Gebt jedem Klub seinen Fan-Zug!
Von René Staubli. Aktualisiert am 21.06.2011 5 Kommentare
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Die SBB und das Bundesamt für Verkehr (BAV) wollen härter gegen gewalttätige Fussballfans in Zügen vorgehen, weil sie die Waggons verwüsten, was hohe Kosten verursacht. Das BAV erwägt gar, den Fans den Transport zu verweigern oder zumindest ein Alkohol- und Glasflaschenverbot zu erlassen. Es geht also wieder einmal um die Bekämpfung der Symptome.
Originell ist das nicht. Vielleicht sollten die Verantwortlichen ganz neue Wege beschreiten und sich umsehen, wie andere mit dem Problem des Vandalismus umgehen.Die Strafanstalt Pöschwies verfügt über undemolierbare Arrestzellen. Das Bett und das Lavabo bestehen aus Beton, die WC-Schüssel aus Chromstahl. Sie ist fest im Boden verankert. Hier gibt es nichts zu demolieren.Die Swisscom verwendet in ihren öffentlichen Sprechkabinen metallene Gehäuse und Hörerkabel. Die Sprechapparate sind derart befestigt, dass niemand sie herunterreissen kann. Telefonbücher gibt es keine mehr. Sie wurden dauernd gefleddert.
Sinnstiftendes Projekt
Die Berliner U-Bahn hat laut einem Sprecher die Waggonfenster mit Folie beklebt; da macht es keinen Sinn mehr, die Scheiben zu zerkratzen. Die Sitzbänke aus Plastik oder Holz sind nahezu unzerstörbar.Auch die Zürcher Juweliere haben sich etwas einfallen lassen. Sie schützen ihre Schaufenster seit längerem erfolgreich gegen die Rammbockräuber – mit Panzerglas, Alarmanlagen und Pollern.Die Lösung des Fussballvandalen-Problems besteht aus einem handfesten und einem kreativen Teil. Zunächst müssen die SBB die Fan-Züge umrüsten: keine Polster mehr, sondern fest verschraubte Bänke aus Metall. Mit Folie beschichtetes, bruchsicheres Glas. Dazu in den Boden eingelassene Chromstahl-Toiletten.Dann sollten sie jedem Klub einmalig und gratis einen Fan-Zug abgeben. Er würde auf dem Bahnhof der betreffenden Stadt abgestellt. Die Fans sind selber verantwortlich für die Reinigung und Pflege.
Sie haben das Recht, ihren Fan-Zug in eine fahrende Choreografie zu verwandeln, ihn also zu bemalen und bei Bedarf auch inwendig zu dekorieren. Unter der Woche kann er ihnen als Treffpunkt und Klublokal dienen. Die SBB übernehmen nur noch die technische Wartung und stellen die Lokomotive. Die Fahrt ist für die Fans gratis.Das wäre ein sinnstiftendes Projekt. Plötzlich würden die Hardcore-Klubanhänger ihren Fan-Zug selber besitzen. Es würde sich ein gesunder Mechanismus der Selbstkontrolle entwickeln. Die Fans wären daran interessiert, ihren Zug in Schuss zu halten. Vielleicht wären sie sogar stolz auf ihn.So würden die Fan-Züge vom Ärgernis zum Kultobjekt. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 20.06.2011, 21:27 Uhr
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5 Kommentare
Die Idee ist gut, hat aber ein paar Pferdefüsse.
1. Der Fussballverband oder die Klubs sollen die Züge bezahlen, die machen ja das Geld.
2. Die Chaoten reisen weiter mit anderen Zügen, die Clubs können sich dann nur rausreden.
3. Billiger für die Allgemeinheit wäre es, beim nächsten grösseren Ereignis, eine Fussballsaison als Moratorium die Stadien dicht zu machen, egal welche Liga
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Schweiz
Familie, Beruf und Studium
Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.
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