Konturen eines Komplotts
Von Robert Mayer. Aktualisiert am 06.01.2012 553 Kommentare
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Seit zwei Tagen wisse er «sehr viel über die Aktion», sagte Philipp Hildebrand an der gestrigen Medienorientierung. «Wir wissen, wer die Personen sind, die dahinterstecken.» Gleichzeitig schränkte der Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB) jedoch ein: «Ob wir wirklich alles wissen, kann ich nicht sagen.»
Das Wort Komplott nahm Hildebrand bei seinem ersten öffentlichen Auftritt seit Bekanntwerden der Devisenaffäre zwar nicht in den Mund. Der SNB-Präsident sprach von einem «Puzzle», das allmählich Gestalt annehme. Hört man sich indes in Kreisen der Nationalbank um, besteht sehr wohl der Eindruck eines versuchten Komplotts – angesichts der Art und Weise, wie die Unterlagen über die fraglichen Devisentransaktionen Hildebrands aus der Bank Sarasin geschleust wurden und wie sie schliesslich ihren Weg in die Öffentlichkeit gefunden haben.
SNB-Präsident als Provokation
Wer könnte hinter dem Komplott stecken? Aus der Umgebung des Schweizer Noteninstituts fällt der Name Christoph Blocher. Der SVP-Stratege, so nimmt man es dort wahr, habe einen eigentlichen Hass auf Hildebrand entwickelt. Den tieferen Grund dafür scheint man nicht zu kennen, es gibt aber Vermutungen und Intuitionen. Demnach ist es die Person Hildebrand an sich, welche die Aversionen Blochers und weiterer Exponenten des rechtskonservativen Flügels der SVP auf sich zieht.
Der SNB-Präsident, so gibt man dort als Begründung zu verstehen, verkörpere in beinahe jeder Hinsicht die Antithese zum Gedankengut Blochers. Hildebrand sei ein «Internationalist» aus Überzeugung und Leidenschaft, der mit den massgeblichen Persönlichkeiten auf dem internationalen Parkett bestens verdrahtet sei, und – nicht zuletzt – sei der oberste Währungshüter der Schweiz verheiratet mit einer Ausländerin, die dazu noch pakistanische, sprich: islamische Wurzeln habe.
Weitere Fallstricke für Hildebrand
Davon abgesehen glaubt man in der SNB-Umgebung auch ein sachliches Motiv für den Zorn rechtskonservativer Kreise auf Hildebrand und die SNB (SNBN 1089 2.06%) zu erkennen: die Anfang September verkündete Kursuntergrenze von 1.20 Franken je Euro. In den Augen dieser Leute habe die SNB mit diesem Schritt ihre Souveränität aufgegeben und sich in die Abhängigkeit von Europa begeben. Allerdings werde diese Sicht der Dinge längst nicht von der gesamten SVP geteilt, wie man es im Umfeld der Nationalbank empfindet.
Einzelne Parteiexponenten könnten das Kesseltreiben gegen die SNB und ihren obersten Repräsentanten nicht verstehen; in dem Zusammenhang wird etwa der Zürcher SVP-Regierungsrat Ernst Stocker genannt, der im Bankrat, dem Aufsichtsorgan der SNB, sitzt. Wie gehts wohl weiter? Bei der Nationalbank richtet man sich auf eine weitere Eskalation ein. Hildebrand müsse davon ausgehen, dass ihm nach Überstehen der Devisenaffäre neue Fallstricke ausgelegt werden. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 06.01.2012, 06:28 Uhr
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553 Kommentare
Der Grund warum CB Herrn Hildebrand nicht ausstehen kann liegt auf der Hand. Herr Hildebrand hat das was Herr Blocher nicht hat. Natürliches Charisma, echte Führungsqualitäten und vorallem wirklich menschenlichen Führungsstil. Man könnte tiefenpsychologisch noch weiter gehen - er sieht besser aus, hat eine attraktive Frau. Für einen cholerisch veranlagten Menschen wie CB alles Provokationen. Antworten
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