Schweiz
«Hätte ich eine Atombombe, würde ich die Schweiz ausradieren»
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Präzisierung
Entgegen einer ersten missverständlichen Version dieses Artikels ist das bedrohliche Zitat gegen die Schweiz nicht Staatsoberhaupt Moammar al-Qadhafi, sondern seinem 2008 in Genf verhafteten Sohn Hannibal zuzuschreiben.
«Die Schweiz muss zerschlagen und auf ihre Nachbarländer aufgeteilt werden»: So äusserte sich Libyens Staatschef Moammar al-Qadhafi im Juli am G-8-Gipfel.
Der libysche Alleinherrscher ist noch immer wütend auf die Schweiz, nachdem sein Sohn Hannibal in Genf vor mehr als einem Jahr – nicht gerade mit Samthandschuhen – verhaftet wurde. Der Vorfall hatte eine ganze Reihe von Schikanen für die Schweiz zur Folge: Qadhafi zog all sein Geld von Schweizer Banken ab und kappte die Ölzufuhr. Noch immer hält er zwei Schweizer in Tripolis fest.
Und Moammar al-Qadhafi macht keine Anstalten, der Eidgenossenschaft zu vergeben: Das Ende von «Hannibals Krieg», wie die Affäre in Diplomatenkreisen auch genannt wird, ist in weiter Ferne.
«Ich würde die Schweiz von der Landkarte fegen»
Wie die britische «Sunday Times» nun schreibt, soll sich Hannibal Qadhafi sogar noch ausfälliger über die Schweiz ausgelassen haben. «Wenn ich eine Atombombe hätte, würde ich die Schweiz von der Landkarte fegen», habe er vor arabischen Diplomaten in Tripolis gesagt.
Gemäss der Zeitung, die sich auf eine Augenzeugin aus Kreisen des Qadhafi-Clans beruft, habe Vater Qadhafi von seiner Tochter Aisha vom Vorfall in Genf erfahren. Sie habe ihm erzählt, Hannibal und seine Frau Aline seien von der Genfer Polizei «wie Terroristen» behandelt worden. Man habe sie in einem Gefängnis gefangen gehalten, «schlimmer als Abu Ghraib».
«Unsere Ehre muss bewahrt werden», soll Qadhafi darauf seiner Tochter gesagt haben. Ein Glück, gab er bereits 2003 seine Atomwaffen-Pläne offiziell auf. (reh)
Erstellt: 17.08.2009, 13:16 Uhr
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