Israel kritisiert Bundesrat Merz scharf: Treffen mit Ahmadinejad ist «erbärmlich»
Aktualisiert am 19.04.2009 55 Kommentare
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Der stellvertretende israelische Aussenminister Danny Ayalon bezeichnete das geplante Treffen im israelischen Armeeradio als «erbärmlich». Israels Regierung sei von der Nachricht überrascht worden. Merz' Treffen mit Ahmadinejad kränke ihn und schade der Schweiz mehr als alles andere, sagte Ayalon.
Das Radio meldet weiter, Jerusalem dränge den Schweizer Bundespräsidenten Hans-Rudolf Merz, das geplante Treffen mit Ahmadinejad abzusagen und diesem nicht die Hand zu schütteln. Der iranische Präsident unterstütze den Terror und erkenne das Existenzrecht Israels nicht an.
Der israelische Botschafter bei den Vereinten Nationen in Genf, Ronny Leschno Yaar, sagte dem Sender, die Schweiz wolle sich mit dem Treffen «auf schändliche Weise bei einem Holocaust-Leugner und Israel-Hasser einschmeicheln».
Auch wenn die Absicht sein sollte, Ahmadinejad zu einer Mässigung seiner Positionen zu bewegen, werde das Treffen sicherlich das Gegenteil erreichen, sagte der israelische Repräsentant.
Treffen findet statt
Eine Sprecherin des Eidgenössischen Finanzdepartements (EFD) bestätigt auf Anfrage der Nachrichtenagentur AP, dass das Arbeitsgespräch zwischen Merz und Ahmadinejad am Sonntagabend stattfinde. Zur Kritik Israels gab EFD-Sprecherin Delphine Jaccard keinen Kommentar ab. Auch vom Aussenministerium lag vorerst keine Stellungnahme vor.
Israel befürchtet Einseitigkeit
Israel fühlt sich durch den Iran in seiner Existenz bedroht. Der neue Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sieht eine mögliche iranische Aufrüstung mit Nuklearwaffen als grösste globale Gefahr.
Israel lehnt die Uno-Konferenz gegen Rassismus ab, weil es fürchtet, der israelisch-palästinensische Konflikt könnte einseitig herausgestellt werden. Auch die USA haben deshalb ihre Teilnahme abgesagt. Andere Länder befürchten ebenfalls, dass die Konferenz zu einer Bühne für anti-israelische Stellungnahmen werden könnte.
Die Schweiz hat gestern als erstes westliches Land bekannt gegeben, sie werde an der Antirassimuskonferenz von nächster Woche in Genf teilnehmen. Laut dem Aussendepartement erfüllt der Entwurf für das Schlussdokument die Bedingungen des Bundesrats. Die EU-Länder entscheiden erst heute Sonntag.
Schweizer Juden kritisieren Treffen
Auch die Schweizer Juden haben laut Herbert Winter, Präsident des Schweizerisch-Israelitischen Gemeindebundes, «keine Freude» am Treffen zwischen Merz und Ahmadinejad. Da das Treffen nun aber stattfinde, müsse Merz unbedingt die kritischen Punkte der iranischen Politik ansprechen, fordert Winter. Merz dürfe mit dem Treffen auf keinen Fall die Politik Ahmadinejads legitimieren, sagt der SIG-Chef. (bru/sda/ap)
Erstellt: 19.04.2009, 12:46 Uhr
55 Kommentare
Mit der aktuellen Regierung in Israel ist es leider nicht möglich einen konstruktiven Dialog zu finden. Der jüngste Krieg in den besetzten Gebieten liegt nicht lange zurück. Es wurden wieder hunderte von unschuldigen Zivilisten dahingemetzelt. Weiterhin werden die Palästinenser wie Tiere in einem Gehege gehalten. Also, schreibt uns nicht vor, was die CH zu tun hat. Es ist endlich Zeit für Frieden! Antworten
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