Schweiz
Kein Alkohol wirkt
Aktualisiert am 08.09.2010 8 Kommentare
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Seit 2005 gilt im Kanton Genf eine zeitliche sowie örtliche Verkaufseinschränkung für alkoholische Getränke. Eine Untersuchung von Sucht Info Schweiz im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit hat ergeben, dass sich Dank dieser Massnahme die Zahl der jugendlichen Rauschtrinker reduziert hat.
Zwischen 21 Uhr abends und 7 Uhr morgens dürfen Läden im Kanton Genf keinen Alkohol mehr verkaufen. Zudem ist es Tankstellen und Videotheken grundsätzlich verboten, alkoholische Getränke im Sortiment zu führen. Laut Monika Helfer von Sucht Info Schweiz kennt kein anderer Kanton solch restriktive Verbote.
Diese Massnahmen haben dazu geführt, dass im Kanton Genf die Spitaleinlieferungen wegen Alkoholmissbrauchs im Vergleich zur übrigen Schweiz gesunken sind. Zwischen 2002 und 2007 hätte die Anzahl der Spitaleinlieferungen aufgrund von Alkoholvergiftungen schweizweit insgesamt zugenommen, heisst es in einem am Dienstag verschickten Communiqué von Sucht Info Schweiz. Ab 2005 nahm hingegen in Genf die Zahl der Jugendlichen zwischen 10 und 15 Jahren ab, die deswegen ins Spital eingeliefert wurden.
Verbote erschweren spontanes Rauschtrinken
Gemäss Schätzungen der Experten liegt die Zahl der Notaufnahmen wegen Alkoholvergiftungen bei den 10- bis 29-Jährigen aufgrund des Alkohol-Verkaufsverbot um 35 Prozent tiefer als in der übrigen Schweiz. Das Verbot zeige jedoch keine Wirkung bei den über 29- Jährigen, heisst es im Communiqué.
Die Untersuchung stützte sich auf die in den Spitalstatistiken dokumentierten Fälle von Alkoholvergiftungen zwischen 2002 und 2007. Diese bilden einen Indikator für das Rauschtrinken.
«Jugendliche und junge Erwachsene kaufen alkoholische Getränke oft ungeplant und spontan ein.» Verkaufseinschränkungen in den Geschäften beeinflusse daher den Alkoholkonsum der Jugendlichen, erklärte Sucht Info Schweiz. (jak/sda)
Erstellt: 08.09.2010, 07:33 Uhr
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8 Kommentare
Wieso haben eigentlich junge Leute Lust auf Alkohol? Mit 16 Jahren hatte ich Alkohol gar nicht gerne. Ich frage mich schon woher das kommt. Ist es die Werbung? Hatten wir früher weniger Werbung für Alkohol, war es früher schwieriger an Alkohol zu kommen? Am besten man erhöht das Schutzalter auf 21 wie in Amerika. So kann man auch die Eltern wieder vermehrt in die Pflicht nehmen. Antworten
Ich pflichte Aschy Furrer absolut bei. Genf ist ein gutes Beispiel (es gibt solche auch im Ausland), das wir auch in den übrigen Städten - vor allem aber in Zürich, das ja Down Town Switzerland ist und Leute zum Abfeiern aus der ganzen CH und dem nahen Ausland übers Wochenende zu "Gast" hat!, nachmachen sollten. Die Eigenverantwortung des Detailhandels und der Jugendlichen kann man vergessen! Antworten
Nichts neues für mich. Früher musste unsere Clique bis Samstag 16'00 Uhr (Ladenschluss) wissen was wir am Abend unternehmen wollten. Später war der Bezug im Restaurant "über die Gasse" viel zu teuer. Mein Tip: Es muss wieder schweineteuer werden. Die Tankstellenshops dürfen keinen Alkohol mehr verkaufen, dafür alle anderen Artikel. Nur die Restaurants dürfen am Abend noch Alkohol verkaufen. Antworten
Wer ab und zu eine Nacht durchmacht, kennt die Situation: je später es wird, desto betrunkener werden die Leute. Damit steigt auch die Anzahl derjeniger, die Ärger machen oder gar aggressiv werden. Ein Verkaufsverbot ab einer bestimmten Zeit wie etwa Mitternacht, quasi zur Zwangs-Ausnüchterung, würde der Atmosphäre im Ausgang wahrlich gut tun. Zum gute-Laune-Antrinken genügt die Zeit dann auch so. Antworten
Das schöne am Föderalismus in der Schweiz ist, dass wir neue Lösungsansätze vorerst mal in einem Kanton erproben können, bevor wir es landesweit einführen. Das Alkoholvergiftungen bei Kindern und Jugendlichen ein Problem sind, ist wohl unbestritten. Was hält also die anderen Kantone davon ab, dem Beispiel Genfs zu folgen? Vermutlich nur Lobby der Alkoholverkäufer. Antworten
Seltsam ist es schon, dass das Verbot von etwas sowieso schon verbotenem (Verkauf von Alk an unter 16 jährigen) was bringt. Etwas schlauer als ein generelles Verbot für alle (inklusive Personen mit etwas Selbstkontrolle ) wäre doch, bereits bestehende Verbote einfach besser durchsetzen. Z.B. konsequenter Entzug einer Gewerbebewilligung bei Verstoss gegen den Jugendschutz bei Aklkäufen. Antworten
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Tom Grab
Wer sagt denn, dass diese Massnahmen mit dem Rückgang der Kollektivbesäufnisse im direkten Zusammenhang stehen? Jugendliche laufen oft nicht lange einem Ball nach, der Medienhype versorgt sie pfleglich mit neuen Ideen und andere Hobbies wollen auch ausgekostet werden. Die Wirtschaftskrise wird dazu ein Übriges beigesteuert haben, dass die Alkoholleichen weniger (wieviele Prozent??) wurden. Antworten