«Ich bin gegen jede Form von Vermummung»
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Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf befürwortet ein Burka-Verbot im öffentlichen Raum. Sie sei «gegen jede Art von Vermummung», das beinhalte auch die Burka, sagte die Justizministerin in einem Interview mit der Zeitung «Sonntag».
«Ich bin gegen jede Form von Vermummung. Ich möchte im öffentlichen Raum das Gesicht des Gegenübers sehen, nicht nur die Augenpartie», so Widmer-Schlumpf. Die persönliche Freiheit höre dort auf, wo die Freiheit eines anderen beeinträchtigt werde: «Die Freiheit einer Burka-Trägerin hört dort auf, wo sich andere dadurch bedrängt oder verunsichert fühlen», sagt Bundesrätin Widmer-Schlumpf weiter.
Auch bei Behördenkontakten müsse das Gesicht generell erkennbar sein. Für problematisch erachtet Widmer-Schlumpf zudem das Tragen eines Kopftuchs an den Schulen. Diese Frage müsse jetzt mit den Kantonen diskutiert werden. Es stehe aber bereits fest, dass bei Lehrerinnen an öffentlichen Schulen ein Kopftuch nicht zugelassen werde. Die Lehrperson müsse «konfessionell neutral» sein.
Kreuz als kulturelle Hauptidentität
Kein Problem sieht die Justizministerin bei christlichen Symbolen wie dem Kreuz: «In einer abendländisch-christlichen geprägten Kultur wie der unsrigen stört mich ein Kreuz in der Schule nicht», sagte Widmer-Schlumpf gegenüber «Sonntag».
Das Kreuz stelle keine religiöse Beeinflussung dar, sondern gehöre «zu unserer kulturellen Hauptidentität». Weiter will Bundesrätin Widmer-Schlumpf keine Sonderregelungen für muslimische Schüler beim Schwimmunterricht, bei der Teilnahme an Klassenlagern oder beim Aufklärungsunterricht für Mädchen.
Maurer gegen ein Verbot
Derweil lehnt SVP-Bundesrat Ueli Maurer ein Verbot ab. «In einem liberalen Staat muss man nicht mit Kleidervorschriften kommen», sagte Maurer in einem Interview mit dem «SonntagsBlick».
Nicht explizit für ein Burka-Verbot sprachen sich die Delegierten des Frauendachverbandes alliance F an ihrer Versammlung am Samstag in Bern aus - sie wollen jedoch «klare Regeln über die Verhüllung des Gesichts», wie es in einer Mitteilung hiess. Im öffentlichen Raum sollen Gesichter in jedem Fall erkennbar sein.
Erstellt: 09.05.2010, 10:10 Uhr
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