Hightech kann Velodieben das Handwerk legen
Von Daniel Friedli. Aktualisiert am 09.03.2011 16 Kommentare
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Die Hunde haben schon lange einen, die Pferde seit diesem Jahr ebenfalls, und als Nächstes sollen nun die Stahlrösser einen erhalten – einen Mikrochip, mit dem sie, einmal vom richtigen Weg abgekommen, wieder dem rechtmässigen Besitzer zugeführt werden können. Dies jedenfalls schwebt Pro Velo vor, dem Dachverband der Velofahrer. Dessen Präsident, der Freiburger SP-Nationalrat Jean-François Steiert, reicht morgen ein Postulat ein, mit dem er den Bundesrat auffordert, die Suche nach Velodieben und gestohlenen Fahrrädern mit modernen Registrierungssystemen zu erleichtern. Dabei denkt Steiert auch an Suchhilfen wie Mikrochips oder GPS-Sender, wie er gestern erläuterte.
50'000 gestohlene Velos
Mit diesem Vorstoss will der oberste Velofahrer bremsen, was er als die am lässlichsten geahndete Straftat in der Schweiz bezeichnet: den grassierenden Velodiebstahl. Jahr für Jahr werden in der Schweiz knapp 50 000 Velos als gestohlen gemeldet, die Zahl der effektiv entwendeten Räder dürfte um einiges höher liegen.
Und ist das Velo einmal weg, besteht nur wenig Hoffnung auf ein Wiedersehen: Gemäss der polizeilichen Kriminalstatistik werden nur drei Prozent der Diebstähle aufgeklärt. Und auch bei diesen ist keineswegs sicher, dass sich die rechtmässigen Besitzer eruieren lassen. Der direkteste Weg dazu führt über die Rahmennummer, doch diese ist vielfach unlesbar – sofern die Besitzer sie überhaupt angeben können. Dazu kommt, dass mit der Abschaffung der Velovignette nächstes Jahr ein weiteres Identifikationsmerkmal wegfallen wird. «Das ist ein Schritt zurück», sagt Christoph Merkli, Geschäftsführer von Pro Velo.
Kein neues Register nötig
Die inoffizielle Gruppe der Velofans im Parlament ist deswegen schon einmal beim Bundesrat vorstellig geworden. CVP-Nationalrätin Ruth Humbel AG wollte letzten Sommer wissen, ob dem Veloklau nicht mit einem zentralen Fahrradregister etwas Einhalt geboten werden könnte. Die Regierung wollte davon indes nichts wissen. Die Fahndungsmöglichkeit über die Rahmennummer sei ausreichend, antwortete sie. Zusätzlicher staatlicher Aufwand sei nicht verhältnismässig.
Auch darum regt Steiert nun darüber hinaus den Weg über Mikrochips an, der ohne neues Register auskäme. In der passiven Variante funktioniert das System so, dass am oder im Velorahmen ein Chip montiert wird, auf dem die Daten des Besitzers gespeichert sind. Macht die Polizei eine Kontrolle, kann sie den Chip zum Beispiel mit einem Mobiltelefon lesen und weiss so, wem das Rad gehört. In der aktiven Variante enthält der Chip gar einen GPS-Sender, über den der Besitzer selber verfolgen kann, wo sich sein Velo befindet. Damit, so argumentiert Pro Velo, hätte das System auch eine abschreckende Wirkung auf potenzielle Velodiebe.
Lysser Firma plant Einführung
Bisher tönte das selbst in den Ohren der Velolobby nach Zukunftsmusik. Doch entsprechende Tests sind mittlerweile in mehreren Ländern absolviert. Und in der Schweiz steht mit der Firma Miaxcom aus Lyss zumindest ein Anbieter parat, der beide Varianten bald einführen will. Die Technologie funktioniere, sagt Firmenchef Donald Wuhrmann. Man verhandle derzeit mit grossen Velo-, Ski- und Sportartikelhändlern über die serienmässige Einführung.
Pro-Velo-Präsident Steiert fordert, dass sich der Bund von Anfang an einschaltet und allenfalls einheitlich Datenstandards setzt oder Systeme empfiehlt. Dabei ist nicht auszuschliessen, dass Steiert dereinst auch auf die Unterstützung der Versicherungen zählen kann. Sie müssen heute für viele Diebstähle bezahlen und halten, wie es gestern hiess, die Ideen für prüfenswert. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 09.03.2011, 15:32 Uhr
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16 Kommentare
Was es braucht ist eine zentrales (und bitte kein kantonales) Fahrradregister. Wie man zum Schluss kommen kann das: Fahndungsmöglichkeit über die Rahmennummer sei ausreichend, bei 3 % Aufklärung der Diebstähl,
dass hat die Regierung wohl nicht näher erläutert, oder?
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Richtig. Jeder Schritt in diese Richtung ist wichtig. Es handelt sich doch um eine Deliktsumme in Höhe von ca 40'000'000.- pro Jahr. Umgerechnet auf Autos wären das ca. 2000 Autodiebstähle pro Jahr! Man darf davon ausgehen, dass hier auch professionelle Organisationen mittun, welche Beschaffung, Veränderung und Verkauf der Räder arbeitsteilig durchführen. Antworten

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