Immer mehr Kinder leiden an Schulangst
Aktualisiert am 18.01.2009 31 Kommentare
Sie fürchten sich vor Lehrern und Klassenkameraden oder wollen sich nicht von der Mutter trennen: Immer häufiger müssen Kinder psychiatrisch behandelt werden, weil sie an Störungen leiden, die nicht von selbst verschwinden.
Eine bisher unveröffentlichte Studie zeigt: Jährlich werden schweizweit rund 33'000 Kinder und Jugendliche behandelt. Tendenz steigend. Rund 10 Prozent eines Schuljahrgangs sind davon betroffen – der grösste Teil der Störungen betrifft schulbezogene Ängste. Die Studie des ehemaligen Präsidenten der Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Patrick Haemmerle, kommt zum Schluss: In der Schweiz ist das Angebot an geeigneten Einrichtungen ungenügend. Seine Arbeit dient den Kantonen nun als Grundlage für die Bedürfnisabklärung. Einige haben bereits reagiert. In Kriens LU wird im Februar eine Therapiestation für 6- bis 12-Jährige eröffnet, in Winterthur und Biel sollen neue Angebote für die Jüngsten entstehen. Neben Ängsten treten vor allem aggressive Störungen, Aufmerksamkeitsdefizite, Sozialphobien und Depressionen häufig auf.
Ging die Fachwelt früher davon aus, dass sich kindliche Störungen mit dem Alter auswachsen, setzt sich europäischen Studien zufolge eine ernüchternde Erkenntnis durch: Wer als Kind psychisch erkrankt, ist als Erwachsener anfälliger für Ängste, Depressionen und Selbstmord. (mbr/SoZ)
Erstellt: 18.01.2009, 09:30 Uhr
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Mangelnde Sozialisierung in Kleinfamilien und Überbehütung durch viele Mütter könnten der Grund dafür sein. Die Lösung ist auch ein früher Beginn des Kindergartens oder das Placieren der Kinder für wenige Tage in der Woche in einer Tagesstätte. Kinder müssen ihre eigene Persönlichkeit entwickeln können, sich von Erwachsenen "abnabeln". / @ Baumgartner: Frühes Schriftdeutsch verantwortlich? Ach je! Antworten
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