Schweiz

Frattini reist nach Libyen – Amnesty skeptisch

Aktualisiert am 15.03.2010

Der Gefängnisaufenthalt in Tripolis setzt dem Schweizer Max Göldi zu. Laut Amnesty International macht vor allem die Ungewissheit, wie es weiter gehe, dem Geschäftsmann zu schaffen.

«Es ist schwer zu ertragen, im Gefängnis zu sitzen, ohne sich etwas zuschulden kommen zu lassen»: Max Göldi, hier bei einem Treffen mit Hannibal Ghadhafi.

«Es ist schwer zu ertragen, im Gefängnis zu sitzen, ohne sich etwas zuschulden kommen zu lassen»: Max Göldi, hier bei einem Treffen mit Hannibal Ghadhafi. (Bild: Keystone)

Affäre Schweiz-Libyen

Die Menschenrechtsorganistation bestätigt auf Anfrage von Tagesanzeiger.ch/Newsnet, dass sich der Zustand von Max Göldi, verschlechtert hat. «Die drei Wochen Haft haben Spuren hinterlassen», erklärt Sprecher Daniel Graf. Nach den Monaten in Libyen sei es für den Schweizer Geschäftsmann schwer zu ertragen, im Gefängnis zu sitzen, ohne sich etwas zuschulden kommen zu lassen. Schwierig sei besonders die Ungewissheit, wie es weiter gehe: «Bisher gibt es keine Anzeichen dafür, dass eine Freilassung bevorsteht oder dass die Haftstrafe von 4 Monaten reduziert wird», so Graf. Das eingereichte Begnadigungsgesuch von Göldi sei noch nicht behandelt. Auch ein Rekurs-Entscheid des Obersten Gerichts in Libyen könnte noch Wochen oder gar Monate dauern.

Bereits Göldis Verteidiger Saleh Zahaf hatte am Sonntag gegenüber der Nachrichtenagentur AFP erklärt, sein Mandant befinde sich «in sehr schlechter psychischer Verfassung». Er forderte die Schweizer Behörden auf, sich mit Nachdruck für den in einem Gefängnis in der libyschen Hauptstadt Tripolis Inhaftierten einzusetzen. Göldi wird seit Juli 2008 in Libyen festgehalten.

Durchbruch eher unwahrscheinlich

Heute Montag reist der italienische Aussenminister Franko Frattini nach Libyen zu seinem libyschen Amtskollegen Moussa Koussa, um einen Ausweg aus der Krise zwischen der Schweiz und Libyen zu suchen. Amnesty International ist skeptisch, ob das Treffen einen Durchbruch bringt. «Wir spüren nicht, dass etwas geht», sagt Graf. Er erinnert daran, dass bereits die Visiten der Aussenminster Spaniens und Portugals vergangene Woche ohne zählbare Resultate blieben. (dvp)

Erstellt: 15.03.2010, 13:30 Uhr


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