Schweiz

Im Mai gibts den ersten «Home Office Day»

Aktualisiert am 22.04.2010

Würden mehr Menschen von zuhause aus arbeiten, könnten sie so nicht nur ihre Lebensqualität steigern. Der Umwelt würde dies sehr gut tun, ist Bundesrat Moritz Leuenberger überzeugt.

Sieht enormes CO<sub>2</sub>-Sparpotenzial: Bundesrat Moritz Leuenberger.

Sieht enormes CO2-Sparpotenzial: Bundesrat Moritz Leuenberger.
Bild: Keystone

Personen, die von zuhause aus arbeiten, würden auch den Strassen- und Bahnverkehr entlasten und so die Umwelt schonen. Deshalb möchten Vertreter aus Wirtschaft und Politik die Telearbeit fördern.

Dazu organisieren sie am 18. Mai den ersten nationalen Home Office Day. An dem Anlass sollen Unternehmen, Angestellte sowie selbständig Erwerbende zum Umdenken motiviert werden, wie die Promotoren der Telearbeit am Donnerstag vor den Medien in Bern erklärten.

Potenzial nicht ausgeschöpft

Aus ihrer Sicht wird das Potenzial für Heimarbeit nämlich nicht ausgeschöpft. Nur jeder fünfte Arbeitnehmer habe heute die Möglichkeit, den Arbeitsort frei zu wählen.

Professor Oliver Gassmann von der Universität St. Gallen schätzt, dass in der Schweiz etwa 450'000 Arbeitnehmende einen Tag pro Woche von zu Hause aus arbeiten könnten. Würden sie es tun, könnten damit 4,5 Millionen Autokilometer und 2,6 Millionen Bahnkilometer eingespart werden.

Telearbeit mache damit den Strassenverkehr flüssiger und würde die Bahn in den Spitzenzeiten entlasten, erläuterte Verkehrs- und Umweltminister Moritz Leuenberger die Vorteile der Telearbeit aus der Sicht seines Departements. Das jährliche CO2-Sparpotenzial beziffern die Experten auf 67'000 Tonnen.

Nicht in jedem Fall möglich

Zwar könne die Arbeit von zu Hause aus nicht flächendeckend eingeführt werden, sagte Leuenberger, der eigentlich per Videobotschaft an der Medienkonferenz hätte teilnehmen wollen. Seine physische Präsenz im Bundeshaus sei aber am Donnerstag nötig gewesen, so dass er nun nicht von zu Hause aus Werbung für die Telearbeit machen könne.

Letzten Montag konnte Leuenberger die Vorteile der Telearbeit aber direkt erfahren. Da sich die europäischen Verkehrsminister wegen der Vulkanasche-Wolke nicht physisch treffen konnten, führten sie eine Videokonferenz durch. Mehrere Teilnehmer - darunter er selber - hätten angeregt, fortan häufiger auf dieses Instrument zurückzugreifen.

Höhere Produktivität

Die Vorteile der Telearbeit liegen nach Ansicht ihrer Promotoren aber nicht nur im Umweltschutz. Umfragen zeigten, dass 60 Prozent der Arbeitnehmenden als Grund für Arbeit auf Distanz angeben würden, dass sich das positiv auf ihr Gleichgewicht zwischen Arbeit und Privatleben auswirken. Die Häufigkeit von Burn-Outs sinke bei regelmässiger Home-Office-Arbeit dramatisch von 48 auf 5 Prozent.

Aber auch für Unternehmen würden sich solche Arbeitsplatzmodelle bezahlt machen. Telearbeit wirke sich positiv auf die Produktivität der Mitarbeiter aus.

Der Home Office Day wird von Firmen wie Le Shop, Swica, Swisscom und Microsoft unterstützt. Engagiert sind auch diversePolitiker, das Bundesamt für Energie und das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie. Auch Wirtschafts- und Umweltverbände sitzen im Patronatskomitee. (sam/sda)

Erstellt: 22.04.2010, 16:02 Uhr

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