Giardino-Präsident sorgt für Eklat bei Wehrpflicht-Befürwortern

Hermann Suter, Präsident von Giardino soll in einem Interview von der Erschiessung aller Bundesräte gesprochen haben. Suter bestreitet dies. Der Verein für eine sichere Schweiz will Giardino nun ausschliessen.

Entschuldigte sich bei Ueli Maurer brieflich für seinen Äusserungen: Hermann Suter, hier zu Gast im «Club» von SRF. (Bild: Screenshot Club)

Entschuldigte sich bei Ueli Maurer brieflich für seinen Äusserungen: Hermann Suter, hier zu Gast im «Club» von SRF. (Bild: Screenshot Club)

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Alle Bundesräte erschiessen - mit Ausnahme von Ueli Maurer. Mit dieser Aussage gegenüber der «Wochenzeitung» hat Giardino-Präsident Hermann Suter für einen Eklat bei den Gegnern der GSoA-Initiative zur Abschaffung der Wehrpflicht gesorgt.

Zwar ist umstritten, was genau Suter letztes Wochenende beim «Convoy to Remember» in Birmensdorf ZH gesagt hat. Auf einem Tondokument, das die «WOZ» auf ihrer Website aufgeschaltet hat, ist zu hören: «Mit Ausnahme von Maurer sollte man die alle (dann folgt ein unverständliches Wort) verschiessen. Ich stehe zu dem.»

Die armeefreundliche Gruppe Giardino ihrerseits hält in einer Stellungnahme fest, tatsächlich es heisse «mit Ausnahme von Maurer sollte man die alle mit heissem Käse verschiessen. Dabei handle es sich um eine in der Innerschweiz am Stammtisch gebräuchliche Redewendung, die Suter «bei einem kühlen Bier im Festzelt» gebraucht haben will - analog zur Wendung «ins Pfefferland wünschen».

Entschuldigung beim Bundespräsidenten

Was er auch sagte, Suter hat sich mit seiner Äusserung in eine unangenehme Lage gebracht. In einem Brief an Bundespräsident Ueli Maurer hat er sich inzwischen schriftlich entschuldigt. «Ich bitte das ganze Team für diese abwegige Äusserung in aller Form um Entschuldigung», heisst es laut Maurers Sprecher Peter Minder in dem Schreiben.

Zu der Affäre wollte sich Minder gegenüber der sda nicht weiter äussern. «Aufgrund der Heftigkeit der Aussage gehen wir aber davon aus, dass die Gruppe Giardino das intern sehr kritisch untersucht», sagte Minder am Freitag.

Ausschluss gefordert

Mit seiner Äusserung hat Suter auch die Kampagne gegen die GSoA-Initiative zur Aufhebung der Wehrpflicht in ein schiefes Licht gebracht. Die Gruppe Giardino ist nämlich Mitglied des Vereins für eine sichere Schweiz, der sich gegen die Initiative engagiert.

Vereinspräsident Jakob Büchler distanzierte sich auf Anfrage in aller Deutlichkeit von der Aussage Suters. «Man kann in der Schweiz in politischen Fragen unterschiedlicher Auffassung sein. Aber das ist aus der untersten Schublade, das geht nicht», sagte der St. Galler CVP-Nationalrat.

Er bestätigte zudem Informationen von nzz.ch vom Freitag, wonach er Giardino aus dem Verein für eine sichere Schweiz ausschliessen lassen will. Er werden der Mitgliederversammlung einen entsprechenden Antrag stellen, sagte Büchler. (kpn/sda)

Erstellt: 16.08.2013, 17:53 Uhr

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