Im SF flimmert noch wenig Alkoholwerbung
Im Schweizer Fernsehen wird am ehesten für Bier geworben: Feldschlösschen-Bier. (Bild: Keystone)
Die SRG-Werbevermarkterin Publisuisse rechnet damit, dass die Aufhebung des Verbots rund 3 Millionen Franken zusätzlichen Umsatz pro Jahr bei der SRG-Werbung bringen wird, wie Finanz- und Betriebschef Othmar Stadelmann auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte. Bei einem Gesamtumsatz von jährlich 300 Millionen Franken ist das ein eher bescheidener Betrag.
Es werde wohl auch eine gewisse Verlagerung stattfinden, sagte Stadelmann. Wer bisher Spots für alkoholfreies Bier schaltete, könnte beispielsweise auf diese verzichten und stattdessen für alkoholhaltiges Bier werben. Bisher hätten vor allem Bierbrauer ihr Interesse angemeldet.
Gleich lange Spiesse
Bis Ende Januar war die Alkoholwerbung auf den SRG-Sendern und den Schweizer Werbefenstern der ausländischen TV-Sender verboten. Das änderte sich, weil die Schweiz einem EU-Filmabkommen beitrat, das festlegt, dass für Werbespots die Gesetze im Herkunftsland gelten.
Damit die SRG nicht diskriminiert wird gegenüber Sendern, bei welchen Alkoholwerbung erlaubt ist, fiel auch das Schweizer Verbot. Im Parlament war dies stark umstritten.
Kritikern, die den Jugendschutz in Gefahr sehen, trägt die SRG mit einer Beschränkungen Rechnung: Werbespots für Bier und Wein sind erst nach den Nachrichten ab 20 Uhr zu sehen. Eine Ausnahme will die SRG lediglich bei grossen Sportereignissen machen.
Bund beobachtet
Auch beim Bund lief die neue Regelung ruhig an: Beim Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) meldeten sich im Vorfeld Interessenten für Werbespots, um die Rechtslage abzuklären, wie Sprecherin Caroline Sauser sagte. Die Beschränkungen im Gesetz sind nämlich zahlreich: So dürfen etwa Jugendliche nicht Zielgruppe der Spots sein, und es darf nicht zu übermässigem Konsum ermutigt werden.
Das BAKOM werde mit den üblichen Stichproben überprüfen, ob die Regeln eingehalten würden, sagte Sauser weiter. Zudem werde das Amt Meldungen von Zuschauern nachgehen. In den ersten Tagen seien aber noch keine Reaktionen eingegangen.
Die Lage genau beobachten wollen auch die Suchtverbände, wie die Schweizerische Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme und der Fachverband Sucht mitteilten. Sie halten die Alkoholwerbung am TV für «grundsätzlich inakzeptabel». (vin/sda)
Erstellt: 04.02.2010, 09:24 Uhr
Schweiz
Familie, Beruf und Studium
Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.
Live @ Sunset
11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!




