Schweiz

Die Schweiz bleibt Cheftüftlerin

Aktualisiert am 09.02.2012 36 Kommentare

Was Innovation und Forschung betrifft, bleibt die Schweiz europaweit top. Die EU-Länder sehen sich in Zugzwang. Denn: Die Staaten, die am wenigsten Innovation betreiben, stecken am tiefsten in der Krise.

Im Bereich Innovation ist die Schweiz top: Bundesrätin Doris Leuthard nimmt an einem Experiment teil an der Innovationskonferenz in Basel. (6. November 2008)

Im Bereich Innovation ist die Schweiz top: Bundesrätin Doris Leuthard nimmt an einem Experiment teil an der Innovationskonferenz in Basel. (6. November 2008)
Bild: Keystone

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Die Schweiz übertrumpfe die 27 EU-Länder sowie weitere europäische Staaten «fortlaufend» und bleibe führend in Sachen Innovation, heisst es im Bericht der EU-Kommission. Bei der Vorstellung des Innovation Union Scoreboard (IUS) in Brüssel hielten EU-Experten fest, dass es in der Innovation kein Patentrezept gebe.

Viele Faktoren spielten eine Rolle. Generell könne aber bei der Schweiz festgestellt werden, dass sie überall dort vorwärts gemacht habe, wo sie vorher etwas weniger gut war. Bei dieser gezielten Förderung bestimmter Teile der Wirtschaft oder Forschung gibt es laut den Kommissionsexperten in vielen EU-Ländern noch Nachholbedarf.

Stärken der Schweiz

Das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) sieht eine «besondere Stärke der Schweiz im Bereich der internationalen Patentanmeldungen und im Verkauf neuer Produkte». Hier habe die Schweiz ihre Position sogar noch ausgebaut, schreibt das BBT in einem Communiqué von heute.

Zudem rage die Schweiz im europäischen Vergleich weiterhin mit ihrem Anteil der Beschäftigten in wissensintensiven Aktivitäten heraus. Sie weist aber auch einen hohen Exportanteil von mittel- und hochtechnologischen Gütern aus.

Das BBT hält weiter fest, dass sich die Schweiz erneut deutlich als Wirtschaftsnation des spezialisierten Wissens und der hoch ausgebildeten Fachkräfte profiliere. Innovation sei eine massgebende Quelle von Wirtschaftswachstum.

Innovation und Forschung

Für die EU-Länder heisst es deshalb aufholen. «Die diesjährigen Ergebnisse sind ein deutliches Warnsignal dafür, dass wir mehr Anstrengungen zur Förderung der Innovation unternehmen müssen», erklärte EU-Industriekommissar Antonio Tajani vor den Medien.

Für seine Kollegin Maire Geoghegan-Quinn, EU-Kommissarin für Innovation und Forschung, ist die Innovation «das Herz der EU-Wirtschaftspolitik und ein Ausweg aus der Krise». Die Länder, die am wenigsten Innovation betrieben hätten, litten nun auch am meisten unter der Krise, sagte sie.

Innovation starte mit einer exzellenten Forschung. «Wir brauchen dringend einen europäischen Forschungsraum, mit dem ein stärkerer Wettbewerb angeregt und Spitzenleistungen erbracht werden können», sagte die irische Kommissarin weiter.

Investitionen nötig

Im März 2011 hatten sich die EU-Staats- und Regierungschefs auf einen Pakt zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit geeinigt. Als Ziele nannten sie damals auch Investitionen in Bildung, Forschung und Innovation.

Unter anderem sollen die 27 EU-Staaten drei Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) in die Forschung und Innovation investieren. Wie Tajani am Dienstag erklärte, erreichten nur gerade Dänemark, Finnland und Schweden dieses Ziel. Der EU-Durchschnitt lag bei zwei Prozent. (kle/sda)

Erstellt: 08.02.2012, 09:50 Uhr

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36 Kommentare

Dietrich Michael Weidmann

07.02.2012, 23:45 Uhr
Melden 130 Empfehlung

Das ist zwar schön aus Sicht der Schweiz und wir dürfen darauf hier auch ein bisschen stolz sein. Aber nur ja nicht nachlassen! Unsere Innovationsfähigkeit ist fast das einzige, was wir hier in der Schweiz als Rohstoff zu bieten haben. Wir können uns daher niemals zurücklehnen und müssen weiter und noch mehr in die Bildung investieren! Antworten


Emil Roduner

08.02.2012, 06:37 Uhr
Melden 82 Empfehlung

Dies obwohl wir in der Bevölkerung einen deutlich kleineren Anteil an Leuten mit einer Matura oder einem Hochschulabschluss haben als viele EU-Länder. Bildung ist wichtig, aber die hervorragende Berufsbildung gehört da dazu. Unserem Bildungssystem müssen wir Sorge tragen.
Einen weiteren Vorteil sehe ich im unkomplizierten, pragmatischen, nicht übertrieben gewerkschaftlichen Denken in der Schweiz.
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