Hightech-Spionage-Systeme bei der Uno in Genf entdeckt
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Elektriker führten laut dem Bericht in der «NZZ» im April 2006 Unterhaltsarbeiten im Palais des Nations durch. Und entdeckten verdächtige Drähte und schliesslich ein «ausgeklügeltes Abhörsystem». Ein solches sei bereits 2004 im Salon français gefunden worden. Experten schätzen, dass diese Installation um die 300'000 Franken kosten.
Der Sicherheitsdienst sei aufgeschreckt, auch durch die Tatsache, dass die aufwändigen Installationen auf eine interne Komplizenschaft schliessen würden. Laut dem Bericht wurde beschlossen, eine Spezialistengruppe zu schaffen und diese mit dem nötigen Ortungsmaterial auszustatten. Das Team findet 2007 erneut zwei Spionage-Systeme. Die Uno dementiert, so die «NZZ». Ein Diplomat dazu: «Dass Abhörgeräte installiert werden, ist an sich keine Überraschung. Was aber beunruhigt, ist, dass die Uno die Mitgliedstaaten nicht informiert und dieses Problem auf die leichte Schulter zu nehmen scheint.»
«Erfahrung mit gewagten Operationen»
Was aber wurde nun in den Sälen der Uno ausspioniert? Verschiedenes komme in Frage. Vermutet wird, dass die Abrüstungskonferenz abgehört wurde. Oder die Befragungen eines Gerichts zum tödlichen Attentat auf den libanesischen Staatschef Hariri oder die Diskussion im Vorfeld des Irak-Kriegs.
In den gefundenen Geräten seien Komponenten aus Frankreich, China und den USA enthalten, das sei eine klassische Methode, um die Herkunft zu verwischen. Von der «NZZ» befragte Experten sind der Ansicht, die Täterschaft stamme aus den USA, Frankreich, Grossbritannien, China, Russland oder Nordkorea.
Ein hochrangiger Nachrichtendienstler wird zitiert: «Wenn ich mein Vermögen auf ein Land setzen müsste, würde ich sagen: Israel. Das Land hat die nötige Technologie, Erfahrung mit gewagten Operationen und das politische Interesse.»
Und wie handelt die Schweiz? Ein «Kenner aus der Bundesverwaltung» sagt: «Die Schweiz ist auf dem Laufenden, will sich aber heraushalten.» (sam)
Erstellt: 26.11.2009, 08:57 Uhr
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