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«Gezielte Impfungen können Krebs verhindern»

Noch sind die Schweizer zurückhaltend mit Impfungen gegen Krebs. Ursula Zybach von der Krebsliga sagt im Interview mit Tagesanzeiger.ch/Newsnet gegen welche Krebsarten man sich impfen lassen kann.

«Es ist sinnvoll, wenn sie sich junge Frauen vor dem ersten Geschlechtsverkehr impfen lassen»: Ein Arzt macht eine HP-Viren-Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs.

«Es ist sinnvoll, wenn sie sich junge Frauen vor dem ersten Geschlechtsverkehr impfen lassen»: Ein Arzt macht eine HP-Viren-Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs.
Bild: Keystone

«Frauen, die sich gegen HP-Viren impfen lassen, bekommen viel seltener Gebärmutterhalskrebs»: Ursula Zybach ist Bereichsleiterin Prävention bei der Krebsliga.

«Frauen, die sich gegen HP-Viren impfen lassen, bekommen viel seltener Gebärmutterhalskrebs»: Ursula Zybach ist Bereichsleiterin Prävention bei der Krebsliga.

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Infektionen und Krebs

Weltkrebstag 4. Februar 2010
Der diesjährige Schwerpunkt der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der International Union against Cancer (UICC) ist dem Einfluss Krebs auslösender Viren gewidmet. Der Weltkrebstag findet am 4. Februrar statt.

Dritthäufigste Todesursache
Weltweit ist Gebärmutterhalskrebs bei Frauen die dritthäufigste Todesursache. In der Schweiz gehen wir davon aus, dass 230 Frauen an Gebärmutterhalskrebs erkranken und 90 daran sterben. Bei 5000 Frauen stellt man jährlich im Krebsabstrich eine Vorstufe fest, die man jedoch behandeln kann.

Frau Zybach, laut Experten können einzelne Krebsarten mit Impfungen verhindert werden, welche sind das?
Es ist bekannt, dass bestimmte Viren Krebs auslösen können. Weniger bekannt ist, dass durch gezielte Impfungen Gebärmutterhalskrebs und Leberkrebs verhindert werden können. Eine Hepatitis B und C Impfung beispielsweise führt zur Vermeidung des Leberzellkarzinoms.

Und mit welcher Impfung kann man Gebärmutterhalskrebs vorbeugen?
Das Risiko von Frauen, mit fortschreitendem Alter an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, kann durch eine Impfung gegen humane Papillomaviren (HPV) des Typs 16 und 18 reduziert werden. Diese Viren sind für mehr als 70 Prozent der Gebärmutterhalskrebsdiagnosen verantwortlich. Durch die Impfung werden Antikörper gebildet und es kann keine Infektion mit diesen HP-Viren entstehen.

Wie sicher ist die Impfung?
Mit der Impfung verhindert man einen grossen Teil der HP-Viren, aber nicht alle. Deshalb ist es wichtig, dass der Krebsabstrich trotzdem gemacht wird.

In welchem Alter sollte die Impfung durchgeführt werden?
Mit HP-Viren können sich Frauen und Männer infizieren. Die Übertragung erfolgt meist durch sexuellen Kontakt. Man kann sich also auch mit einem Kondom gegen das Virus schützen. Nur bei Frauen kann aber das Virus zu Krebs führen. Das heisst, es ist sinnvoll, wenn sie sich vor dem ersten Geschlechtsverkehr impfen lassen, da sie nur bei nicht angesteckten Frauen wirkt.

Dieses Wochenende hat der schulärztliche Dienst der Stadt Thun eine unentgeltliche Impfung eingeführt, wie sieht es in anderen Kantonen aus?
Es ist in der ganzen Schweiz möglich, eine solche Impfung durchzuführen. Die Kosten werden von den Krankenkassen im Rahmen von kantonalen Impfprogrammen übernommen.

Wie viel kostet eine Impfung?
Rund 500 Franken.

In der Schweiz gibt es den Impfstoff bereits seit acht Jahren, die Einführung ist aber mit grosser Zurückhaltung erfolgt, warum das?
Für viele ist es noch unverständlich, dass Krebs mittels einer Impfung vorgebeugt werden kann, zudem sollten noch weitere Studien über Nebenwirkungen und über Langzeitwirkungen der Impfung durchgeführt werden.

Wie viele Mädchen impfen sich heute in der Schweiz?
Diese Zahl ist leider nicht bekannt.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 02.02.2010, 11:20 Uhr

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