«Ich denke, Sie wissen, was Sie sich da eingebrockt haben»
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Der Rat wählte die Sozialdemokratin am Montag mit 174 von 182 gültigen Stimmen. Bruderer ist die bisher jüngste Politikerin auf dem höchsten politischen Posten der Schweiz und die zehnte Frau. Sie löst die 63-jährige Tessiner CVP-Politikerin Chiara Simoneschi-Cortesi ab, die mit einer stehenden Ovation verabschiedet wurde.
Die neu gewählte Nationalratspräsidentin bedankte sich für das Vertrauen. Das Wahlresultat ehre sie und den Kanton Aargau. Sie betrachte es als Verpflichtung. «Ich denke, Sie wissen, was Sie sich da eingebrockt haben», sagte Bruderer. Sie sei bereit, die Verantwortung nach bestem Wissen und Gewissen wahrzunehmen.
«Ich hoffe auf zielgerichtete und faire Debatten», sagte Bruderer weiter. Es werde ihr Bestreben sein, Brücken zu schlagen, auch solche hinaus in die Öffentlichkeit. Was im Parlament beschlossen werde, betreffe den Alltag der Bevölkerung, gab sie zu bedenken.
Steile politische Karriere
Ihr erstes politisches Mandat hatte Bruderer vor 12 Jahren im Stadtparlament von Baden AG angetreten. 2001 schaffte sie den Sprung in den Aargauer Grossen Rat, ein Jahr später sass sie bereits im Nationalrat. Mit 24 Jahren war sie damals das jüngste Parlamentsmitglied.
Bruderer ist Politologin und arbeitet für Nonprofit- Organisationen. Seit Mitte des Jahres ist sie Geschäftsführerin der Krebsliga Aargau. Zudem bietet sie Beratungen in Kommunikation und PR an.
Am Ball bleiben mit Europa
Die SP-Politikerin folgt auf die Tessiner CVP-Vertreterin Chiara Simoneschi-Cortesi, die zum Auftakt der Wintersession auf ihr Präsidialjahr zurückblickte. Es sei ein schönes und intensives Jahr gewesen, sagte Simonschi-Cortesi. Mit besonderer Freude hätten sie die Repräsentationspflichten erfüllt.
«Etwas kann ich jetzt sagen: Der Ruf der Schweiz ist bei weitem nicht so schlecht wie man immer behauptet», sagte die scheidende Nationalratspräsidentin. Ein Mythos sei auch der Graben zwischen Volk und Politik.
Zum Abschluss ihres Präsidialjahres riet Simoneschi-Cortesi der Schweiz, ihre Interessen besser zu vertreten. «Wir müssen am Ball bleiben mit Europa. Wir müssen aktiver werden und Präsenz markieren.» (sam/sda/ap/)
Erstellt: 23.11.2009, 21:02 Uhr
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