«Für mich ist jetzt Zeit zum Schweigen»
Aktualisiert am 03.01.2012 154 Kommentare
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Christoph Blocher dürfte sich schon lange gefreut haben: In seiner Neujahrsrede, bei der er im zürcherischen Niederglatt grosse Schweizer wie Alfred Escher und Gottfried Keller aufleben liess, war ganz nach dem Geschmack des SVP-Strategen und Volksrhetorikers. Doch für die anwesenden Journalisten war etwas anderes von Bedeutung, wie die «Neue Zürcher Zeitung» (NZZ) berichtet: Sie wollten von Blocher wissen, was er zur neusten Affäre um seine Person zu sagen habe – zu den Vorwürfen also, er stecke hinter der Attacke auf Philipp Hildebrand, den Präsidenten der Schweizerischen Nationalbank (SNB).
Laut dem Bericht der NZZ sagte Blocher lediglich: «Es gibt eine Zeit zum Reden und eine Zeit zu Schweigen. Und jetzt ist die Zeit zu Schweigen.» Für ihn sei in dieser Sache eine Zeit zum Schweigen gekommen. Den Satz wiederholte er offenbar mehrfach. Die Vorwürfe seien ihm neu, er habe sich in den vergangenen Tage nicht informiert, habe weder einen Fernseher noch ein Radio.
«Ich weiss nicht, wovon sie reden»
Auf Nachfragen von Journalisten, ob er womöglich das Bankgeheimnis verletzt habe, sagte Blocher: «Ich weiss nicht, wovon sie reden.» Auf die Frage, was Herr Blocher mache, wenn er gestohlene Bankdaten erhalte, antwortete Blocher, er habe bis heute niemals gestohlene Bankdaten erhalten.
Gestern veröffentlichte Recherchen der «Sonntagszeitung» und der «NZZ am Sonntag» hatten ergeben, dass Nationalrat Blocher dem Bundesrat gestohlene Bankdokumente zugespielt habe. Bundesratssprecher André Simonazzi bestätigte heute gegenüber der SDA lediglich, dass Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey im Dezember 2011 «Informationen von Dritten erhalten» habe über angebliche Börsengeschäfte von Hildebrand, insbesondere über Transaktionen auf dem Devisenmarkt im Laufe des Jahres 2011.
Vorwürfe nicht erhärtet
Ob es sich bei dem Informanten um Christoph Blocher handelte, wollte Simonazzi nicht bestätigen. «Es ist nicht am Bund zu bestätigen, welche Personen sich gemeldet haben. Der Bundesrat gibt auch keine Einzelheiten zu den von Dritten erhaltenen Informationen bekannt», erklärte der Bundesratssprecher.
Vorübergehend war der Vorwurf aufgekommen, Hildebrands Ehefrau habe Banktransaktionen getätigt, die von der Eurokurs-Intervention der SNB (SNBN 1089 2.06%) positiv beeinflusst wurden. Der Bundesrat überprüfte – auf Vorschlag Hildebrands – die Insider-Vorwürfe. Sie liessen sich nicht erhärten. (ami/sda)
Erstellt: 02.01.2012, 17:03 Uhr
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154 Kommentare
christoph blocher und cristian constantin sind die zwei grossen verlierer der letzten tage. sie haben extrem viel gemeinsam. beide sind ziemlich grössenwahnsinnig, denken sie müssten sich nicht an die gesetze halten, glauben mit geld alles regeln zu können, schauen nur für sich selber und schaden dadurch der schweiz.
wann endlich schaltet sich die justiz hier ein?
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