Goldfranken soll den Franken ergänzen

Ein Verein will in der Schweiz eine zweite Währung etablieren – einen Münzsatz mit Goldgehalt. Die Initianten bereiten eine Volksinitiative vor, wollen aber nicht der Gold-Initiative der SVP in die Quere kommen.

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In der Schweiz propagiert der Verein Goldfranken die Idee, neben dem Franken eine zweite Goldmünzwährung zu schaffen. Der Münzsatz mit Goldgehalt soll es Sparern mit kleinem Budget ermöglichen, Geld anzulegen und in Krisenzeiten den Frankenkurs zu stabilisieren.

Der Verein bereitet eine entsprechende Volksinitiative vor, lanciert sie aber noch nicht, wie er heute in Bern mitteilte. Er stützt sich auf eine Parlamentarische Initiative aus der SVP-Fraktion für die Prägung von für «jedermann erschwinglichen» Goldmünzen.

Die Wirtschaftskommission (WAK) des Nationalrates lehnte die Initiative im Mai ab. Die Mehrheit war der Ansicht, dass Kleinsparer genügend Möglichkeiten hätten, Gold zu erwerben. Nach Angaben des Vereins soll die Initiative im Herbst im Parlament beraten werden.

Kaufkraft vom Gold-Marktpreis abhängig

Die Kaufkraft des Goldmünz-Satzes soll nach den Vorstellungen des Vereins vom Marktpreis des Goldes abhängen. Die Münzen – der Name wäre noch festzulegen – sollen eine offizielle Ergänzungswährung zum Franken sein und denselben Handels- und Steuergesetzen unterliegen.

Private sollen die Münzen in Lizenz und unter dem wachsamen Auge des Bundes herstellen. Die Goldreserven der Nationalbank sollen vollständig in deren Kontrolle bleiben, ebenso der Schweizer Franken. Die Münzen sollen 0,1 bis 1 Gramm Gold enthalten. Eine 0,1- Gramm-Münze hätte derzeit einen Wert von rund 5 Franken.

Unterstützt wird der Verein von den Finanzmarktexperten Martin Janssen, Peter Bernholz und Hans Geiger. Mit Blick auf die Volksinitiative will er ein «politisch ausgewogenes Komitee» präsentieren, wie er schrieb. Das Recht, Gold zu kaufen, zu besitzen und zu verkaufen gehöre in die Verfassung.

Gold-Initiative nicht gefährden

Der Verein wartet mit der Lancierung auch deshalb zu, weil er die Volksinitiative «Rettet unser Schweizer Gold (Gold-Initiative)» der SVP nicht gefährden will. Beim Sammeln der Unterschriften könne das Wort «Gold» Verwirrung stiften, hält er fest. Die Initiativen seien voneinander unabhängig.

Die Gold-Initiative verlangt, dass die Nationalbank keine Goldreserven mehr verkauft, die Reserven in der Schweiz gelagert werden und die Nationalbank mindestens 20 Prozent ihrer Aktiven in Gold hält. (rbi/sda)

Erstellt: 13.06.2012, 16:35 Uhr

Der Verein Goldfranken will die Nationalbank nicht konkurrenzieren: Gold im Tresor der SNB. (21. Februar 2001) (Bild: Keystone )

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