«Ja, ja, die direkte Demokratie…»
«Eigentlich mag ich die Deutschen ja»: Peter Hartmeier.
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Seit Tagen versucht «Tages-Anzeiger»-Korrespondent Sascha Buchbinder einen Interviewtermin mit dem deutschen Finanzminister Peer Steinbrück zu erhalten. Pressesprecher Thorsten Albig erklärte ihm vorgestern, dass ein Interviewtermin nicht gewährt werde, weil es Herrn Steinbrück egal sei, wie in der Schweiz über ihn gedacht und geredet werde.
An der heutigen Morgenkonferenz des «Tages-Anzeigers» um 9.00 Uhr beschliesst die Redaktionsrunde, nun müsse sich der Chefredaktor persönlich um einen Termin bemühen. Also spreche ich mich mit unserem Korrespondenten ab, welche Argumente ich wohl vorbringen könnte, um den deutschen Minister für eine Fragestunde zu gewinnen. Aufmunitioniert mit lauter schlagenden Argumenten rufe ich die Pressestelle des Finanzministers an und gelange immerhin bis zur Sekretärin von Pressesprecher Albig. Der Stimmlage der Sekretärin entnehme ich innerhalb der ersten Sekunde, wie unangenehm und anmassend sie meinen Anruf empfindet. Schnippisch teilt sie mir mit, der Pressesprecher sei an Sitzungen und ob er zurückrufe sei unsicher.
So schnell lasse ich mich nicht abwimmeln und bringe höflich meinen vorbereiteten Satz vor, dass es in der Schweiz mit ihrem direktdemokratischen System von Vorteil sein könnte, wenn ein Politiker, der sich so dezidiert über unser Land äussert, sich diesen Fragen stellen würde. «Ja, ja, direkte Demokratie...»" sagt sie und legt auf ohne sich zu verabschieden. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 19.03.2009, 15:26 Uhr
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