Klassenkampf in Vals

Remo Stoffel zog arm aus und kehrt als Milliardär zurück. Jetzt will er im Bergdorf einen Wolkenkratzer bauen. Seine ehemaligen Mitschüler reiben sich die Augen.

Die 3. und 4. Primarklasse von Lehrer Alfred Rieder, oberhalb des Schulhauses Vals, 1987. Remo Stoffel kniet in der vorderen Reihe rechts aussen. Foto:Privatarchiv

Die 3. und 4. Primarklasse von Lehrer Alfred Rieder, oberhalb des Schulhauses Vals, 1987. Remo Stoffel kniet in der vorderen Reihe rechts aussen. Foto:Privatarchiv

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Mit 30 hatten sie die letzte Klassenzusammenkunft. Remo fiel dabei erstmals durch seine Spendierfreude auf. In der Bar ging die letzte Runde auf seine Rechnung. Nächstes Jahr werden sie 40, Remo ist inzwischen Milliardär. Die Klassenkameraden vermuten Geld aus Russland, weil Remo mit grossem Pomp in Moskau geheiratet hat. Keine aus dem Dorf, sondern eine Snowboard-Weltmeisterin von der Lenzerheide. Die Hochzeitsbilder sahen sie in der «Schweizer Illustrierten»: Remo, der einst Mittellose, jetzt mit Glanz und Gloria in einer ehemaligen Residenz von Katharina der Grossen im Petroff-Palast. Er denkt jetzt selber gross, will bei der Therme für 300 Millionen den höchsten Turm Europas mit 82 Etagen bauen – in diesem Ort, wo die Häuser im Kern drei- und viergeschossig sind, wenn es hochkommt. Inzwischen gehört ihm gefühlt das halbe Dorf: drei Hotels, ein Café, das Kurbad, über 200 Apartments und 40'000 Quadratmeter am Rheinufer, wo ein Park des japanischen Stararchitekten Tadao Ando entstehen soll.

«Die nächste Klassenzusammenkunft sollte in Dubai stattfinden», sagt ein ehemaliger Schulkollege, denn Remo Stoffel lebt heute während eines Drittels des Jahres in Dubai. Er beschäftigt dort 4000 Wanderarbeiter aus über 20 Ländern, die Hochhäuser unterhalten, Facility Management. Kommt die Rede auf seinen geplanten 381 Meter ­hohen Turm in Vals, senken die Gesprächspartner ihre Stimme. Von verdeckten Schmierzahlungen wollen sie wissen, vom Gemeinderat als Marionette des Dorfkönigs Pius Truffer. Das sind unbewiesene Dorflegenden, die Verdächtigten widersprechen vehement. Auch Gemeindepräsident Stefan Schmid betont seine Unabhängigkeit: «Wenn ich mich von anderen gängeln liesse, würde ich etwas falsch machen.» Er sieht seinen Auftrag darin, umzusetzen, was die Gemeinde im März 2012 beschlossen hat. Im Verhältnis von 60 zu 40 Stimmen hatte sie Hotel und Therme an das Duo Stoffel/Truffer verkauft.

Eine neue Form des Tourismus

Seither gehen sich Befürworter und Gegner aus dem Weg. Im Edelweiss am Dorfplatz bleiben die Jasstische leer. Gegner und Befürworter hocken nicht mehr zusammen. In der grossen Wirtsstube sitzen an einem Freitagabend einzig ein paar süddeutsche Touristen beim Fondue. Sie gehören zu den treuen Gästen im Badeort Vals, seit der ehemalige deutsche Kellner Kurt Vorlop vor 50 Jahren in den Getränkehandel einstieg. Auf der Suche nach Mineralquellen kam er mehr zufällig als geplant in die idyllische Bündner Berggemeinde, eine deutschsprachige Enklave im romanischen Sprach-umfeld. Das Bad und die warme Quelle gefielen ihm, und er erfand mit dem Apartmenthotel eine neue Form des Tourismus. Drei Blöcke stellte er neben Bad und Quelle auf, keine Bijous, aber zweckmässige Anlagevehikel in «Bad Vals», wie er den Ort marketinggerecht umbenannte.

Das sagten die Valser zu den Hotelturm-Plänen, als diese im letzten März erstmals publik wurden.

Die Apartments eröffneten deutschen und belgischen Käufern mit kleinem Vermögen ein steuergünstiges Bausparmodell. Die Mineralquelle florierte bald und ging an die Berner Brauereifamilie Hess, die das Mineralwasser in Zeiten des florierenden Bierkartells gut vermarkten konnte. Bad- und Hotelgeschäft blieben schwierig und mussten 1983 von der Gemeinde nach dem Konkurs gerettet ­werden. Sie konnte sich das inzwischen leisten, denn mit Stausee, Mineralquelle und Tourismus gab es drei tragfähige wirtschaftliche Säulen.

Mit dem wachsenden Wohlstand waren die ­Familien kleiner geworden. Lehrer Alfred Rieder betreute Ende der 80er-Jahre die dritte und vierte Klasse zusammen. Im Herbst jeweils kam ein ­Berufsfotograf aus Chur, und die beiden Klassen formierten sich im Hang oberhalb des Schulhauses zum Gruppenbild. Rieder war über 40 Jahre als Lehrer im Dorf tätig. Er war der Allrounder in der Gemeinde: Wenn seine einstigen Schüler heirateten, traute er sie als Zivilstandsbeamter, wenn ihre Grosseltern starben, spielte er auf der Orgel in der Kirche, wenn man etwas über die Dorfgeschichte wissen wollte, fragte man ihn. Während zweier Amtszeiten war er auch Gemeindepräsident. Zuvor war er als Bauvorsteher tätig gewesen und hatte dem Investor Vorlop geholfen, die Apartments an die Deutschen zu verkaufen. Er trifft ihre Nachkommen noch heute auf der Piste, wenn er als 83-Jähriger auf Ski vom Dreitausender Dachberg hinunterkurvt.

Lehrer Rieder lässt auf seinen ehemaligen Schüler nichts kommen: «Es stimmt nicht, dass der Remo von den Mitschülern gemobbt wurde, wie jetzt behauptet wird», sagt Rieder, «das hätte ich nicht zugelassen. Ausserdem war er ein guter Schüler.» Remo sitzt auf dem Klassenfoto gleich rechts vor ihm. Er meidet den Blickkontakt mit dem Fotografen. Die andern schauen selbstbewusst in die Kamera, die Mädchen in ihren neumodischen Sweaters munter, die Knaben deuten mit den aufgestützten Ellbogen erste Coolness an. Fast alle freuten sich auf jene Nachmittage, wenn die «Meigge» im Hauswirtschaftskurs waren und Rieder mit ihnen in die Berge ging. Remo nicht. «Sport ist nicht mein Ding», sagt er heute. Die andern konnten es jeweils kaum erwarten: «Ihr, Lehrer, wann gehen wir wieder auf einen Dreitausender?» Das «Sie» gibt es im Valser Dialekt bis heute nicht, und die Anrede «Herr» ist dem Herrn vorbehalten. Die Valser sind im Gegensatz zu den angrenzenden Walser Gemeinden Katholiken geblieben. Der Legende nach war in der entscheidenden Gemeindeversammlung im 16. Jahrhundert die Zahl der Anhänger und Gegner der Reformation exakt gleich gross, als der Hirt von der Alp herunterkam. Man gab ihm den Stichentscheid, und er entschied sich gegen die Reformation: «Beim Katholizismus wissen wir wenigstens, was wir haben.»

Ende der 80er-Jahre war das Dorf wohlhabend, aber nicht reich. Remos Mutter führte einen Kleiderladen, später die Pizzeria im neu gebauten Restaurant Balma. Die Familie gehörte zu den wenigen, die kein Haus hatten, sondern in einer Wohnung lebten. Im selben Haus wohnten auch die Grosseltern mit sieben Kindern, das Jüngste nur acht Jahre älter als Remo, mehr grosser Bruder als Onkel. Die Grosseltern betrieben den Konsum im Dorf, Remo sass schon als Knirps mit an der Kasse und lernte, was gutes Leben kostete. Er war der Einzige in der Klasse ohne Taschengeld.

Remos frühe Geschäftsideen

So entwickelte er schon in der Sekundarschule Geschäftsideen, als er zurückkam vom Gymnasium am Kloster Disentis. Dort hatte er es nur zwei Monate ausgehalten – zu gross war sein Heimweh.Nach der Rückkehr hatte er es auch im Dorf nicht einfach, denn jetzt waren bei den Jugendlichen Sport und Mädchen angesagt. Da konnte er sich nicht in Szene setzen: zu mollig, zu wenig beweglich. Die Kameraden stellten ihn beim Fussball ins Tor und machten ihm Vorwürfe, wenn er nicht zu Boden ging gegen den anstürmenden Gegner und dieser den Ball neben ihm ins Tor einschieben konnte.

Remos frühe Geschäftsideen brachten den Durchbruch nicht: die Gänse, die er züchten wollte – vom Fuchs totgebissen. Die Hennenfarm: nicht realisiert, da zu teuer. Die Bienenstöcke, die er zusammen mit dem Onkel aus Italien holte: weder Gewinn, noch Verlust. Die Geschichten um diese Bienen sind unter den Kameraden bis heute legendär: Auf der Rückfahrt soll ein Kasten nicht richtig verschlossen gewesen sein und sich während der Fahrt geöffnet haben. So sollen die beiden mit aufgesetzten Hüten und Imkerschleiern in eine Polizeikontrolle geraten und gebüsst worden sein. Dass sie im ersten Winter vergessen hätten, die Bienen mit Zuckerwasser zu füttern und ein Bienenstock einging. Dass sich Remo, der inzwischen eine Bank­lehre bei der UBS in Chur angetreten hatte, in der Direktion bekannt machte, indem er Honig aus ­eigener Produktion anbot. Dieser Abnehmerkreis war freilich zu klein, und so soll er auch versucht haben, den Honig im deutschen Grenzgebiet zu verkaufen. Bei seiner Rückkehr in die Schweiz habe er die unverkauften Gläser verzollen müssen. Wenns nicht wahr ist, dann gut erfunden.

Remo gab nicht auf. Den Postautofahrern, die ihn während der Banklehre täglich nach Chur und zurück fuhren, sagte er: Irgendwann werde ich reich zurückkommen, und dann wird man sehen, wer im Dorf das Sagen hat. Die Chance bot sich, als die Swissair im Herbst 2001 groundete und der Nachlassverwalter die Immobilien und ihre Verwaltungsfirma Avireal per Notverkauf loswerden musste. Remo, inzwischen Finanzprofi, kaufte die Firma mit zwei Partnern für 200 Millionen. Später bekämpfte man sich mit harten Bandagen: «Ich musste mich verteidigen, gestandene Gegner glaubten, mich als Jungunternehmer beiseiteschieben zu können.» Das gelang nicht. Remo trennte sich von den beiden Partnern: vom einen unfreundlich, vom andern freundlich, und kam in den Besitz eines Imperiums, dessen Wert mit Immobilien, ihrer Bewirtschaftung und Beteiligungen auf 1,7 Milliarden geschätzt wird. Zum Wunder hat die Entwicklung der Bodenpreise rund um den Flughafen Zürich beigetragen, der Aktienwert des Flughafens etwa verdreissigfachte sich.

2010 bot sich Remo die Chance, bei der Therme in Vals einzusteigen. Die Hotelführung hatte sich zerstritten. Dorfkönig Truffer war neben seinem Plattenbruch zeitweilig auch Geschäftsführer und Präsident von Hotel und Therme. Unter seiner Führung war das Thermalbad des Schweizer Stararchitekten Peter Zumthor zu einem Monument mit ­internationaler Ausstrahlung geworden. Zumthors Gattin hatte zusammen mit einer Co-Direktorin um die Jahrtausendwende einen sinnlichen Erholungsraum geschaffen, der dem Hotel zeitweilig grossen Erfolg brachte. Auch Truffer war daran beteiligt, er hatte für den Bau grosse Investitionen getätigt, und der fein geschliffene Quarzit aus seinem Steinbruch prägte den sinnlichen Eindruck des Thermalbades. Der Erfolg muss ihn leichtfertig gemacht haben – die Gemeinde bestätigte ihn nach Differenzen nicht mehr als Verwaltungsratspräsident.

Valser Stein vor dem Bundeshaus

Das lässt sich ein Dorfkönig nicht bieten. Umso weniger, als die Therme Showroom für seinen Steinbruch ist. Rund um die Therme wurde der fein geschliffene Quarzit in einem eigenen Laden in allen Formen angeboten, als Schalen und Flaschenkühler, in der Therme beeindruckte die Erhabenheit dieses Natursteins Interessenten aus aller Welt. Die beiden symbolträchtigsten Plätze der Deutschschweiz, jener vor dem Parlamentssitz in Bern (2004) und jener vor dem Opernhaus in Zürich (2013), wurden mit dem Valser Stein neu gebaut.

Truffer suchte für seine Rückkehr an die Hotelspitze einen Investor mit Bezug zum Dorf – wer war dafür besser geeignet als Remo? Der war zuvor schon für die Eigentümergemeinschaft der Apartments tätig gewesen, hatte sich aber mit einem Teil der Eigentümer überworfen. Er hatte eine Million aus dem Erneuerungsfonds so kreativ via Liechtenstein angelegt, dass sie keine Verrechnungssteuer aus den Erträgen zahlen mussten. «Ich würde keine solch anonymen Geldgeschäfte mehr tätigen», meint er heute, «aber sachlich war das richtig, niemand kam zu Schaden.» In einem anderen Fall wurde er verurteilt, weil er einer befreundeten Geschäftsfrau in der Scheidung riet, Vermögensansprüche gegen ihren Ehemann aus einer Konkursmasse in Pontresina zu sichern – das legte ihm das Gericht als Anstiftung zur Benachteiligung der anderen Gläubiger aus. An Stoffel blieb unter den ehemaligen Klassenkameraden das Image des Tricksers hängen. «Mach nicht den Remo!», sagt einer zum andern, wenn der beim Dartspiel auf der Maiensäss seine Punktzahl mit kreativen Angaben aufbessert.

Das Duo Truffer/Stoffel setzte sich schliesslich gegen ein Projekt des Therme-Architekten Zumthor durch. Wie einst der Alphirt im 16. Jahrhundert bei der Frage zwischen Katholizismus und Protestantismus spielte diesmal die Dorfjugend das Zünglein an der Waage. Truffer und Stoffel versprachen ihr für den Fall ihrer Unterstützung den Bau einer Mehrzweckhalle, die seit 30 Jahren auf der Wunschliste aller Dorfvereine steht und für den Verbleib der jungen Generation in einer entlegenen Gegend ausschlaggebend sein kann. Mit seinem Engagement für die Dorfvereine stieg Stoffels Renommee in der Gemeinde. Als die Musikgesellschaft nach der erfolgreichen Abstimmung im Mai 2012 ihr ­Jubiläum feierte, liess man ein Festzelt aufstellen. Den ehemaligen Klassenkameraden fiel auf, mit welch grossem Respekt Remo im Festzelt plötzlich begegnet wurde. Das war in jenen frühen Jahren noch anders gewesen, als er an der Ventilposaune bloss in einer hinteren Reihe mittuten durfte.

Remo Stoffel über den geplanten Turmbau.

Die Klasse ist heute gespalten über das Wolkenkratzerprojekt. Viele sind inzwischen von ihm abhängig oder wollen sich als Kleingewerbler nicht exponieren: Der eine hat ein Maler-, der andere ein Maurergeschäft. Beide sind darauf angewiesen, bei den geplanten Bauprojekten einen Auftrag zu bekommen, auch wenn das Turmprojekt für sie «eine Nummer zu gross ist», wie Daniel Berni vom Baugeschäft der «Bernimänner» sagt. Aber Kleineres können sie schon übernehmen. Eine andere Schulkameradin stammt aus einer Familie, die Pachtland von Remo bewirtschaftet und ein paar seiner Kühe mitversorgt. Eine weitere ist als Lehrerin vom ­Gemeinderat angestellt. Gemeindepräsident Stefan Schmid betont zwar, dass niemand in der Gemeinde wegen seiner Meinung Schwierigkeiten bekommen dürfe. Doch Tatsache ist, dass viele über ihre Familien informell vom Stoffel/Truffer-Lager abhängig sind, eine ehemalige Mitschülerin ist die Nichte eines früheren Therme-Verantwortlichen, der mit Truffer zusammen im Verwaltungsrat sass.

Zwei Unbeeindruckte äussern sich

Wer gegenüber dem Projekt dem Vernehmen nach kritisch eingestellt ist, will sich nicht mehr äussern. Der Wirt in einem Bergrestaurant oberhalb von Vals will Fragen erst nur beantworten, wenn er das «Gut zum Druck» geben darf, später sagt er ganz ab. Auch die Kindergärtnerin im Dorf sagt ab, nachdem sie von Truffers Frau zur Rede gestellt wurde. Sie hatte Anfang März an einer Lesung im Dorf eine kritische Kurzgeschichte des Autors Melchior Werdenberg im Valser Dialekt vorgetragen. Darin wird von einer Leiter zum Himmel erzählt, die die Valser im 16. Jahrhundert aus aufgeschichteten Steinen bauen, die schliesslich zusammenkracht und ­Romulus und Remus unter sich begräbt.

Es bleiben zwei unbeeindruckte Mitschüler, die die Meinungsfreiheit im Dorf hochhalten: Marcel und Roman, nebeneinander sitzen sie beim Klassenfoto in der Mitte der vorderen Reihe. Beide sind sie von Investor Stoffel unabhängig und mit vielen Erinnerungen mit Remo verbunden. Marcel war einst Nachbar und guter Freund, hat sich aber mit Remo auseinandergelebt, als er merkte, dass man dessen Aussagen nicht immer zum Nennwert nehmen kann. Er lebt heute als Bauer mit fünfköpfiger Familie im Dorf, betreibt eine Schafzucht am Hang gegenüber, versorgt das Dorf mit Biofleisch, sein ­Alpensalsiz ist legendär. Roman hat an der ETH Umweltwissenschaft studiert. Er arbeitet in einem Musterbetrieb für ökologisch erzeugte Pflanzen- und Saatzucht neben der Rheinau-Insel und lässt sich die Option offen, dereinst zu bauern.

Beide diskutieren nicht nur hinter vorgehaltener Hand über die Risiken des Projekts ihres ehemaligen Mitschülers. Dass hier am Dorfeingang eine Bauruine entstünde, die dem Dorf auf Jahre hinaus schaden könnte. Dass Vals mit dem Zumthor-Thermalbad im touristischen Angebot eine attraktive ­Nische für den ökologisch orientierten Mittelstand gefunden hatte, die man nun aufs Spiel setze. Dass Stoffel einen Plan B haben müsse, wenn die Zonenplanänderung, die für Hochhaus, Park und Helikopterlandeplatz nötig sei, im kommenden Jahr an der Urne nicht angenommen werde. Vielleicht die Überbauung der Ebene am Rheinufer, wo die 40 000 Quadratmeter zu Bauland umgezont werden müssten? Remo Stoffel winkt ab: «Ich will keine Caramelwürfel in die Ebene stellen.»

In der Konstellation Truffer/Stoffel sind die Pläne in allen Dimensionen unbegrenzt. Nach oben sind es die 381 Meter, die der renommierte US-Architekt Thom Mayne für sein Nadelhochhaus «Femme de Vals» errechnet hat, ein schlanker, skulptural überzeugender Turm. Als sich die Jury darauf nicht einigen konnte, erklärte Stoffel den Wettbewerb für beendet und entschied selber: «Ich trage das Risiko für dieses Projekt.» Er will den Tourismus in den Alpen neu erfinden: Eine Übernachtung wird durchschnittlich 1600 Franken kosten, man will die Topklasse im Luxussegment ansprechen. Er rechnet vor, dass er schon mit 10 Prozent Auslastung der Luxuszimmer die Gewinnschwelle erreichen werde. Wie bei den Bienenstöcken.

(Tages-Anzeiger)

(Erstellt: 18.03.2016, 23:22 Uhr)

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