Schweiz

«Ich bin keine Verbündete von Ghadhafi»

Aktualisiert am 05.04.2010

Mit ihrer Rücktrittsforderung an Micheline Calmy-Rey wegen der Libyen-Krise sorgte Kathy Riklin für Kopfschütteln. Jetzt erklärt die CVP-Nationalrätin ihre Aussage.

Nimmt sich nicht aus der Schusslinie: CVP-Nationalrätin Kathy Riklin.

Nimmt sich nicht aus der Schusslinie: CVP-Nationalrätin Kathy Riklin.
Bild: Keystone

Selbst von CVP-Chef Christophe Darbellay wurde CVP-Nationalrätin Kathy Riklin für die Aussage vergangener Woche öffentlich abgekanzelt. «Diese Frau ist schlicht und einfach profilierungssüchtig!», sagte er gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Riklin hat zuvor mit ihrer Aussage Staub aufgewirbelt, wonach der Rücktritt von Calmy-Rey «für den Ghadhafi-Clan und für unser Land wahrscheinlich die beste Lösung» wäre.

Auch Calmy-Rey selbst reagierte gestern in einem Interview mit der «Mittelland Zeitung» ungehalten auf Riklins Forderung: «Es wäre der grösste Erfolg Libyens, wenn man uns Schweizer spalten kann. Frau Riklin macht sich zur Verbündeten der libyschen Behörden. Ich bedaure dies zutiefst».

«Als Lösungsansatz gemeint

Doch Riklin verteidigt in der Zeitung «Sonntag» ihre Aussage: «Ich bin keine Verbündete von Ghadhafi, aber auch keine Verbündete von Calmy-Rey.» In Libyen werde genau registriert, was in der Schweiz gesagt werde, und ihre Aussage sei ein Signal, «dass nicht das ganze Land hinter der Politik von Calmy-Rey steht».

Vielleicht werde das die libysche Seite etwas beruhigen und Ghadhafi von seinem Rachefeldzug gegen unser Land abbringen. «Die Rücktrittsforderung an Calmy-Rey war als Lösungsansatz gemeint. Ein Neustart im Libyen-Dossier ist dringend nötig, auch im Interesse des inhaftierten Max Göldi.»

«Isolation der Schweiz»

Der «Sonntag» hatte die Politikerin ausserdem mit dem Satz zitiert, Calmy-Rey habe «Wahnvorstellungen», wenn sie sie als Verbündete von Ghadhafi sehe. Davon distanziert sich Riklin: Dieses Zitat sei von ihr «nicht autorisiert» worden und sei «zudem inkorrekt».

Riklin wiederholt ihre Kritik an der Aussenministerin: Calmy-Reys Libyen-Politik verstärke «die Isolation der Schweiz in Europa» und «die Abneigung gegen muslimische Staaten in der Schweiz» weiter. «Gegen die Blockade der Schengen-Visa musste die EU früher oder später reagieren. In den Augen der Schweizerinnen und Schweizer muss jetzt die EU als Sündenbock hinhalten. Damit wird die Isolation unseres Landes in Europa durch eine unglückliche Aussenpolitik weiter verstärkt», so Riklin weiter. (bru)

Erstellt: 05.04.2010, 22:52 Uhr

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