbevölkerung zudem in mehreren Volksabstimmungen für einen Ausbau des Flughafens, gegen eine Beschränkung der Flugzahlbewegungszahlen und gegen eine - Deutschland dann auch entlastende - Verteilung der Anflüge ausgesprochen habe.

Bollacher fordert deshalb eine Lösung nach dem Vorbild der Regelung am EuroAirport Basel-Mülhausen mit einer zahlenmässigen Kontingentierung der Anflüge. So erfolgten nach wie vor 80 Prozent aller Anflüge von Zürich aus über dem deutschen Kreisgebiet. Bund und Länder müssten daher weiterhin auf eine Entlastung der süddeutschen Region drängen. Bollacher will eine Begrenzung der Zahl der Anflüge auf maximal 80'000 Bewegungen, sofern von der Schweiz der technische Nachweis für deren Erforderlichkeit erbracht werden kann. Zudem sollen wie bisher keine Abflüge über deutschem Gebiet erfolgen. Die Sperrzeiten sollen uneingeschränkt beibehalten und keine Umweg- und Warteflüge über Deutschland durchgeführt werden. Zudem spricht sich Bollacher klar gegen den gekröpften Nordanflug aus und fordert eine Aufhebung des Warteraumes «RILAX». (cpm/ap)

Erstellt: 30.10.2009, 11:39 Uhr

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