Schweiz
Forderung nach Lenkwaffenabwehr schreckt die Parteien auf
Von Verena Vonarburg. Aktualisiert am 30.08.2010 67 Kommentare
Will gemeinsam mit Europa eine «echte Lenkwaffenabwehr realisieren»: Markus Gygax. (Bild: Keystone )
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Maurer droht mit Wechsel: VBS-Chef fordert mehr Geld
Verteidigungsminister Ueli Maurer droht offen damit, das Departement zu wechseln, falls die Schweizer Armee in Zukunft nicht ausreichend finanziert wird. Er könne die Verantwortung für die Armee nicht übernehmen, wenn man nicht bereit sei, den Soldaten die Ausbildung und die Ausrüstung zu geben, die sie befähige, ihren Auftrag auszuführen, sagte Maurer gegenüber der «SonntagsZeitung». «Dann muss ich wohl das VBS abgeben. Und jemand muss dieses übernehmen, der glaubt, das verantworten zu können.»
Maurer will sich einen Departementswechsel allerdings gut überlegen und nicht schon bei der nächsten Gelegenheit, also bei den Bundesratswahlen vom 22. September, das VBS verlassen. Zuerst müsse die Diskussion über den Armeebericht geführt werden. Das brauche vielleicht ein Jahr, dann habe man Klarheit, meinte der SVP-Bundesrat.
Derweil überlegt sich Maurer, wie man die Finanzbedürfnisse der Armee auf neuen Wegen decken könnte. «Man könnte einerseits die Schuldenbremse neu definieren und so ausserhalb des ordentlichen Budgets Geld für die Kampfjets bereitstellen», schlägt Maurer vor. Andererseits sollte man prüfen, ob man eine Verfassungsgrundlage zur Finanzierung der Armee schaffen sollte. Man könnte zum Beispiel festlegen, dass ein Prozent des Bruttoinlandproduktes für die Armee ausgegeben wird. (SDA)
Der Schweiz steht nach dem Hin und Her um neue Kampfflieger und dem einstweiligen Kaufverzicht möglicherweise die nächste Militärdebatte bevor: Luftwaffenchef Markus Gygax plädiert überraschend dafür, dass die Schweiz sich an einem europäischen Lenkwaffen-Abwehrsystem beteiligt. In einem Interview mit der Zeitung «Sonntag» schlägt Gygax vor, die Schweiz könne sich «dem europäischen Verbund anhängen, damit man eine echte Lenkwaffenabwehr realisieren kann. Daran denken und planen wir.» Die Schweiz, so Gygax, könnte sich einkaufen oder – besser noch – ihre eigenen Systeme einbringen.
Raketen mit Reichweite von rund 3000 Kilometern würden noch in diesem Jahrzehnt für die Schweiz zur Gefahr, so die Einschätzung von Ueli Maurers Luftwaffenchef. Solche Waffen sind nicht in erster Linie in der Hand von Staaten, sondern von terroristischen oder mafiaähnlichen Organisationen wie den Taliban. Lenkwaffen von mittlerer bis grosser Reichweite werden als mögliche Bedrohung auch im sicherheitspolitischen Bericht des Bundesrats vom Juni erwähnt.
VBS-Sprecher Martin Bühler betont, der Luftwaffenchef spreche durchaus im Namen des VBS. Verteidigungsminister Ueli Maurer sei letzten Mittwoch im Anschluss an den Bundesratsentscheid zum Kampfflieger bewusst mit allen drei Korpskommandanten aufgetreten, also auch mit dem Luftwaffenchef. «Das ist ein Signal, dass die vier Herren sich einig sind und geschlossen vorwärtsmarschieren.» Maurer sei auch froh, «wenn all seine Korpskommandanten sich zur Sicherheitspolitik äussern». Die Raketengefahr, so Bühler weiter, bestehe offensichtlich. Und ein Alleingang sei in diesem Bereich nicht möglich.
SVP: «Kommt nicht infrage»
Ausgerechnet SVP-Mann Maurer lässt über ein Zusammengehen mit Europa laut nachdenken: In der SVP ist man erstaunt. Nationalrat Hans Fehr: «Ein solcher Plan kommt neutralitätspolitisch überhaupt nicht infrage, da gibt es keine Diskussion.» Die Schweiz würde Teil jenes europäischen Sicherheitsverbunds, den die SVP bekämpft. Sobald finanziell in der Lage, so Fehr, müsse die Schweiz aber neue Kampfflugzeuge beschaffen und in absehbarer Zeit auch eine modernere Luftabwehr.
SVP-Sicherheitspolitiker Toni Bortoluzzi hält Gygax’ Aussagen für «nicht sehr schlau». Man müsse zunächst «die Ordnung in der Armee wiederherstellen, bevor man über neue teure Systeme diskutiert».
Bei den Grünen kann man den Worten des Luftwaffenchefs ebenfalls nichts abgewinnen. Aus anderen Gründen: «Die grosse Sicherheitsfrage, die uns beschäftigen muss, ist die Klimaerwärmung, worauf es nur zivile Antworten plus den Katastrophenschutz gibt», so Nationalrat Josef Lang. «In Europa ist kein Krieg zu erwarten, und gegen Terroranschläge würden solche Abwehrwaffen ohnehin nichts nützen.»
SP: «Interessant»
Man könnte Gygax Zwängerei vorwerfen, nachdem die Kampfflieger vorerst kein Thema mehr seien, sagt CVP-Nationalrat Jakob Büchler, Präsident der Sicherheitspolitischen Kommission, er teile diese Ansicht nicht: «Der Luftwaffenchef hat eine strategische Verantwortung, um auf solche möglichen Gefahren hinzuweisen.» Die Neutralität könnte im zwangsläufigen Verbund mit der Nato «aber schon infrage gestellt» werden.
SP-Nationalrätin Evi Allemann, ebenfalls Mitglied der Sicherheitspolitischen Kommission, findet es «interessant, dass der Luftwaffenchef auf die europäische Dimension zu sprechen kommt». Die Luftwaffe müsse eindeutig stärker europäisch zusammenarbeiten. Dazu gehöre auch die Diskussion um ein Lenkwaffenabwehrsystem. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 30.08.2010, 06:25 Uhr
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67 Kommentare
Die Russen haben Stelths-ähnliche Flügzeuge entwickelt. Wieso kann die Schweiz nicht eigene Flugzeigindustrie entwickeln? Weiss jemand, was das kostet? Also, wenn man nichts ausser Most selber produziert, dann kauft man eben im Ausland ein. Nicht nur Salat und Weizen, sondern auch Luftwaffe oder Panzerraketenträger, dies ohne Nato. Berufsarmee wäre auch OK. Die Anzahl der Soldaten diskutieren. Antworten
Die Überlegungen des Luftwaffenchefs zur Einführung eines Lenkwaffenabwehrsystems sind sicher folgerichtig und im Spannungsfeld der internationalen Entwicklungen diskussionswürdig. Nur schade, dass KKdt Gygax ein solches System im europäischen Verbund (sprich Nato) gefordert hat. Denn damit dürfte er sich als nächster General auf die Abschussliste von U. Maurer gesetzt haben. Antworten
@safado: ja genug, eine möglichst unabhängige Armee, denn sonst könnte aus einem heimtückischen feind plötzlich ein freund werden! und wir müssten durch synergiennutzung sogar die steuern senken! Neue Flieger, und dann eine Raketenabwehr nur um die Schweiz, aber sofort! wegen den talibans und den hamäsler ... Antworten
Schön und gut, doch mit solchen Argumenten kann man auch Terror und den Taliban alles in die Hände spielen. einmal mehr zeigt es sich doch, dass der Dialog nicht gewünscht wird und lieber Kriegerli's gespielt werden soll. Welchen Schutz haben wir denn überhaupt, ohne natürliche Ressourcen zu verteitigen? Man kann ja alles in Frage stellen, nur damit etwelche Hirngespinnste vorgetäuscht werden! Antworten
Jetzt wollen sie wohl noch Patriot Raketen kaufen, das ganze System hat sich in diversen Irakkonflikten nicht mit Ruhm bekleckert auch in Israel mit viel Erfahrung in diesem Bereich weist keine grossen Erfolge auf. Ohne Einbildung in die Nato ist da eh nichts zumachen (Radar/Satelliten). Das Ganze ist ein Hirngespinst wie damals Reagans SDI. Holt die restlichen Bloodhounds aus den Museen. Antworten
@ P. Betschart: ein schlechter Vergleich, denn Untersuchungen haben ergeben, dass Airbags ein falsches Sicherheitsfühlen hervorrufen. Wüsste der Fahrer, dass er aufgespiesst würde bei einem Fehler, würde er achtsamer sein im Strassenverkehr. Mit Waffen ists dasselbe: sie rufen ein nicht vorhandenes Sicherheitsgefühl hervor. Moderne Kriege erübrigen das mittelalterliche Abräumen des Schlachtfeldes. Antworten
dass der herr nationalrat josef lang vielleicht noch der guten alten "bloodhound" nachtrauert, mag ja irgendwie verständlich sein. wie aber seine (konkreten..?) vorstellungen von terroranschlägen verstanden werden dürfen, ist mir rätselhaft. Antworten
Die Initiative des Luftwaffenchefs verdient breite Unterstützung. Die Konfliktgefahr wird sich in Zukunft infolge des Treibhauseffekts und knapper Ressourcen eher verstärken, weil diese Entwicklungen zu vermehrten politischen und sozialen Spannungen vor Europas Haustüre führen. Der Schutz unseres Landes steht in diesem Zusammenhang nicht im Gegensatz zu Anstrengungen im ökologischen Bereich. Antworten
Herr Marti: Es geht doch nicht darum,die aktuelle Situation zu analysieren.Bis wir ein genügendes Boden-Luftabwehrsystem hätten,geht es ein paar Jahre. Ich wäre übrigens nur für eine solche Aufrüstung in Kooperation mit der der NATO.Die reale Gefahr aus dem Iran z.B. der jetzt schon Raketen mit einer Reichweite von 1500 km plus hat und nach Experten bald bis Mitteleuropa inkl Nuklearwaffen kommt! Antworten
Es ist ein Endlos-Spiel: 'Hach, schaut, wie schwach und nicht gerüstet unser Staat ist' ruft die SVP aus. Ein 'schwacher' Staat, ob real oder konstruiert, nützt ihr so oder so. Ist er wirklich schwach, hat die SVP mehr freie Hand. Ist er konstruert schwach, stellt sie sich als Retterin in der Not dar. Rüsten wir auf, profitieren ihre Protagonisten, wollen wir mit der Nato kooperieren, jammert sie! Antworten
@Laura Beretta: Das glaubt wohl keiner, genau so wie ein Airbag nicht jedes Leben rettet und ein Feuerlöscher kein Feuer 100%-ig löscht... Hoffentlich schaffen wir die Armee ab und in 20 Jahren passiert was, dann kommen einige Gutmenschen hier auf die Welt! Antworten
Wenn die Schweiz schon keine fuktionierende Luftwaffe hat, sollten wir wenigstens eine vernünftige Raketenabwehr haben. Im Augenblick ist die Schweiz nur sicher weil sie niemand angreifen will. Eine Kooperation mit Europa macht in dieser Sache Sinn, aber die SVP hätte lieber gar keine Abwehr als eine gemeinsame. Antworten
@Tom Aebersold: Dann empfehlen Sie den Holländern auch, die Deiche abzureissen weil trotz allen Aufwands immer etwas Wasser irgendwo durchsickern kann, oder bei heftigen Sturmfluten trotzdem etwas überschwappt? @Edy Gerber: Ich bin 100% gleicher Meinung. @Josef Lang: Leiden Sie an Realitätsverlust? Bloss weil ein Krieg nicht aussieht wie vor 70 Jahren? Haben Sie die Taliban direkt gefragt? Antworten
Einigen ist alles zuzutrauen. Was, wenn ein Pakistani dem Halbverrückten aus Tripolis ein Atombomben-Raketensystem verkauft? Der Pakistani erhält Geld, und Hannibal der Terroristensohn hat noch eine Rechnung mit der Schweiz offen. (Es wollte einmal ein Pakistani Atomtechnologie verkaufen, und Libyen wollte mit Massenvernichtungswaffen aufrüsten, bis die Amerikaner Tripollis und Bengasi bombten.) Antworten
Hört endlich mit Europa auf. Den meisten EU-Länder geht es finanziell schlecht. ( Grichenland, Portugal, Spanien, Italien und Deutschland ist auch überschuldet ) Der Euro sinkt ins bodenlose. Macht es Sinn, auf ein sinkendes Schiff aufzuspringen ? Am Schluss zahlen wir den Andern die Luftabwehr. Antworten
Wenn man eine Armee will, muss sie auch sinnvoll ausgerüstet sein. Die Zeiten der grossen Panzer und Artilleriegefechte sind vorbei. Heute kommt der Feind entweder übers Internet, oder via Lenkwaffe. Wer gegen Lenkwaffenabwehr ist, ist gegen eine sinnvolle Verteidigungsarmee. Zudem brauchen wir einige Kampfhubschrauber. Antworten
Ich verstehe, dass die militärischen Führer ab und zu "unmögliche" Forderungen stellen. Schliesslich ist es ja das Parlament, welches kein Geld mehr für die Landesverteidigung bereitstellen will. Das linke Lager fordert ja auch stets mehr Geld für ihre soziale Einrichtungen und fürs Ausland. Antworten
Das Wissen ist seit dem ersten Irakkkrieg vorhanden, zulange haben die Verantwortlichen nicht gehandelt, eine Katastrophe. Ausserdem ist ein solches Abwehrschild günstiger als Flieger, die wir aber leider trotzdem benötigen, da auch dort in den letzten 25 Jahren, unter BR Schmid, geschlampt wurde. Lieber Geld für Informatik, das lässt sich einfacher verkaufen, als für sensible Geschäfte. Antworten
Spätestens seit dem Ersatz der spezifischen Funk-Sprache der Schweizer Luftwaffe, des Bambinicodes, durch den offiziellen NATO-Code war allen klar, wohin die Reise geht. Die Einzigen, welche das bis heute nicht gemerkt haben (wollen?), scheinen die Offiziere der SVP zu sein, mit mindestens einer Ausnahme: BR Maurer weiss es auch. Wo immer es Sinn machte, wurde NATO-kompatibel beschafft. Wozu wohl? Antworten
Ich bin erstaunt, mit welch dünnem Rucksack, sich unsere Politiker als Sicherheitspolitiker titulieren können. Im Unterschied zu den Profis wie Gygax und Blattmann suhlen sich sie lieber im ideologischen Sumpf, als die nüchternen Fakten zu interpretieren. Es wäre in der Armee einiges besser, wenn nicht ewige Kalte Krieger ohne aktive Armee XXI - Erfahrung über die Armee bestimmen könnten. Antworten
Danke für das offene Statement zu unserer Luftverteidigung. Eine effektive Verteidigung unseres Luftraumes (Flieger und Fliegerabwehr) ist nur im Verbund mit unseren Nachbarstaaten möglich. Alles andere ist Wunschdenken oder Augenwischerei! Unsere Parlamentarier/-innen müssen diesen Fakt in ihre sicherheitspolitische Meinungsbildung endlich einbeziehen. Antworten
Alles ist eine Frage der Prioriäten. Welches sind die drängendsten und grössten Probleme in, und Gefahren für unser Land? Wenn Raketenangriffe auf dieser Liste stehen - was wohl mehr als zweifelhaft sein dürfte - dann kann man das ja mal diskutieren. Ich glaube aber eher, dass wir uns um andere Dinge intensiver kümmern sollten. Antworten
@Michael Marty: Ich gebe Ihnen vollumfänglich recht. Die Bestreitungen der Gefährlichkeit der Talibans, von Kaida, Hamas, usw, durch einige Kommentatoren, lässt deren Gesinnungsrichtung leicht erkennen. Abschaffer der Armee zu Armeefragen Stellung zu beziehen ist das gleiche, wie einen Atheisten zur Predigt auf die Kanzel zu stellen. Wir brauchen eine von Nachbarstaaten unabhängige, starke Armee Antworten
Gemäss den Grundsätzen der SP, Grünen und teilweise CVP, wäre eine Zusammenarbeit mit den Russen sicherlich besser? DIe USA und EU würden da durch zu anderem denken gezwungen und wir müssten uns nicht immer wieder erpressen und würgen lassen. Eine gute provokatorische Idee. SP usw. wären sicher damit einverstanden. Antworten
Was ist der wahre Grund für die Forderung? Um Spielzeuge haben? Das Militär wichtiger machen als es ist, um seinen Sandkasten behalten zu können? Oder sieht es es wirklich so? Dann 'guet Nacht am Sächsi'. Dann ist er Paranoid. Die Taliban könnten die Schweiz angreifen und wir brauchen darum 'Rageetli'. Klar, denn die Bomben im Zug/Flugzeug könnte man dann damit abschiessen. Antworten
Eine starke Armee MIT Jets UND Lenkwaffenabwehrsystem schützt die Neutralität vor Uebernahmegelüsten und EU-Turbos, denn sie sichert die Unabhängigkeit. Ein Wert, den es in Friedenszeiten effizient zu schützen gilt. Des weiteren ist eine ungeschützte Schweiz ein Sicherheitsrisiko füe den Europäischen Kontinent. Es ist Zeit, dass der BR Verantwortung übernimmt und die nötigen Mittel spricht!! Antworten
Es wird gesagt, dass man im Leben mehrere Berufe erlernen muss. Das gilt auch für die unverbesserlichen Militärs. Schulen wir sie in Berufsarbeitslose um. Aufhören bitte. Der kalte Krieg ist vorbei und die Bedrohung kommt von innen und der Natur, die sich am Menschen für sein unverantwortliches Tun rächt. Die Armee ist längst so überflüssig wie der stupide Mineralwassertransport rund um die Welt. Antworten
Die Bedrohungszenarien des VBS nimm ich ungefähr gleich ernst wie die von Minaretten und EU Turbos. Das schlimmste Bedrohungsszenario ist unsere Lebenserwartung / Ueberalterung und dass wir fortan wahrscheinlich eine grössere Bevölkerung(sdichte) haben müssen um uns, die Senioren, in Futter zu halten. Das geht nicht. Antworten
Solche grössenwahnsinnigen Forderungen lassen doch auf eine totale Verfilzung mit der Rüstungsindustrie schliessen. Und manchmal kommt es mir vor, als ob gewisse Militärköpfe einfach nicht damit fertig werden, dass die Schweiz noch nie eine kriegerische Auseinandersetzung hatte. So werden halt Szenarien heraufbeschworen, so als ob wir von Talibanstaaten umgeben wären. Antworten
@ Tom Aebersold: Sie haben Recht, wir sollten den nicht-Profi-Militär und nicht-Profi-Politiker Maurer auch gleich in die Wüste schicken. Aber so wie er aufgewachsen ist, ist er sich leider eben gewohnt, immer mehr Geld vom Staat zu erhalten. Eigentlich sind SVP-Wähler extrem nützlich: je mehr Bundesräte wir von denen haben, umso klarer wird es, was die Schweiz nicht braucht! Antworten
die Zeit für teure Spielzeuge für einige un- resp- unterbeschäftigte Offiziere ist endgültig vorbei. Diese Herren Offiziere kommen mir vor wie Eunuchen: sie wissen von anderen wie es geht, können aber selbst nicht. Lasst diese Leute etwas sinnvolles arbeiten (z.B. als Altenpfleger) und schon vergehen ihnen ihre Hirngespinste, aber wahrscheinlich können sie das auch nicht. Antworten
Wenn ich an einen verwirrten Herrn Gadhaffi denke und an einen Herrn Berlusconi, welcher im höfisch die Türe aufhält, verstehe ich die Forderungen unseres Luftwaffenchefs sehr wohl. Das die SVP neutralitätpolitisch dagegen ist, ist ja klar. Im Tiefsten werden die Mannen und Frauen aber jubeln. Ohne gemeinsames Abwehrsystem auf Euro / Nato - Ebene geht's gar nicht. Antworten
Einmal mehr zeigt sich, wie wenig Fantasie und Feingefühl die Luftwaffe vorzuweisen hat. Wohl ist es legitim, sich entsprechend zu äussern. Sich in weitere Abhängigkeiten gegenüber unseren Partnern im Ausland setzen zu wollen, widerspricht den polizeilichen / militärischen Luftoperationen, die ja Ziel der Aufgabe gewesen sind. Hier besteht sicherlich noch Optimierungsbedarf in Public Relations. Antworten
Unsere Armeeführer hätten besser daran getan, nicht mit mutmasslichen Kriegsverbrechern (Israel) Waffen zu entwickeln und oppositionslos zuzuschauen wie die USA weltweit mehr als 150 Miltärstützpunkte (zum Teil mit Atomwaffen) installiert hat. Das ungelöste Nahostproblem und die Anbiederung mit der USA/NATO macht uns heute extrem verletzbar. Probleme soll man lösen und nicht einfach zudecken. Antworten
Dass diese Forderung nicht bei allen gut ankommt, ist klar. Man sollte aber schon bedenken, dass die Wahrscheinlichkeit grösser ist, dass irgendwo ein durchgeknallter Diktator zu Raketen kommt, als dass eine Panzerarmee die Schweiz überfällt. Die Armee hat sich den zukünftigen Risiken anzupassen, und nicht nach den vergangenen. Ich muss daher KKdt Gygax Recht geben! Antworten
Rolf Bänziger: "Investieren wir diese Milliarden in Bildung, da liegt unsere wahre Macht". Schön wär's. Leider versickert solches "Bildungsgeld" vor allem in der Bildungsbürokratie, welche der Bildung eher schadet, siehe das Reformitis-Debakel in der Volksschule. Antworten
Ja aber hallo, die Taliban besitzen solche Lenkwaffen? Seit wann denn? Und wer hat die denn finanziert? Müssen wir nun auch der Massenhysterie zum Opfer fallen und auf den AntiTerrorKrieg Zug aufspringen? Ich glaube bald sind wir nur noch vom Wahnsinn umzingelt, da können wir sicher ein sicheres Plätzchen in der EU bekommen..... Antworten
Überbevölkerung, alles was wild und natürlich ist wird verdrängt oder abgeschossen, jeden Tag sterben ca. 100 Arten aus, dramatische Klimaveränderung, globale Verschuldung/das Finanzsystem am Abgrund etc. Sicher - um diese und andere Probleme zu lösen benötigen wir unbedingt dieses Lenkwaffensystem! Das ist geradezu evident. Die Taliban haben uns bereits umzingelt :-) Antworten
Ich staune über die unreflektierten Äusserungen der letzten Kommentatoren... Über den Zeitpunkt der Äusserung von KKdt Gygax kann gestritten werden, allerdings kaum über den Inhalt. Unsere Armee hat, solange sich der politische Auftrag nicht ändert, immer noch die Landesverteidigung zum Ziel. Im Bereich der einzigen reellen konventionellen Gefahr kann die Armee diesen im Moment nicht erfüllen. Antworten
Das ganze soll wohl ein Witz sein. Wird jetzt in der Schweiz auch Panik mit den ach so Bösen Taliban betrieben. Vielleicht sollten wir auch nach Afgahnistan marschieren und kämpfen. Ja die Bösen Terroristen bedrohen ja die Schweiz. Lächerlich das ganze. Antworten
als der eiserne vorhang fiel hatten wir vor unserem mayor anzutreten. er liess verlauten, dass am verteidigungsdispositiv nichts zu ändern sei; der feind komme nach wie vor aus dem osten (sadam). ähnlich verworren argumentiert gygax. zeit gygax schon heute zu pensionieren und nicht erst in zwei jahren. und ueli maurer erfährt nun das gleiche schicksal wie seine vorgänger... Antworten
Kriegstreiber ? Ja, die gibt es. Aber nicht in unserem VBS, sondern in geheimen Ausbildungslagern in Pakistan, Irak, Jemen, Somalia. Nur verschliessen eben gewisse Leute beide Augen davor. Und suchen das Böse ausschliesslich in den eigenen Reihen. Mehr Realitätssinn , bitte ! Antworten
Es gibt immer noch Menschen, die meinen wir leben betreffend kriegerischen Gefahren in einer sehr sichern Zeit. Dabei sind die Gefahren heute grösser denn je. In Zeiten wirtschaftlicher Krisen kann sich vieles sehr schnell ändern und eine scheinbar nutzlose Armee sehr wichtig werden. Schauen wir, dass wir uns weiterhin schützen können und wenn nötig auch mit Raketenabwehr! Antworten
Erstaunlich, wie polemisch sich hier die meisten Kommentatoren äussern. Was hätten wir denn gemacht, wenn uns der Wahnsinnige aus dem nicht sehr entfernten Tripolis mit Lenkwaffen bedroht hätte? Wir hätten ganz schön alt ausgesehen, während zB der HB Zürich zerstört worden wäre. Da sich die Lenkwaffentechnologien stark verbreiten, braucht es entsprechende defensive Einrichtungen im Verbund. Antworten
Nachdem ein paar Träumer bemerkt haben, dass der Panzer 68 und ein Düsenjet Marke Eigenbastel nichts taugen, fragen wir uns lieber nicht, weshalb wir Abwehrraketen nicht selber zusammenkleben. Sogar Atomwaffen wollte sich die CH in den 60-er Jahren leisten und im Sustengebiet testen. Spätestens da findet man heraus, dass man das ganze BSP in die Rüstung stecken könnte und wir wären nicht sicher! Antworten
Mir erscheint die ganze Armeeführung, der BR und die Parlamentarier sehr unglaubwürdig. Ich habe den Eindruck, dass hier nicht zusammengearbeit wird und sich alle nur öffentlich profilieren wollen. Einmal eine vernünftige Gesamtbeurteilung der Sicherheit und die entsprechenden Massnahmen einheitlich zu kommunizieren wäre viel glaubwürdiger, als jede Woche einen neuen Ballon steigen zu lassen. Antworten
woher weiss der grüne josef lang, dass es keinen krieg geben wird in europa?nur weil ein zusammenwachsen der völker stattgefunden hat und es keine grenzen mehr gibt? ha! das gab es bei uns in jugoslawien auch. mehr noch: es gab praktisch eine einheitssprache. trotzdem muckten überall wieder die separatistischen bestrebungen. man hat sie zum schweigen gebracht. früher aus belgrad heute aus brüssel Antworten
Eiin verschuldeter Haushalt glaubt oft weiteren Schulden lösten das Problem. Auch Kleinschuldner glauben dies leider. Unser "Beste Armee der Welt" Minister soll doch bitte erst mal den Laden in Ordnung bringen, danach aber wirklich erst danach sehen wir weiter. Die Auftritte von Gygax verdeutlichen die Problleme im VBS. Wer hat hier das Sagen? Antworten
Es ist unglaublilch wieso das solche Menschen überhaupt noch karriere in der Armee machen dürfen, können. Anstatt endlich sich von der Kriegstreiberei und Aufrüstung zu trennen und eine reine Katastophenschutzarmee aufzubauen die in der CH und Weltweit leben retten könnte? Nein Raketen, Flieger und Waffen. Komme mir vor wie im kalten Krieg. Alle sind böse und wollen unsere Daten-CD's klauen. Antworten
Die Äusserungen vom Luftwaffenchef Gygax sind skandalös. Möglicherweise wäre es vorteilhaft für unser Land, den Profi-Militär Gygax frühzeitig zu pensionieren. Es zeigt sich ja gerade auch in Israel, dass sich trotz Top-Piloten und -Material Angriffe und Terroranschläge nicht verhindern lassen. In Afghanistan oder im Irak nützen die besten militärischen Ausrüstungen nichts. Antworten
Der Begriff Neutralität stamme - so habe ich mich belehren lassen - vom lateinischen NE-UTRUM, was übersetzt bedeutet: "keines von beiden". Aha - dann ist's ja einfach: keine neuen Flugzeuge und keine neue Lenkwaffenabwehr! Dennoch sollten wir - losgelöst von allen Waffenträumen - uns Gedanken über die Angemessenheit der Schweizer Neutralität machen, Terroristen ist die nämlich völlig wurscht. Antworten
Ui, da setzt sich aber der Zweitbeste wohl in die europäischen Nesseln...BR Maurer tut recht daran das VBS zu verlassen, da die Armee in dieser Form hoffentlich bald abgeschafft wird. Panzer helfen weder gegen Taliban, Burkas und EU-Turbos. Investieren wir diese Milliarden in Bildung, da liegt unsere wahre Macht - auch im Bestehen als Nicht-EU-Mitglied!!! Antworten
Die Taliban sollen uns mit Raketen angreifen? Neutral sollen wie sein und dann so was? Mit Ländern militärisch kooperieren, die z.Bsp. in Afghanistan Krieg führen? Und die SP unterstützt das? Frau Allemann, das ist keine linke oder rechte Frage, sondern eine Ethische. Wir sollten uns wieder auf unsere Neutralität beschränken. Alles andere ist Kriegstreiberei. Die SP sollte sich schämen. Antworten
Im Gegensatz zu Flugzeugen haben Abwehrraketen eine eindeutig defensive Funktion. Eine Raketenbedrohung durch Terroristen ist ein durchaus glaubwürdiges Szenario, es besteht also klar Handlungsbedarf. Gegen Terroristen darf es keine Neutralität geben. Eine Zusammenarbeit mit anderen europäischen Ländern gegen diese Bedrohung ist auch ohne EU-Beitritt möglich. Antworten
Es zeigt sich einmal mehr wie gespalten wir Schweizer sind. Unser Spektrum reicht vom träumenden Hinterwälder mit Pfeil und Bogen -bis hin zum visionären Sternenkrieger mit den bestmöglichsten elektronischen Kampfmittel. Irgendwo dazwischen ist unsere Realität und Wahrheit. Eine europäische kontinentale Kompatibilität und Vernetzung mit den europäischen Armeen ist der Weg und das Ziel -wenn schon. Antworten
Da spricht einer ein mögliches Problem an und sagt, darüber müsste man mal reden und sich Gedanken machen. Wie aber reagieren unsere Parteien? Mit einem reflexartigen, nein. Anstatt sich zu überlegen, ist das wohl möglich was er sagt, gibt es diese Bedrohung? Wen ja, wie löst man das Problem? Aber, statt dessen nur, es kann nicht sein, was nicht sein darf. Antworten
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Georg Stamm
Beim VBS hat man leider das Gefühl, es plaudere jeder so dahin wie es ihm gerade in den Sinn kommt. Eine polit. Linie gibt es nicht. Alle paar Wochen kommt ein anderer hoher Militär und redet aus heiterem Himmel von Bedrohungen oder nötigen Waffensystemen von denen vorher keine Rede war. BR Maurer muss hier Ordnung schaffen, muss für Konsistenz in der VBS-Kommunikation sorgen. Antworten