Schweiz

«Gewaltig, was dieses Jahr abgelaufen ist»

Aktualisiert am 28.10.2009

Die Bürgerlich-Demokratische Partei der Schweiz (BDP) feiert am Samstag in Chur ihren ersten Geburtstag. Parteipräsident Hans Grunder sieht die BDP auf der Erfolgsspur.

«Gutbürgerliche, wertkonservative Leute»: Hans Grunder.

«Gutbürgerliche, wertkonservative Leute»: Hans Grunder.
Bild: Keystone

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«Es ist gewaltig, was in diesem Jahr abgelaufen ist», sagte der Berner Nationalrat im Gespräch mit der Nachrichtenagentur SDA. Gab Hans Grunder bei der Gründung der BDP vor einem Jahr in Glarus die Mitgliederzahl mit 3000 an, spricht er nun von 5500 bis 6000 Parteimitgliedern. Die BDP sei damit fast gleichauf mit den Grünen.

Zehn Kantonalparteien sind entstanden, hauptsächlich in der deutschen Schweiz. Im westlichen Landesteil gibt es eine BDP Wallis, in den Kantonen Fribourg und Waadt sind Parteigründungen in Vorbereitung. Noch nicht Fuss gefasst hat die BDP im Tessin. Wachstumspotenzial sieht Grunder in den Kantonen Zürich, Aargau und Thurgau.

Zehn Nationalratssitze

In den drei «Ur-BDP-Kantonen» Bern, Graubünden, Glarus sowie im Aargau ist die Partei in den kantonalen Parlamenten vertreten. Im Kanton Bern erreicht die BDP laut Grunder bei den Gemeindewahlen regelmässig einen Wähleranteil zwischen 18 bis 20 Prozent.

Ehrgeizig sind die Ziele des 53-jährigen Parteichefs im Hinblick auf die nationalen Wahlen im Jahr 2011. Die BDP will im Nationalrat ihre Sitzzahl auf zehn verdoppeln. Auch im Ständerat, wo der Berner Werner Luginbühl als einziger BDP-Vertreter sitzt, hat der Parteipräsident Mandate im Visier. Graubünden ist ein Kanton, in dem sich Grunder einen Erfolg erhofft.

Nicht mehr nur «nette SVPler»

«BDPler» sind in der Definition des Emmentaler Unternehmers nicht einfach «nette SVPler». Diesen Ruf hätten Parteimitglieder nach der Abspaltung von der SVP gehabt. Unterdessen gebe es offensichtliche inhaltliche Unterschiede zur Volkspartei. Grunder erwähnt die Umweltpolitik, die Energiepolitik, in aussenpolitischen Fragen sei die BDP «sowieso aufgeschlossener» als die SVP. Und er bezeichnet BDP als «verlässlichen Partner» für die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU).

Logischerweise seien viele Mitglieder früher in der SVP gewesen. Vermehrt träten der BDP nun aber Leute bei, die noch nie in einer Partei gewesen seien: «Gutbürgerliche, wertkonservative Leute», sagt Grunder. Er «schliesst kategorisch aus», dass SVP und BDP eines Tages wieder zusammenfinden. «Wir haben eine Marktlücke in der Mitte geschlossen», so der Emmentaler. Mit der FDP und der CVP will er zusammenarbeiten, aber nicht fusionieren. Die Herkunft der Parteien und ihre Geschichte seien zu unterschiedlich. Auch im Bundeshaus sollen die BDP- Parlamentarier weiterhin in der eigenen Fraktion politisieren.

Zuversichtlich für Widmer-Schlumpfs Wiederwahl

Grunder gibt sich zuversichtlich, dass sich Eveline Widmer- Schlumpf als BDP-Mitglied im Bundesrat hält. Ihre Wiederwahl Ende 2011 werde aber ein «anspruchsvoller Lauf». Jene, welche die Bündnerin vor zwei Jahren gewählt hätten, müssten vor der Erneuerungswahl «zwei Mal in den Spiegel schauen», sagt der BDP-Präsident.

Eveline Widmer-Schlumpf sei eine super Bundesrätin ohne Angriffsfläche und mache keine Fehler. Werde ihr die Wiederwahl verweigert, sei klar, dass sie missbraucht worden sei, um Christoph Blocher aus dem Bundesrat zu werfen. «Die Konkordanz wird erst wieder hergestellt, wenn Eveline Widmer-Schlumpf einmal nicht mehr Bundesrätin ist», so Grunder. (vin/sda)

Erstellt: 28.10.2009, 10:33 Uhr

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