Gentech-Raps in Lugano entdeckt
Aktualisiert am 16.12.2011 50 Kommentare
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Die Freisetzung von genmanipuliertem Raps ist in der Schweiz verboten. Dennoch hat das Bundesamt für Umwelt (Bafu) solche Pflanzen gefunden, wie das Amt heute einen für den Abend angekündigten Bericht der Sendung «10 vor 10» des Schweizer Fernsehens bestätigte.
Entdeckt wurde der illegale Raps im Rahmen eines neuen Monitoringsystems des Bafu. Dieses soll ermöglichen, die Existenz von gentechnisch veränderten Pflanzen in der Umwelt frühzeitig zu erkennen.
Auch bei Uni-Labors gefunden
Ausser in Lugano seien Spuren von gentechnisch veränderten Pflanzen auch ausserhalb der Laboratorien der Universitäten Basel, Lausanne und Zürich nachgewiesen worden, informierte das Bafu.
Labors und Transportwege gelten als mögliche Quellen für die Verbreitung von gentechnisch veränderten Pflanzen und würden gemäss Bafu im Monitoring intensiv beobachtet. Nach heutigem Wissensstand sei durch die festgestellten Pflanzen, die sofort entfernt wurden, kein Schaden an Gesundheit, Umwelt oder Infrastruktur entstanden.
Kritik von Umweltgruppen
Die Umweltorganisationen Greenpeace und StopOGM.CH forderten in einem Communiqué, dass das Bafu rigorose Massnahmen umsetzen müsse, um eine weitere Verunreinigung zu stoppen. Unter anderem müssten die aktuellen Grenzwerte angepasst werden. Gerade Raps verbreite sich schnell, und seine Samen könnten noch nach Jahren keimen.
Die Schweizerische Arbeitsgruppe Gentechnologie (SAG) nannte die festgestellten Pflanzen ein «Alarmsignal». Sie forderte, die Sicherheitsmassnahmen bei Laboratorien betreffend Austrittspfade von gentechnisch veränderten Pflanzen und Saatgut neu zu evaluieren.
Freisetzen nur mit Bewilligung
Noch bis Ende November 2013 gilt in der Schweiz ein Moratorium für den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen. Das heisst, dass solche Pflanzen nur versuchsweise und mit Bewilligung freigesetzt oder angebaut werden dürfen. Auch der Austritt von gentechnisch veränderten Pflanzen aus Laboratorien oder Gewächshäusern ist möglichst zu minimieren. Es muss insbesondere verhindert werden, dass sich gentechnisch veränderte mit unveränderten Pflanzen kreuzen.
Das Monitoring wird durch das Kantonale Laboratorium Basel-Stadt und andere Auftragnehmer durchgeführt. Proben werden systematisch erhoben und ausgewertet. Die Resultate sollen verlässliche Aussagen über die Verbreitung und Dichte von gentechnisch verändertem Ackerschmalwand, eine in der Forschung verwendete Pflanze, zulassen.
Proben ausserhalb des Labors entdeckt
Beim Aufbau des Monitoringsystems wurden im Jahr 2011 Proben von Ackerschmalwand bei Laboratorien der Universitäten Zürich, Basel, Lausanne und Freiburg genommen und analysiert. Diese Universitäten nahmen freiwillig an den Untersuchungen teil. Dabei wurden in Basel, Lausanne und Zürich einzelne gentechnisch veränderte Pflanzen ausserhalb von Labors nachgewiesen. Die betroffenen Laboratorien wurden gemäss Bafu informiert und aufgefordert, alle möglichen Austrittswege zu analysieren und zusätzliche Sicherheitsmassnahmen zu evaluieren.
Ein weiteres Projekt im Rahmen des Monitorings dient der langfristigen Überwachung von gentechnisch veränderten Pflanzen entlang von Transportwegen. Bei einer der Untersuchungen wurden beim Bahnhof Lugano gentechnisch veränderte Rapspflanzen gefunden. Der Kanton Tessin habe die Pflanzen gemäss der Freisetzungsverordnung entfernt und wird analysieren, woher sie stammen. (rub/sda)
Erstellt: 16.12.2011, 20:10 Uhr
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50 Kommentare
Statt die betroffenen Laboratorien aufzufordern, die Austrittwege zu überprüfen, sollte vielmehr rigoros eingeschritten werden: passiert es nochmal, wir die Forschungarbeit beendet, die Gelder gestrichen und alle Pflanzen vernichtet. Basta! Es geht doch nicht, dass die Flora mit diesem Irrsinn verseucht wird. Die SAG hat vollkommen recht. Antworten
Gentech. manipuliertes Saatgut hat leider nur einen Zweck zu erfüllen, dem Inhaber sed Patentes eine unmenge von Geld einzuspielen, wie es z.B. beimMais der Fall ist. Der Saatguthandel mit patentiertem Saatgut ist ein Milliardengeschäft und der Käufer unterliegt einem Lizenz-Knebelvertrag. (Quelle - Dokumentarfilm "Food Inc.") Antworten
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