Schweiz
«Ich würde Herrn Thielemann gnadenlos in den Senkel stellen»
Von Antonio Cortesi. Aktualisiert am 07.04.2009 58 Kommentare
«Thielemann hat die akademische Freiheit missbraucht»: Ex-HSG-Rektor Rolf Dubs.
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Thielemanns Aussagen im Internet
Wann die Universität St. Gallen (HSG) über den «Fall Ulrich Thielemann» entscheidet, ist offen. Gestern teilte die Universitätsleitung mit, man sei nun im Besitz des Wortprotokolls der Anhörung im Deutschen Bundestag vom 25. März. Man werde «in nützlicher Frist» über das weitere Vorgehen informieren.
Der deutsche Finanzausschuss hat das Protokoll am Montagnachmittag im Internet aufgeschaltet. Eine zentrale Stelle findet sich auf Seite 35f. Eine Abgeordnete
stellte die Frage, ob Fortschritte im Bereich der Steuerflucht und Steuerhinterziehung seitens der Schweiz nur mit internationalem Druck erreicht würden. In seiner verschlungenen, stark verschachtelten Antwort benutzte
Thielemann gleich zweimal die Formulierung: «Darüber besteht in der Schweiz keinerlei Unrechtsbewusstsein.»
Das Institut für Wirtschaftsethik der HSG gibt auf seiner Homepage eine Verständnishilfe. Demnach hätte der Kern von Thielemanns Aussage wie folgt gelautet: Der Eindruck, dass sich die Schweiz beim Steuerdossier nur unter
Druck bewege, bestehe tatsächlich. Dies habe sich bei der Einigung mit den
USA gezeigt. Der Vorwurf des fehlenden Unrechtsbewusstseins treffe aber nicht pauschal alle Schweizer, sondern bloss «Exponenten des Finanzplatzes» und «die das Land politisch prägenden Kreise».
Wie beurteilen Sie den «Fall Thielemann»?
Akademische Freiheit ist für mich das höchste Prinzip. Aber sie verlangt von den Wissenschaftlern, dass sie in differenzierter Weise ihre Position darlegen und nicht einfach im Sinn einer Gesinnungsethik einen Sachverhalt vertreten.
Würden Sie Ulrich Thielemann Gesinnungsethik vorwerfen?
Ich habe die Originalprotokolle noch nicht eingesehen. Aber wenn er vor dem Deutschen Bundestag dem Schweizer Unternehmertum in Bezug auf das Bankgeheimnis einfach generell fehlendes Unrechtsbewusstsein vorgeworfen hat, ist das nicht differenziert. Der Bankier Hans Bär beispielsweise hat schon vor Jahren eine kritische Position vertreten.
Und das heisst?
Thielemann hat die akademische Freiheit missbraucht. Das ist besonders problematisch in einer Situation, in der ein Thema dermassen heikel ist und eine undifferenzierte Darstellung noch mehr polarisiert. Von einem Hochschullehrer erwarte ich zuerst eine differenzierte Darstellung – und dann eine eigene Meinung.
Und Sie finden auch, das müsse Konsequenzen haben?
Ich würde Herrn Thielemann persönlich gnadenlos in den Senkel stellen, wie ich das zu meiner Rektoratszeit mit damaligen Kollegen, selbst wenn sie dem Nationalrat angehörten, gemacht habe. Aber dann wäre der Fall für mich erledigt.
Thielemann könnte sich also trotzdem für den Ethiklehrstuhl von Peter Ulrich bewerben, der demnächst in Pension geht?
Genau. Ich würde Thielemann gleich behandeln wie alle anderen Bewerber. Wenn er der Beste wäre, würde ich ihm die Chance geben, die Professur zu übernehmen. Denn meine Philosophie ist: Man straft nicht zweimal.
Jetzt steht aber eine Entlassung im Raum. Rektor Ernst Mohr schliesst diese nicht aus.
Mit einer Entlassung Thielemanns hätte ich Mühe. Das würde dann wirklich zum Grenzfall der akademischen Freiheit. Es sei denn, Herr Thielemann würde sich nach meiner Rüge stur, uneinsichtig und frech verhalten. Dann würde auch ich ihn entlassen. Für ein Argumentieren auf einer differenzierten und sachlichen Basis wäre ich aber offen.
Wie sehr schadet der Wirbel um den Fall dem Image der HSG?
Der Imageschaden ist beträchtlich. Jetzt kann jede Gruppierung den Fall zu ihren Gunsten auslegen. Thielemann hat diese Polarisierung aber zu einem grossen Teil selber verschuldet.
Und Rektor Hans Mohr hat noch Öl ins Feuer gegossen?
Der Rektor hat wohl etwas schnell reagiert. Aber er ist natürlich auch unter Druck geraten. Kommt hinzu: Es ist nicht das erste Mal, dass Herr Thielemann mit undifferenzierten Aussagen Probleme schafft. Dass dann der Rektor einmal vorschnell reagiert, mag kritisch sein, ist aber verständlich.
* Rolf Dubs war von 1990 bis 1993 Rektor der Universität St. Gallen. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 07.04.2009, 23:38 Uhr
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58 Kommentare
es ist doch bekannt, dass in der schweiz die wahrheit unter dem tisch beibt. jeder ist sofort ein nestbeschmutzer.es wird derjenige verfolgt, der die wahrheit sagt. und nicht die wahrheit ist wichtig. in allen fällen, ubs, militär nef usw wurde immer nur gegen den überbringer der wahrheit ermittelt, damit die wahrheit als etwas unrechtes daher kommt. Antworten
Gerade Franz Jäger ist der Richtige, um sich hier wieder einmal in den Vordergrund zu spielen. Alte Männer werden oft reaktionär und wenn sie dazu noch so eitel erscheinen, kommt dann solches heraus. Thielemanns Entlassung zu fordern ist einfach peinlich. Und der deutsche Rektor macht mit seiner übertrieben Reaktion den Eindruck, als wolle er sich, als Deutscher, unbedingt distanzieren. Antworten
Das Problem mit Herrn Thielemann ist, dass viele seiner Aussagen wissenschaftlich ethisch gesehen falsch sind und oft auf banalen Anfängerfehlern beruhen. Die St. Gallerische integrative Wirtschaftsethik nimmt die Ethik nicht ernst. Das ist Grundbestandteil des Ansatzes. Ich sage das als ausgebildeter Ethiker und würde Herrn Thielemann gerne einen Wirtschaftsethik-Einsteigerworkshop schenken. Antworten
Einmal mehr wird die akademische Freiheit als Vorwand für politische Agitation missbraucht. Man hat offensichtlich von den alt68ern gelernt und kopiert nun diese der mit Infiltration in den Universitäten und Hochschulen. Und da spielt die Nationalität eigentlich keine Rolle. Dass einige Dozenten, nicht nur Schweizer auch Deutsche, an Profilierungssucht leiden, dürfte auch allgemein bekannt sein. Antworten
Natürlich muss Herr Thielemann sagen können, was er denkt. Wenn er dies aber ausdrücklich als HSG-Repräsentant tut - also zumindest indirekt als Staatsbesoldeter - sieht die Sache ein bisschen anders aus. Und das hat nichts mit seiner Nationalität zu tun, sondern damit, dass er seine Aussagen anscheinend nicht ausreichend mit seinen Vorgesetzten abgesprochen hat. Was halt ein Kündigungsgrund ist. Antworten
Getroffene Hunde bellen... Professor Thielemann hat mit seiner Aussage den Nagel auf den Kopf getroffen. Und die Reaktion der Kläffer aus Politik und Wirtschaft bestätigt den Wahrheitsgehalt seiner Worte vollumfänglich. Die sogenannte Elite unseres Landes beweist mit erstaunlicher Regelmässigkeit, dass Selbstkritik oder Einsicht nicht Bestandteil ihres Wortschatzes sind.. Antworten
Man merkt, dass viele die hier einen Kommentar schreiben das Interview mit dem Rektor der HSG nicht gelesen haben. Dieser kritisiert, dass Thielmann diese Aussage vor einem Ausschuss des Bundestages machte und er sich dadurch in den Wahlkampf einspannen liess. Hätte er diese Aussagen an einer Universität in Deutschland gemacht wäre es gar kein Thema. Antworten
@ Egon Stein: ah, ja. Dann ist es auch legitim, dass Kolumbien Kokain exportiert, dass in Italien die Mafia ihre eigenen Gesetze hat, dass in Mittelamerika Organhandel betrieben wird... Was ist denn das für ein Blödsinn?? Ich bin froh, dass es (noch) Leute wie Thielemann und Ullrich gibt! Scheinen weit und breit die einzigen zu sein, die vernünftig denken und handeln können. Weiter so!! Antworten
Das Bankgeheimnis ist für mein Verständnis so etwas wie ein teures Auto. Viele haben keinen Bedarf dafür (zu wenig Geld) , andere hätten es gerne. Wenn nun überfahren (Hinterziehung) wird ist aber nicht der Hersteller (Schweiz) schuld, solange das Fahrzeug den festgelegten Vorschriften entspricht (Verträge). Die Industrie wehrt sich da auch. Manchmal werden Vorschriften mit Tuning umgangen (UBS). Antworten
Mit "Schweizer Eliten" hat Thielemann vergessen, dass Steuerhinterzieher auch von deutscher Nationalität sind. Einfach über Schweizer schlecht zu reden, sowas finde ich nicht nur undifferenziert sondern einfach unter der Gürtellinie. Ohne CH-Banken, die viel Steuern zahlen, kann sich die Schweiz Thielemann kaum leisten. Vielleicht sollte er lieber in DE seine Brötchen verdienen und Steuern zahlen. Antworten
wir tun UNRECHT?? wo, wie ?? habe ich geld von saddam angenommen ?? nur so nebenbei: ich bin Deutscher. Die Schweizer können so wenig dafür wie andere Leute auch. Es gehört sich aber nicht, dass ein Deutscher, der hier gut lebt, das Land so kritisiert. In anderen Ländern gibt es auch "Unrecht" und "fehlendes Bewusstsein". Fazit: Kommentar war unnötig. Antworten
Gratulation an die Adresse von Prof. Rainer J. Schweizer, der als einziger öffentlich Stellung für seinen Kollegen Ulrich Thielemann bezieht. Trotz allen Umfragen wissen wir St.Galler, dass das elitäre, überhebliche Gedankengut, das auf dem St.Galler Rosenberg oben gelehrt wird, nichts mit uns St.Galler Normalos zu tun hat. Was ist nur aus Franz Jäger, dem ehemaligen Revolutionär geworden! Schande Antworten
Endlich einmal die Wahrheit. Ein Bankgeheimnis ist nur noetig fuer Leute und Firmen, die das Gesetz ihres eigenen Landes hintergehen wollen und nicht zum allgemeinen Wohlergehen beisteuern wollen. Ehrlichkeit wuerde unserer Schweizerseele sehr gut tun. Ich bewundere den Professor. Antworten
Wie ist es moeglich, dass ein Land, welches immer seine demokratischen Werte in die Diskussion bringt, eine so miserable Streitkultur hat. Wird Einigkeit durch unter den Teppich kehren kreiert? Wo sind die Stimmen, welche das Verhalten hinterfragen! Wer es tut ist ein Nestbeschmutzer ? Warum braucht ein Land ohne Rohstoffe ein Bankgeheimnis? damit Auslaender dort ihr Geld verstecken koennen ? Antworten
Guter Thielemann, Böse Schweiz? So einfach wie es sich meine "Vorredner" machen ist die Sache nun doch nicht. Thielemann hat das ausgeprägte Bedürfnis sich öffentlich in Szene zu setzen. Wie damals im Club. Oder auf TeleZüri. Das hat eher mit übersteigertem Selbstbewustesein zu tun als, als mit nachvollziehbaren Argumenten. Er argumentiert nicht, er behauptet. Antworten
Es ist ein Unterschied, ob Thielmann seine Meinung im Hörsaal oder in Medien kundtut, oder ob er (freiwillig) vor einem Ausschuss aussagt, dessen einziges Ziel ist, Andersdenkende (zu Recht oder Unrecht) anzuklagen. Meinungsäusserung ist statthaft und erwünscht. Aussagen vor solchen Gremien, vor allem wenn sich noch falsch und aggressiv sind,nicht.Thielmann, egal woher er kommt gehört,abgesetzt. Antworten
Es stellt sich zunächst die Frage, welches GrundR betroffen ist. Die Meinungsfreiheit (BV 16) oder die Wissenschaftsfreiheit (BV 20), wie Prof. Schweizer dies suggeriert? Im Interview gab T. an:"Und da vertrete ich die Meinung: Jeder soll Steuern dort zahlen, wo er wohnt." T hat wohl noch nie etwas von Quellenbesteuerung gehört! Wohl eher BV 16 in Anbetracht dieser unwissinschaftlichen Aussage. Antworten
"Thielemann selber zog es am Montag vor, zu schweigen." Das macht ihn noch sympathischer. Wenn nur alle anderen seinem Beispiel folgen würden! Aus dem Munde eines SvP-lers tönt das Wort "Fingerspitzengefühl" fast schon sarkastisch. Hätte er doch auch geschwiegen! Die Forderung des "Greeny-Oberethikers" Prof. Franz "wie hiess der denn " ist lachhaft, wäre sie nicht zum Weinen! Antworten
Was Thielemann gesagt und geschrieben hat, disqualifiziert ihn als Ethikprofessor. Er ist über Gebühr naiv und dazu politisch fixiert. Sein Argumentarium ist ohne Abwägung und ohne historische Perspektive. Andererseits wurde er in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen und der Schaden dürfte begrenzt sein. Antworten
lieber Herr Drf. Bauer, nur weil er ein Deutscher ist darf er seine Meinung als Ethikdozenten gegen die Schweiz nicht vertreten. Was für eine Heuchlerei.... als Schweizer schäme ich mich zutiefst, das manche Studierten solch eine Meinung haben. Antworten
Ich teile die Ansicht von Prof. Schweizer. Und: man sollte Dissens nicht mit Illoyalität verwechseln. Gerade angesichts dieser Krise sollten sich mehr CH-Profs in die Öffentlichkeit wagen, nie war das Interesse grösser und in der CH sind verschiedene Meinungen nicht nur geduldet sondern erwünscht. Antworten
Thielemann erzählt einen Haufen Bockmist.Trotzdem muss er dieses in Freiheit tun können. Selber schuld, wer ihn anstellt. T. muss sich selber auch Rechenschaft ablegen, ob er für eine schweizer Eliteuni tätig sein will. Gut, er kann das System von 'innen' verändern, wie viele Moralisten das wollen - oder die HSG als deutsche Eliteuni im Ausland ansehen, wie der betuchte deutsche Nachwuchs das tut. Antworten
Bedenkt man, was die Abzockergilde von HSG-Abgängern der CH angetan hat, mutet dieses kleingeistige Episödchen direkt peinlich an. Warum darf man in unserem Land die Wahrheit nicht (mehr) sagen? Political Correctness als (erneute) geistige Zwangsjacke!? Das kann uns nicht weiterbringen. Wisst ihr, wieviel Blut an diesen Dreckgeldern klebt, auf die wir offensichtlich nicht verzichten können sollen? Antworten
Wo bleibt denn die viel gerühmte Meinungsfreiheit der Schweiz.Wie schnell man zu einem"Nestbeschmutzer" werden kann,gar mit Entlassung droht.Und das alles wegen dem Image der Universität.Wo kommen wir da hin wenn jeder dem anderen nach dem Mund redet,möchte man in der Schweiz wirklich solche Lehrkräfte.Dann muss man sich auch nicht über unkritische Studenten wundern.Unrechtsbewusstsein gleich null Antworten
Gerade von einem Ethik-Professor hätte ich eigentlich ein ethisch korrektes Verhalten erwartet. Und von einegen der Kommentarschreiber ein wenig mehr Wissen. Die Schweiz führt im Rahmen des Zinsbesteuerungabkommens etliche Millionen pro Jahr an den Deutschen Fiskus ab - dises Geld hat Herr Steinbrück und seine Vorgänger auch immer gerne genommen. Antworten
Prof. Dr. U. Thielemann ist Wirtschaftsethiker und hat das Recht auf freie Meinungsäusserung, wie sie und ich. Ich bin überzeug, dass er uns nicht schaden wolle und seinen Landsleuten auch keine Freude machen wollte. Wir alle werden überrascht sein, was er uns zu sagen hat auf die Frage: Was halten Sie von der grauen Liste - fehlt da nicht die eine oder andere Oase? Wenn JA - was halten sie davon? Antworten
Bemerkenswert an den Reaktionen des Rektors der HSG und der genannten Politiker ist, dass sie sich nicht auf die Frage beziehen, ob die Aussagen von Prof. U. Thielemann zutreffend (wahr, begründbar) waren, sondern ob sie politisch opportun sind. Die Skandalisierung der Stellungnahme Thielemanns wirft damit unter anderem die Frage auf, wozu wir an unseren Universitäten Ethiker beschäftigen. Antworten
Ich war einmal ein guter Patriot! Was ich in den letzten Wochen allerdings erleben musste von all den mauernden Schweizern, lässt meine Vaterlandsliebe erkalten. Jetzt darf ein Professor, der den Studenten das freie Denken lehren sollte, nicht einmal mehr seine Meinung sagen! Ganz klar: wenn jemand aua schreit, dann hat der Schütze getroffen. Antworten
Liebe Zita Gantenbein. Eine Richtigstellung zu Ihrem Beitrag ist nötig. Die rechten, die sogenannten bürgerlichen Parteien, begreifen dies nicht. Die SP und die Grünen, die nicht von den Bnken unterstützt werden, habn schon seit längerer Zeit die Aufhebung des Bankgeheimnisses gefordert. Antworten
Egon Stein, endlich einmal eine wirklich orginelle Rechtfertigung für das Bankgeheimnis. Selten so gelacht! Tatsache ist doch, dass die Erträge vieler rohstoffreicher Staaten als Fluchtgelder auf Schweizer Bankkonten landen. Ein Rest Unrechtsbewusstsein ist aber doch da: Allein darum der geschlossene Aufschrei der Empörung von links bis rechts. Antworten
«Thielemanns Auftritt … sei ein ‹grober Fehler› gewesen» und dann weiter unten: «… wolle er sich zuerst das Bundestagsprotokoll beschaffen – ‹damit ich weiss, was Thielemann genau gesagt hat›.» Mit anderen Worten: Ich habe zwar keine Ahnung, um was es geht, aber meine Meinung steht schon fest. Und sowas nennt sich Wissenschaftler und Universitätsrektor! Und da soll ich die HSG noch ernst nehmen? Antworten
Als HSG-Student bin ich sowohl in den Genuss einer Vorlesung bei Jäger als auch bei Thielemann gekommen. Letzterer verhielt sich stets korrekt und argumentierte wissenschaftlich - zwar deutlich aber fundiert. Bei ersterem hingegen blitzte ständig die private Meinung durch, wobei Wissenschatft und Politik alles andere als sauber getrennt wurden. Wer von beiden sollte nun gerügt werden? Antworten
Der Job von Herrn Thielemann ist völlig überflüssig, ich als Rektor würde ihn fristloss entlassen, erstens aus genanntem Grund und zweitens geht es bei der aktuellen Debatte gar nicht um Ethik, sondern um die knallharte Verteilung der weltlichen Interessen, da brauchen wir nicht einen Deutschen der hier Moralapostel zu spielen versucht. Wie peinlich !! Antworten
Da hat Herr Prof. Thielemann nichts als die Wahrheit gesagt und wird prompt angeschossen. Der Bundesrat, das Parlament, natürlich die Banken und die von diesen alimentierten Parteien, mit ausnahme der SP, haben in Sachen Bankgeheimnis jegliches Unrechtsbewusstsein vermissen lassn und Jahrzehnte, ohne Skrupel, jeden ins Land geslassen, wenn er nur Geld mitgebracht hat. Antworten
Ich registriere wieder einmal, dass die hochgeschriebene Meinungsfreiheit in der Schweiz den Tiefpunkt erreichte. Hierzulande ist nur die Meinungsfreiheit zulässig, die der Führungsschicht passt. Alle anderen werden mundtot gemacht. Es werden auch zu viele Texte in den Schweizer Medien zensuriert. Der deutsche Wirtschaftsethiker Dr. Ulrich Thielemann hat in seinen kritischen Aussagen völlig Recht. Antworten
Meinungsfreiheit, das gilt für jeden bzw. für jede, auch für Herr Tiehlmann. Ich teile seine Ansichten überhaupt nicht. Aber klar soll er seine Meinung kundtun. Die HSG ist schon lange kein Hort für wirtschaftliches Denken mehr. Die HSG lebt von ihrem Ruf, mehr nicht, das ist halt meine Meinung. Antworten
Wie peinlich für die HSG und insbesondere auch den Rektor, der wohl noch nie etwas von der Freiheit von Forschung und Wissenschaft gehört hat. Wer den Diskurs unterbindet - und das tut derjenige, der mit Entlassung droht - hat weder in der Politik noch in der Wissenschaft etwas verloren. Diesen Herrn Jäger habe ich auch mal als Student erleben dürfen. Mein Anstand verbietet mir jeden Kommentar. Antworten
Das Bankgeheimnis ist ein Teilersatz für das Rohstofffreie Land Schweiz. Deutschland hat als Wettbewerbsvorteil offene Handelswege sowie eigene Rohstoffe, Auch deshalb muss jedes Land zum Schutz seines Wettbewerbs eigene,unantastbare Gesetzesregelungen haben. Dazu gehört auch das unlogische aber für die Schweiz unverzichtbare Bankgeheimnis.Egon Stein,Meggen Antworten
Schön wenn die akademische Freiheit auch zu einer angemessenen akademischen Leistung führen würde. Aber wie die meisten Studierten und vor allem Studierenden wissen und täglich erfahren müssen, sind viele Akademiker weder gut in der Forschung noch gut in der Lehre Es bleibt ihnen nichts anderes übrig sich sonst irgendwie in Szene zu setzen und das Resulat sieht man ja. Zürich grüsst St. Gallen. Antworten
Als Student der HSG bin ich froh, dass es Professoren wie Herr Thielemann oder Herr Ullrich gibt. Dessen Kurse gehörten zu meinen Highlights. Wenn jemand das Bild der HSG gefährdet dann ist es Herr Jäger, der vergisst dass VWL nur eine Theorie einer nicht existierenden "perfekten" Welt ist. In seinen Fernsehauftritten missioniert er ein überholtes neo-liberales Gedankengut .Schande für die HSG. Antworten
Ulrich Thielemann verdient mein Lob. Ob dieser Mann Recht hat oder nicht, hängt weder von seiner Nationalität noch von seinem Brötchengeber ab! Uns Schweizern fehlt wirklich das Unrechtsbewusstsein. Ob wirs jetzt Steuerhinterziehung nennen oder nicht - der deutsche Staat ist um seine Einnahmen betrogen. Oder ist unsere Regierung zufrieden damit, wenn ich meine Batzen in Luxemburg verstecke? Antworten
Gerade ein Professor für Ethik sollte bei seinen Aussagen nicht an Richtlinien gebunden sein. Die empfindliche Reaktion aus der Schweiz zeigt doch nur wie treffend Herr Dr. Prof. Ulrich Thielemann eine Tatsache formuliert hat. Etwas durch eine umformulierung beschönigen zuwollen hilft da auch nichts. Antworten
Herr Thielemann sagt doch einfach eine sehr unbequeme Wahrheit. Und dass seine Kollegenschaft, die ja mitverantwortlich ist für die moralisch-ethische Fehlleitung ihrer Studenten, ihn mundtot machen will, relativiert alle schönen Worte des Bedauerns und die Krokodilstränen, die die HSG-Professorenschaft bisher im Zusammenhang mit der Finanzkrise abgesondert hat. Es braucht wirklich eine neue Ethik Antworten
Ja, das Problem mit dem Finderspitzengefühl haben die Nachbarn im Norden noch nicht gelöst. Ein deutscher Professor im Gastland Schweiz hätte eigentlich angesichts der gespanntheit der Situation eine Einladung vom Deutschen Bundestag ablehnen müssen aber eben, das Taktgefühl.... Antworten
Schweizer Kleingeistigkeit in Reinkultur! Wann wird es unser Land endlich lernen, auch kontroverse Meinungen - gerade von Deutschen und über Deutsche - zu akzeptieren. Wenn man offenkundig nicht in der Lage ist, Professuren durch ausreichend qualifizierte Schweizer zu ersetzen, darf man den stattdessen Berufenen nicht ständig ihre Nationalität zum Vorwurf machen. Antworten





Hansuli Anderegg
Die Frage ist anders zu stellen: wollen wir Professoren mit Steuergeldern finanzieren, die ihre politischen und religiösen Ueberzeugungen - tendenziös, auch ohne notwendigen Sachverstand - als Wissenschaft verkaufen. Die Gier der Manager auf Geld kennen wir. Die Gier von Professsoren auf Macht und Einfluss, ist immer noch fast tabu. Antworten