Informatikchef der ZAS geht

Der IT-Skandal bei der Zentralen Ausgleichsstelle in Genf hat auch für den Abteilungschef Konsequenzen.

«Jetzt, wo das mediale Gewitter hinter uns zu liegen scheint, muss ich Bilanz ziehen»: ZAS-Direktor Patrick Schmied.

«Jetzt, wo das mediale Gewitter hinter uns zu liegen scheint, muss ich Bilanz ziehen»: ZAS-Direktor Patrick Schmied. Bild: Keystone

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Die Geschäftsleitung der Zentralen Ausgleichsstelle (ZAS) in Genf, der wichtigsten AHV-Zahlstelle der Schweiz, und ihr Informatikchef trennen sich per Ende Oktober. Dies hat der Kadermann der Belegschaft gestern von sich aus in einer internen Mitteilung bekannt gegeben. Der IT-Chef schreibt: «Jetzt, wo das mediale Gewitter hinter uns zu liegen scheint, muss ich Bilanz ziehen, mich hinterfragen und die beste Lösung für die IT-Abteilung und die ZAS avisieren.» Er habe deshalb beschlossen, sich neuen Herausforderungen in einer anderen Organisation zu stellen.

Seinen Posten übernimmt interimistisch ZAS-Direktor Patrick Schmied, der am 1. August dieses Jahres die im November 2013 zurückgetretene Direktorin Valérie Cavero ersetzt hat. ZAS-Direktionsadjunkt Markus Odermatt bestätigte gestern gegenüber dem TA den Abgang des IT-Chefs, wollte auf die Beweggründe seines Kollegen aber nicht näher eingehen. Doch es ist anzunehmen, dass der Kadermann mit seinem Entscheid die Konsequenzen aus dem IT-Skandal zieht. Diesen hat er mitzuverantworten.

Der Skandal war Gegenstand je einer Untersuchung von Ernst & Young und der Eidgenössischen Finanzkontrolle. Dem IT-Chef steht seit Abschluss der Untersuchungen ein Coach zur Seite. Dieser soll auch dafür sorgen, dass die zu 90 Prozent aus AHV-Geldern finanzierte ZAS ihre IT-Projekte korrekt ausschreibt. Zumindest seit 2012 war dies nicht mehr der Fall. Die Bundesstelle hat zum Teil mehrere Millionen Franken teure IT-Projekte freihändig vergeben und damit gegen das Beschaffungsrecht verstossen. Etliche Projekte, auch früher lancierte, mussten ergebnislos abgebrochen werden. Auch kam es zu Kostenüberschreitungen. Die Investitionen in die Modernisierung des IT-Systems zeigten wenig Wirkung. Das sieht offenbar auch der abtretende IT-Chef so. Er schreibt: «Den Weg, den es bei der Modernisierung (. . .) zu gehen gilt, ist noch lang. Aber die Grundsteine für die Zukunft sind gelegt.»

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 24.09.2014, 22:58 Uhr

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