Junge Frau erschiesst Mann mit Armeepistole
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Eine junge Frau schoss auf einen 23-Jährigen Mann in der Annahme, es handle sich nicht um eine echte Waffe. Das Opfer und eine junge Frau waren bei einem Freund zu Besuch. Dort spielten sie mit einer ungefährlichen Softair-Waffe. Dann nahm der Freund seine Armeepistole und Munition hervor. Er lud und entlud die Pistole mehrere Male.
Die junge Frau nahm anschliessend die Armeewaffe an sich und drückte ab - in der Annahme, es handle sich nicht um eine echte Waffe. Der Schuss, den sie abfeuerte, traf den 23-jährigen Mann mitten in die Brust. Der junge Mann, der aus Italien stammt und in der Region wohnt, starb kurz darauf.
«Niemand wurde verhaftet. Doch gegen die junge Frau und den Besitzer der Waffe wird ermittelt», sagte der Neuenburger Staatsanwalt Daniel Hirsch zur Nachrichtenagentur sda.
Fragen zur Munition
Unklar ist, warum der Besitzer der Militärwaffe auch Munition besass. Armee-Sprecher Daniel Reist wies auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda darauf hin, dass zurzeit nicht bewiesen sei, dass es sich um Armee-Munition handle.
Sei dies aber der Fall, dann habe der Mann die Munition bei der Armee gestohlen. Munition könnte der Mann jedoch auch via einen Schützenverein beschafft oder aber in einem Geschäft gekauft haben, sagte Reist. Auch laut Staatsanwalt Hirsch ist noch nicht geklärt, ob es sich tatsächlich um Armeemunition handelt.
Mit Sturmgewehr erschossen
Es ist das zweite Mal innert weniger Tage, dass ein junger Mensch durch einen Schuss aus einer Armeewaffe das Leben verliert. Am Freitag, 4. November, erschoss in St-Léonard VS ein 23-jähriger Walliser seine 21-jährige Freundin mit einem Sturmgewehr 90.
Der Mann war polizeilich bekannt. Er war unter anderem im Jahr 2008 wegen Drohung und Sachbeschädigung zu einer bedingten Freiheitsstrafe verurteilt worden.
Nach dem tragischen Ereignis in St-Léonard kündigten die Kantone und die Armee an, eine Arbeitsgruppe einzuberufen. Diese soll Wege finden, um den Informationsaustausch zwischen der Armee und der Polizei zu «optimieren», wie Karin Keller-Sutter, Präsidentin der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektorenkonferenz (KKJPD), sagte.
Kantone und Armee würden aber über den Informationsfluss nicht alleine entscheiden können, sagte Armee-Sprecher Reist. Denn es gehe auch um Fragen des Datenschutzes. Diese Fragen müssten politisch geklärt werden. (rub/bru/sda)
Erstellt: 14.11.2011, 08:49 Uhr
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