Köppel? «Keine gute Idee»

Auf Druck der FDP hat die Arena den «Weltwoche»-Chef Roger Köppel für die heutige Sendung nicht eingeladen. Sonst hätte der neue Bundesrat Didier Burkhalter nicht teilgenommen.

Unerwünscht: «Weltwoche»-Chef Roger Köppel darf nicht mitdiskutieren.

Unerwünscht: «Weltwoche»-Chef Roger Köppel darf nicht mitdiskutieren. Bild: Keystone

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Der erste Auftritt des neuen freisinnigen Bundesrates Didier Burkhalter in der Arena des Schweizer Fernsehens beginnt mit unschönen Tönen: mit einer Pressezensur. Roger Köppel, Chef der «Weltwoche», darf nicht daran teilnehmen, obwohl er von der Arena-Redaktion provisorisch eingeladen worden war. Auf Druck der FDP wurde Köppel wieder gestrichen. Sonst wäre der frisch gewählte Bundesrat Didier Burkhalter der Arena ferngeblieben, die sich heute ganz ihm widmet.

Redaktionsleiterin Marianne Gilgen bestätigt: «Der Generalsekretär der FDP hat mir mitgeteilt, er halte Köppel für keine gute Idee, und er hat mir zu verstehen gegeben, Herr Burkhalter werde nicht teilnehmen, falls Roger Köppel dabei sei.» Worauf die Arena nachgab. «Wenn ich an diesem Tag die Wahl habe zwischen dem neu gewählten Bundesrat und Herrn Köppel, dann fällt meine Wahl halt auf den Bundesrat», sagt Gilgen.

«Burkhalter war nicht involviert»

FDP-Sprecher Noé Blancpain präzisiert, es habe keine Drohung gegenüber dem Schweizer Fernsehen gegeben. Auch sei der Eindruck verfehlt, der neu gewählte Bundesrat scheue die Konfrontation. «Didier Burkhalter war in diese Entscheidung nicht involviert.» Sie sei im Generalsekretariat der FDP getroffen worden.

Der FDP-Generalsekretär Stefan Brupbacher bestätigt, er habe den Entscheid gefällt. Er habe den Arena-Verantwortlichen mitgeteilt, er sei «nicht begeistert» vom Plan, Köppel dabei zu haben. Dieser hätte in der Sendung gar keine zentrale Rolle gespielt, er hätte bloss in einer Reihe von Experten gestanden. Doch genau das missfiel der FDP. «Herr Köppel ist kein Experte, sondern ein Opponent, der über Jahre die FDP und ihre Politik systematisch und herablassend kritisiert hat», so Brupbacher.

«Wie Nordkorea oder Kuba»

Der nicht genehme Köppel staunt: «Bis jetzt glaubte ich, es sei nur in Staaten wie Nordkorea oder Kuba möglich, dass Politiker einen öffentlich-rechtlichen Fernsehkanal dazu auffordern können, eine bereits eingeladene Person wieder auszuladen.» Er selber sei ein «hundertprozentiger Freisinniger nach dem klassischen liberalen Credo» und Preisträger des Liberal Award der Zürcher Jungfreisinnigen. Natürlich setze sich seine Zeitschrift auch kritisch mit dem «real existierenden Freisinn» auseinander, aber «im konstruktiven Geist». Burkhalter kenne er nicht persönlich, doch er halte ihn für einen sachverständigen Teamplayer und die Wahl für positiv.

(Tages-Anzeiger)

(Erstellt: 18.09.2009, 15:53 Uhr)

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