Schweiz

Ist Max Göldi am Wochenende frei?

Von Stephan Israel und Patrick Feuz. Aktualisiert am 26.03.2010 12 Kommentare

Bisher hielt sich Ghadhafi noch nie an Abmachungen. Vielleicht ist es dieses Mal anders.

Max Göldi in Haft: Seine jetzige Freilassung wäre ein Gnadenakt von Libyen.

Max Göldi in Haft: Seine jetzige Freilassung wäre ein Gnadenakt von Libyen.
Bild: Keystone

Die zweite Schweizer Geisel soll laut einem Plan der EU-Vermittler bereits am Wochenende aus Libyen ausreisen können. Teil des Plans ist dem Vernehmen nach, dass die Schweiz vorher die Einreisesperre gegen 180 Mitglieder der libyschen Elite aus dem Schengener Informationssystem (SIS) entfernt. Wenn die Schweiz der Ankündigung nun auch Taten folgen lasse, beweise sie «grosse Verantwortung», sagte gestern ein Sprecher der EU-Kommission.

Das Schweizer Aussenministerium wollte gestern keine Stellung zu den Plänen nehmen. Bisher hatte es sich immer als kontraproduktiv erwiesen, hinter den Kulissen abgegebene Versprechen und Zusicherungen der Libyer öffentlich zu diskutieren: Ghadhafi hielt sich in der Folge nie daran.

Möglicherweise hat die Schweiz schon zu lange gezögert

Deutschland und Spanien drängen die Schweiz seit Tagen, die schwarze Liste zurückzuziehen. Libyen hat den Vermittlern angeblich als Gegenleistung in Aussicht gestellt, Max Göldi am kommenden Wochenende ausreisen zu lassen. Aus Sicht des Regimes in Tripolis biete sich der Termin für einen «Gnadenakt» gegenüber Max Göldi an, weil dann in Libyen die Arabische Liga zu einem Gipfeltreffen zusammenkomme, heisst es in Brüssel. Die Vermittler sahen ein «window of opportunity» (ein Gelegenheitsfenster) und drängten zur Eile. Möglicherweise habe die Schweiz aber zu lange gezögert. Der Fahrplan der informellen Vereinbarung sei jetzt nur noch schwer einzuhalten, mahnten EU-Diplomaten in Brüssel. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 26.03.2010, 08:18 Uhr

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12 Kommentare

Manfred Frei

26.03.2010, 11:49 Uhr
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Warum nacht eigentlich die EU nicht Druck gegenüber Libyen, den Schweizer Göldi freizulassen? Man liest nur immer, was die Schweiz soll, nir klar, was Libyen soll. Das erstaunt je länger, je mehr. Die EU ist auch nicht ehrlich, wie meistens. Antworten


Werner Niederhäuser

26.03.2010, 11:58 Uhr
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Frage: Was hat denn die EU gegen Lybien in der Hand? Antwort: Nichts Göldi kommt frei sobald Ghadhafi Lust und die entsprechende Sekundenlaune hat. Im übrigen, geht es schon lange nicht mehr um Göldi, sondern ganz profan ums Geld. Die EU redet nur in zweiter Linie von Göldi. In erster Linie gings der EU um die wirtschaftlichen Beziehungen und ums Geld! Die Hilfe an die Schweiz ist Zufall. Antworten



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