Schweiz

Frauenhandel im Tessin – Polizei schlägt zu

Aktualisiert am 15.01.2009

Bei einer internationalen Aktion gegen einen brasilianisch-schweizerischen Handel mit Prostituierten sind sechs Personen festgenommen worden.

Fünf Verhaftungen erfolgten im mittelbrasilianischen Staat Goias, eine in der Schweiz, wie die brasilianische Bundespolizei mitteilte.

Den Beschuldigten wird vorgeworfen, arme brasilianische Frauen vom internationalen Flughafen in Brasilia aus in die Schweiz geschickt zu haben, wo sie an Kunden vermittelt wurden.

Die Untersuchungen wurden intensiviert, als Mitglieder des Frauenhandelsrings versuchten, in Brasilien ein Baby zu kaufen, um es an ein Schweizer Paar weiterzuverkaufen. Bei der Operation «Abrantes» wurden am Mittwoch in Goias und im Tessin Razzien vorgenommen.

Brasilianer wollen Rechtshilfe

Die Tessiner Kantonspolizei hatte am Mittwoch über die Kontrollen wegen Verdachts auf Menschenhandel mit brasilianischen Prostituierten berichtet. Die Aktion wurde in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Polizei (Fedpol) und der brasilianischen Bundespolizei durchgeführt. Die Schweiz kam damit einem brasilianischen Rechtshilfegesuch nach, das von den Bundesbehörden zum Vollzug an die Tessiner Staatsanwaltschaft delegiert worden war.

In einem ähnlichen Fall hatten 2006 die Spuren nach Zürich und in den Kanton Solothurn geführt. Ein Schweizer hatte über Mittelsmänner brasilianische Frauen angeheuert, sie nach Zürich geschleust und dort mit übelsten Methoden zur Prostitution gezwungen. (cpm/ap)

Erstellt: 15.01.2009, 07:10 Uhr

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