Keine Werbung mehr mit coolen Typen in schnellen Autos
Von Hubert Mooser. Aktualisiert am 05.12.2008 28 Kommentare
Einen Kodex für die Autowerbung: Franziska Teuscher, Vize-Präsident Grüne Schweiz
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«Da sitzen die jungen Leute am Samstagabend im Kino. Zuerst werden ihnen Werbespots vorgesetzt, bei denen das schnelle Fahren verherrlicht wird», sagt die Berner Nationalrätin. Im anschliessenden Film würden dann die Helden bolzen. Wilde Verfolgungsjagden werden minutenlang inszeniert, mit Crashs, bei denen die Hauptdarsteller ohne Kratzer den demolierten Boliden entsteigen. «Was liegt da näher, als das, was man vorher im Kino gesehen hat, auch mit dem eigenen Auto auf der Heimfahrt auszuprobieren?», sagt Teuscher.
Werbeeinschränkungen als präventive Massnahme
Die Bernerin ist nicht nur für eine drakonische Verschärfung der Strafen (lebenslanger Führerausweisentzug, Verschrottung der Autos). Sie fordert als Ergänzung auch präventive Massnahmen. Teuscher verlangt in einem Vorstoss einen Kodex für die Autowerbung. «Wir kennen ja auch in anderen Bereichen Werbeeinschränkungen als sinnvolle präventive Massnahme.» Die Autowerbung dürfe nicht mehr suggerieren, dass es «cool» sei, schnell unterwegs zu sein.
Aufsichtsgremium garantiert Einhaltung des Kodex
Werbung müsse vielmehr vermitteln, dass in unserer Gesellschaft «null Toleranz» für Geschwindigkeitsüberschreitungen und Raser gelten. Tempo und Motorleistung sollen deshalb in Werbebotschaften nicht mehr im Vordergrund stehen dürfen. Ein Aufsichtsgremium müsste die Einhaltung dieser Regeln garantieren. «Ein solcher Kodex würde keine grossen Kosten verursachen», ist Teuscher überzeugt. Sie hofft, dass sich die Autoimporteure und –hersteller hier nicht aus ihrer Verantwortung stehlen.
In den letzten Wochen kam es in der Schweiz zu mehreren Raserunfällen, bei denen Unschuldige getötet wurden. Die Strassenopfer-Stiftung Roadcross hat deshalb die Lancierung einer Anti-Raser-Initiative angekündigt. Sie will mit diesem Volksbegehren erreichen, «dass schwere Delikte im Strassenverkehr endlich angemessen bestraft werden.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 05.12.2008, 16:46 Uhr
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