«Ich brauche Blocher»

Ist es sonderbar, dass er der einzige Kandidat für die SVP-Spitze ist? Albert Rösti nimmt Stellung.

Als SVP-Präsident will sich Albert Rösti intensiv um die Romandie und das Tessin kümmern. Foto: Manuel Zingg (Ex-Press)

Als SVP-Präsident will sich Albert Rösti intensiv um die Romandie und das Tessin kümmern. Foto: Manuel Zingg (Ex-Press)

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Sie haben 2013 Ihren Posten als Direktor des Milchverbands abgegeben, weil Sie – nach eigenen Angaben – dort nichts bewirken konnten. Warum soll Ihnen das bei der SVP nun plötzlich gelingen?
Bei der SVP habe ich eine völlig andere Ausgangslage als beim Milchverband. Dort gab es zwei Lager, die inhaltlich völlig verschiedene Interessen vertraten und einander blockierten. Bei der SVP sind wir uns inhaltlich einig, da ist keine solche Blockierung zu befürchten. Und ich stimme mit den inhaltlichen Positionen zu 100 Prozent überein. Wenn es mir gelingt, die SVP geeint zu halten, können wir mit 30 Prozent Wähleranteil in der Politik einiges bewirken.

Wie gut sprechen Sie Französisch?
Ich spreche es nicht täglich, darum ist es manchmal etwas holprig. Aber ich kann Verhandlungen führen. Eben habe ich dem Westschweizer Fernsehen ein Live-Interview gegeben.

Die Fähigkeit ist gefragt, wenn die SVP den Wähleranteil in der Westschweiz erhöhen will, wie das Toni Brunner angekündigt hat.
Ich sehe durchaus das Potenzial, dank unserem Waadtländer Bundesrat Guy Parmelin in der Westschweiz zuzulegen, aber auch im Tessin. Ich werde mich intensiv um die Sektionen dort kümmern.

Wie viele Prozente wollen Sie zulegen? Toni Brunner sagte, zwei bis drei lägen drin.
Sie müssen mich verstehen, es wäre jetzt falsch, Zahlen zu nennen. Wahlen sind erst wieder in vier Jahren. Die Herausforderung ist für mich schon gross genug, den heutigen Wähleranteil zu halten.

Sie antworten defensiv. Haben Sie Angst vor der Aufgabe, die SVP auf einem historischen Hoch zu übernehmen?
Angst ist nie ein guter Ratgeber und wäre hier der falsche Ausdruck. Aber Respekt, ja. Mich motiviert, dass ich als Parteipräsident für eine gute Sache arbeiten kann.

Am Samstag sagten Sie noch, Sie könnten schlicht nicht auf Christoph Blocher und Walter Frey in der Parteileitung verzichten. Die beiden wollen aber aufhören. Was nun?
Mit dem Rücktritt von Toni Brunner verliert die Parteileitung eine wichtige Figur. Für den neuen Präsidenten ist es wichtig, dass er auf das enorme strategische Wissen der beiden Zugriff hat. Es ist nun Aufgabe einer Arbeitsgruppe, zu der auch ich gehöre, sie davon zu überzeugen, dass sie doch noch mitmachen – in irgendeiner Form.

Die zwei kokettieren doch mit dem Rücktritt, damit Sie sie wieder anfragen . . .
Nein, nein. Ich habe ja Verständnis für die beiden, dass sie mit 75 beziehungsweise 72 Jahren kürzertreten wollen. Insofern ist es ja von mir sehr fordernd, wenn ich sage, als neuer Parteipräsident brauche ich Blocher und Frey.

Und wenn das nicht klappt? Sollen Roger Köppel und Magdalena Martullo-Blocher in der Parteileitung Einsitz nehmen?
Zur künftigen Zahl der Parteileitungsmitglieder und zu Namen sage ich nichts. Die Landesteile und das nötige Fachwissen sollen angemessen vertreten sein.

Was sagen Sie als Demokrat dazu, dass Sie der einzige Kandidat sind?
Für jede Organisation mit einer stringenten Führung ist dies das normale Vorgehen. Kein Vorstand eines noch so demokratischen Dorfvereins lässt den Präsidenten zurücktreten, ohne eine Vorstellung davon zu haben, wer der Nachfolger ist. Wenn ich nicht genehm bin, können alle Kantonalparteien andere Kandidaten vorschlagen.

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Wie verstehen Sie sich mit dem Berner Christian Wasserfallen, der wohl FDP-Präsident wird?
Innerhalb der FDP gehört er zu denjenigen, denen ich politisch näher stehe.

Und Gerhard Pfister, der die Rolle bei der CVP übernehmen könnte?
Ihn kenne ich weniger gut, aber auch er steht innerhalb seiner Partei näher bei unseren Positionen. Wenn wir drei Präsidenten würden, wäre die Basis für eine Verbesserung der Zusammenarbeit sicher gelegt.

(Tages-Anzeiger)

(Erstellt: 10.01.2016, 22:43 Uhr)

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