Schweiz

Keine Kostenbremse im Gesundheitswesen

Aktualisiert am 01.10.2010 7 Kommentare

Von Pascal Couchepins geplanten Massnahmen zur Eindämmung der Kosten im Gesundheitswesen bleibt nichts übrig. Der Nationalrat lehnte sein Paket überraschend ab.

Paket zur Eindämmung der Kosten im Gesundheitswesen abgelehnt: Zentrum für Ausbildung im Gesundheitswesen.

Paket zur Eindämmung der Kosten im Gesundheitswesen abgelehnt: Zentrum für Ausbildung im Gesundheitswesen.
Bild: Keystone

Der Nationalrat hat das Massnahmepaket zur Eindämmung der Kosten im Gesundheitswesen am Freitag überraschend abgelehnt. Das Paket hätte die Krankenversicherung jährlich um 240 bis 295 Millionen Franken entlasten sollen.

In der Schlussabstimmung lehnte die grosse Kammer das Massnahmenpaket mit 97 gegen 76 Stimmen bei 19 Enthaltungen ab. Dem Nein zum Durchbruch verholfen haben die SP, die SVP und die Grünen. Während SP und SVP Nein stimmten, enthielten sich zahlreiche Grüne der Stimme.

Im Namen der SP erklärte Stéphane Rossini (SP/VS), dass die Massnahmen für die Patienten ungerecht seien. So würden sie erneut stärker zur Kasse gebeten, während die Pharmaindustrie zu wenig hart angefasst werde und die Krankenkassen wichtige Daten in die Hände kriegten, mit denen sie weiter Risikoselektion betreiben könnten.

Das Paket ist «unseriös»

Dass das Paket unseriös sei, zeige schon allein die Tatsache, dass die Kosteneinsparungen nie genau beziffert worden seien, sagte Rossini weiter.

Das Parlament hat seit 2009 an den Massnahmen gefeilt. Diese sahen unter anderem vor, dass Versicherte, die eine höhere Franchise wählen, mindestens zwei Jahre dabei bleiben müssen. Ein Kassenwechsel wäre aber weiterhin möglich gewesen.

Künftig hätten zudem nicht nur alleinstehende, sondern - mit Ausnahme von Kindern - alle Hospitalisierten einen Tagessatz von 10 Franken an die Kosten des Spitalaufenthalts entrichten müssen.

Von den ursprünglichen Vorschlägen Couchepins hatte nur die Massnahme überlebt, dass der Bundesrat die Tarife in Kantonen mit einem überdurchschnittlichen Kostenanstieg im ambulanten Bereich um 10 Prozent hätte senken können.

Eine Praxisgebühr von 30 Franken hatten die Räte abgelehnt, ebenso eine zusätzliche Prämienverbilligung in Höhe von 200 Millionen Franken. Abgelehnt worden war auch die Idee, Versicherungen zum Angebot einer kostenlosen medizinischen Telefonberatung zu verpflichten. (mrs/sda)

Erstellt: 01.10.2010, 09:34 Uhr

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7 Kommentare

J.Peter Balmer

01.10.2010, 10:50 Uhr
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Diese NR-Abstimmung zeigt wieder mal deutlich, dass ein riesiger Interessenfilz im Parlamanet besteht. Alle wollen auf dem Buckel des Volkes profitieren. Der NR ist zwar vom Volk gewählt, aber der handelt nicht im Sinne- und zum Wohl des Volkes! Traurig! J.P.Balmer Antworten


beat marti

01.10.2010, 11:48 Uhr
Melden

warum spricht niemand von konsumbremse,nur von kostenbremse? Antworten



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