Schweiz

«Ich musste mit 32 Stichen genäht werden»

Von Roman Weber. Aktualisiert am 28.10.2009 36 Kommentare

Fast 50 Prozent mehr Angriffe: Polizistinnen und Polizisten sind zunehmend Tätlichkeiten und Drohungen ausgesetzt. Betroffene erzählen gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet, wie sie die Gewalt erlebten.

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Angriffe auf Polizisten

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Die Statistik spricht eine deutliche Sprache. 2003 kam es gemäss IPH zu 1125 Anzeigen wegen Gewalt und Drohungen gegen Polizisten, 2008 bereits zu 2024. Dies sei eine Entwicklung, die gestoppt werden müsse, sagte die Sicherheitsvorsteherin des Kantons Basel-Landschaft und Präsidentin des IPH-Konkordats, Sabine Pegoraro in Hitzkirch. IPH ist die Interkantonale Polizeischule Hitzkirch.

Für die Polizei sei Gewalt und der Umgang damit kein neue Phänomen, sagte Ferdinand Frehner von der IPH. Daniel Kretz, der die angehenden Polizisten in Eigenschutz und Einsatztaktik unterrichtet, stellte aber fest, dass neben dem klassischen Fall, dass sich ein Straftäter gegen eine Festnahme wehre, neue Formen der Gewalt gekommen seien.

Der Mob als neue Herausforderung

Dabei geht es vor allem um Gewalt, die von Massen begangen wird. Als Beispiele nannte Kretz Demonstranten, Fussballfans oder immer mehr auch spontane Zusammenrottungen, die sich gegen die Polizeikräfte richten könnten.

Oft führten die Gewalttäter an, die Gewalt richte sich nicht gegen die Polizisten, sondern gegen die Institution, sagte der Luzerner Polizeikommandant und IPH-Schulratspräsident Beat Hensler. Solche Ausreden könne er nicht gelten lassen, auch wenn sich in vielen Fällen die Gewalt gegen die Polizei richte, weil sie als Institution gerade anwesend sei.

Immer wichtiger wird angesichts dieser Entwicklung das Training für die Polizeischüler, wie sie sich in brenzligen Situationen zu verhalten haben. Dank der Schaffung grosser Ausbildungszentren sei das Training praxisbezogener und professioneller geworden, sagte IPH- Direktor Christoph Tanner.

Grenzen setzen - Grenzen kennen

Die Strategie, die an der IPH gelehrt wird, nennt sich 3-D, wobei die D für Dialog, Deeskalation und Durchgreifen stehen. In einer ersten Phase werde versucht, im Gespräch die Situation zu entspannen, nütze dies nichts, werde durch Streitschlichtung deeskaliert. Erst wenn alles nichts genützt habe, werde durchgegriffen, sagte Kretz.

Dabei lernen die Polizeischüler auch, ihre eigenen Grenzen zu kennen. In harten Trainings wird ihre Stressresistenz aufgebaut. Sie müssen sich auch bewusst werden, wie sie in heiklen Situationen auf die Gegenseite wirken.

Überhaupt werde, neben dem eigentlichen Handwerk, die Psychologie immer wichtiger, sagte Kretz. Letzlich gehe es darum, dass der angehende Polizist Vertrauen in seine Fähigkeiten und Ausrüstung erhalte.

Die IPH ist das grösste Ausbildungszentrum der Polizei in der Schweiz. Jährlich werden 300 bis 400 Polizisten aus den Kantonen Aargau, Basel-Land, Basel-Stadt, Bern, Luzern, Nidwalden, Obwalden, Schwyz, Solothurn, Uri und Zug dort ausgebildet. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 28.10.2009, 17:53 Uhr

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36 Kommentare

Urs Faller

28.10.2009, 19:23 Uhr
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Wann wird endlich klartext gesprochen? Die ewige Schönrederei muss aufhören. Die uneingeschränkte Zuwanderung und die viel zu laschen Ausländergesetze und das zu milde Strafmass sind doch die wirklichen Ursachen für die Zunahme von Gewalt und Straftaten. Und das nicht nur gegen Beamte. Antworten


beat buerki

28.10.2009, 17:13 Uhr
Melden

ich erlebe auch immer mehr gewalt und aggresionen, aber von der polizei dem bürger gegenüber. wie's in den wald schalt hallt's halt aus dem wald. Antworten



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