«Glaube an den Staat verloren»
Von Hugo Stamm. Aktualisiert am 17.11.2009
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Wie war für Sie die Reise zum Prozess?
Die ganze letzte Woche war schon aufwühlend. Nun kommt der ganze Schmerz wieder hoch. Es ist ein Horror.
Wie hat der Militärunfall Ihr Leben verändert?
Es ist kein Leben mehr. Auch heute noch ist es für mich nicht lebenswert. Der Prozess ist eine Farce. Ich habe den Glauben an den Staat verloren.
Hatten Sie Kontakt mit den andern Eltern, die ebenfalls einen Sohn verloren haben?
Wir haben uns immer wieder getroffen. Es war ein Bedürfnis. Nur Betroffene können nachempfinden, was man durchmacht. Die Solidarität war wichtig. Die Treffen waren aber auch belastend. Ich begegnete dem eigenen Schmerz mal sechs.
Was erwarten Sie vom Prozess in Chur?
Ich erwarte nicht viel. Die Untersuchung war schlampig, die Militärjustiz ist nicht unabhängig, sondern befangen. Ich fordere eine unbedingte Gefängnisstrafe.
Würde Ihnen eine deutliche Verurteilung helfen?
Es wäre ein wenig Gerechtigkeit den Opfern gegenüber. Doch auch eine harte Strafe würde meinen Sohn nicht mehr zurückbringen.
(Tages-Anzeiger)
Erstellt: 17.11.2009, 10:28 Uhr
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