Freysingers Studienreise zur flämischen Ultrarechten
Von Ruedi Studer. Aktualisiert am 05.03.2009 12 Kommentare
Gestern legte sich Oskar Freysinger (SVP, VS) für die Minarett-Initiative ins Zeug. Argumentationsmaterial für seinen Kampf gegen die Islamisierung der Schweiz holte er sich im Januar im belgischen Antwerpen. Die Stadt ist eine Hochburg der flämischen separatistischen Rechtsaussenpartei Vlaams Belang (VB) – eine Partei mit rassistischen Tendenzen. Und auf deren Einladung war Freysinger nach Antwerpen gereist. Dort erhielt er quasi Anschauungsunterricht: Die Stadt mit einer halben Million Einwohnern zählt etwa zehn Prozent Muslime, vor allem aus Nordafrika.
Die Gettoisierung der Ausländerquartiere ist ein unbestrittenes Problem. «In solchen Gettos ist der Rechtsstaat nicht mehr möglich», sagt Freysinger zur BaZ. Zur Zeit seines Besuchs gab es eine grosse Demonstration gegen den Gazakrieg, mit vielen muslimischen Teilnehmern: «Das jüdische Viertel musste geschützt werden. Ich habe noch nie so viele Polizisten auf einem Haufen gesehen», so Freysinger.
«Kein Problem»
Auf seiner Reise traf Freysinger auch mit dem umstrittenen VB-Politiker Filip Dewinter zusammen, der vor einem Jahr die «Europäische Städteallianz gegen Islamisierung» mitbegründet hat. Diese verlangt etwa den Vermerk der Religion in jedem Reisepass und die Sammlung von Fingerabdrücken von «Personen mit islamischem Hintergrund».
Den Kontakt zwischen Freysinger und dem VB hatte der flämische Journalist Paul Beliën hergestellt, der über den Walliser berichtet hatte und der mit einer VB-Parlamentarierin verheiratet ist. Berührungsängste zur Flamen-Partei hat Freysinger keine: «Solange die Partei den Rechtsstaat nicht infrage stellt, habe ich kein Problem.» Kontakt habe er heute aber keinen mehr zum VB. (Basler Zeitung)
Erstellt: 05.03.2009, 07:00 Uhr
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12 Kommentare
Wer sich von uns Frauen mal ein Bild zum Themenkreis "Muslime in Europa" machen will, empfehle ich die Site "www.1001geschichte.de". Begegnungen auf gleicher Augenhöhe sind dort eher selten. Sich all den offenen Fragen zu stellen bringt wohl mehr als sich hinter himmelblauen Wolken und falschen Vorstellungen zu verstecken. Gleichberechtigung ist nur möglich, wenn sie von beiden Seiten gewollt ist. Antworten
Das hat alles nicht nur mit Muslimen zu tun. Wir leben in einer Welt, wo Mobilität und Anpassung gefragt ist. Und das macht vielen Leuten Kummer. Und wenn man sich im eigenen Staat nicht mehr wohlfühlt, dann muss ja jemand der Schuldige sein. Und wenn man halt in der Politik dies nicht wahhaben will, dann kommt es eben zu diesen Auseinandersetzungen. Der Wolf verteidigt ja auch sein Gehege. Antworten
Schweiz
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.
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