Gegner der Rentensenkung liegen deutlich vorn

Die Gewerkschaften haben die Resultate einer Umfrage über den Mindestumwandlungssatz in der zweiten Säule veröffentlicht. Bundesrat, Parlament und Wirtschaftsverbände dürften alarmiert sein.

Kampf dem «Rentenklau»: SP-Nationalrat und Gewerkschaftschef Paul Rechsteiner.

Kampf dem «Rentenklau»: SP-Nationalrat und Gewerkschaftschef Paul Rechsteiner.
Bild: Keystone

Die Gegner einer Senkung des Mindestumwandlungssatzes in der zweiten Säule liegen gemäss einer von den Gewerkschaften im Hinblick auf die Abstimmung vom 7. März in Auftrag gegebenen Umfrage derzeit deutlich voraus. Wenn am vergangenen Sonntag abgestimmt worden wäre, so hätten 40 Prozent der Befragten zur Senkung des Umwandlungssatzes Nein gesagt, teilten die Gewerkschaften am Donnerstag mit. Lediglich zwölf Prozent hätten der Vorlage von Bundesrat und Parlament zugestimmt. 39 Prozent der befragten Stimmberechtigten hätten sich noch nicht entschieden. Die Senkung des Mindestzinssatzes sei in der Umfrage von den Sympathisanten aller Parteien deutlich abgelehnt worden.

Die repräsentative Befragung des Meinungsforschungsinstituts Demoscope wurde bei 1002 Stimmberechtigten im Auftrag des schweizerischen Gewerkschaftsbundes und der Gewerkschaft Unia vom vergangenen 25. Januar bis 1. Februar durchgeführt. Die Messgenauigkeit wird mit plus/minus 3,1 Prozent angegeben.

Generationenkomitee gegen tieferen Umwandlungssatz

In Bern haben am Donnerstag linke Jugend- und Rentnerorganisationen Stellung gegen die Senkung des BVG-Umwandlungssatz bezogen. Das Komitee «Jung und Alt gegen Rentenklau» wirft den Befürwortern der Vorlage vor, die Generationensolidarität zu beerdigen. Den Bürgerlichen gehe es nicht darum, die Generationensolidarität neu zu gestalten, sagte Juso-Präsident Cédric Wermuth vor den Medien. Die Befürworter hätten sich von den Versicherern einspannen lassen. Diese wollten einzig ihre Renditen und Boni sichern.

Die Befürworter des tieferen Umwandlungssatzes argumentieren, dass die Renten ohne die Senkung des Umwandlungssatzes mittelfristig nicht mehr gesichert seien und die Pensionkassen so in Unterdeckung gerieten. Diese Löcher müssten dann die Jungen bezahlen, da Rentenkürzungen in der Schweiz keine Chance hätten. (vin/ddp/sda)

Erstellt: 07.03.2010, 09:42 Uhr

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