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«Konzerne nehmen Regierungen in Geiselhaft»

Unia-Vorstand Corrado Pardini bezeichnet die abgewendete Schliessung des Novartiswerks in Nyon als historisches Ereignis. Im Interview sagt der Gewerkschafter, wie solche Eskalationen in Zukunft verhindert werden sollen.

In Nyon wird heute Abend gefeiert: Das Novartiswerk bleibt definitiv in Betrieb.

In Nyon wird heute Abend gefeiert: Das Novartiswerk bleibt definitiv in Betrieb.
Bild: Keystone

Zur Person

Corrado Pardini ist im Vorstand der Gewerkschaft Unia zuständig für den Sektor Industrie. Der 46-Jährige ist SP-Nationalrat für den Kanton Bern.

Chronologie der Ereignisse

Am 25. Oktober gibt Novartis bekannt, den Produktionsstandort für nicht verschreibungspflichtige Medikamente in Prangins bei Nyon zu schliessen. In der Folge kommt es zu Protesten, die Bevölkerung solidarisiert sich mit den Beschäftigten. Waadtländer Ärzte drohen mit einem Boykott von Novartis-Medikamenten, auch die Anlegerstiftung Ethos meldet Bedenken an.

Am 1. November verabschiedet der Waadtländer Grossrat eine Resolution, in der das Parlament seine Unterstützung im Kampf um den Erhalt der Arbeitsplätze in Nyon zusichert. Politiker aus der Waadt setzen sich mit Novartis in Verbindung, um die Schliessung zu verhindern.

Am 16. November kommt es zu einem eintägigen Warnstreik. Die Mitarbeiter und Gewerkschaften fühlen sich von Novartis nicht ernst genommen.

Am 18. November besucht Novartis-Chef Joe Jimenez das Werk in Prangins, um sich mit dem Personal zu treffen.

Im Dezember stimmt Novartis der Ausarbeitung eines Rettungsplans zu. 30 Angestellte werden dafür freigestellt. Kurz vor Weihnachten präsentieren sie der Direktion auf 80 Seiten über 100 Vorschläge zur Neuorganisation des Betriebs.

Am 16. Januar wird bekannt gegeben, dass Novartis den Standort Nyon aufrechterhält. Über die Erhaltung der 320 Stellen hinaus sollen in Nyon rund 40 Mio. Franken investiert werden. Im Gegenzug verzichtet die Belegschaft auf Lohnerhöhungen, zudem wird eine Arbeitszeitverlängerung von 37,5 auf 40 Wochenstunden beschlossen. Der Kanton Waadt sichert Novartis Steuererleichterungen zu und nimmt eine für den Konzern gewinnbringende Landumzonung vor.

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Korrektur-Hinweis

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Herr Pardini, welches Fazit ziehen Sie aus dem Fall Prangins?
Die Sache ist für uns ein totaler Erfolg. Die Belegschaft eines kleinen Standorts wehrte sich erfolgreich gegen die Beschlüsse eines Riesenkonzerns. Der «Goliath» wurde durch einen Streik zur Aufrechterhaltung eines Standorts gezwungen – ein einmaliges Ereignis in der Schweizer Wirtschaftsgeschichte.

Bleibt angesichts der Zugeständnisse kein schaler Nachgeschmack?
Man muss sich zurückbesinnen, wie diese Auseinandersetzung begonnen hat: Novartis (NOVN 52.1 -0.19%) vermeldete im Oktober gleichzeitig Milliardengewinne, kündigte Entlassungen in Basel an und gab die baldige Schliessung des Werks in Nyon bekannt. Die Empörung war gross – dass die Schliessung verhindert werden könnte, hat damals niemand gedacht.

Was hat den Ausschlag gegeben?
Durch die Streiks wurde die Angelegenheit bei Novartis zur Chefsache erklärt. Entscheidend war die Solidarisierung aller Angestellten, «white collars» und «blue collars» haben an einem Strang gezogen. Hinzu kam, dass der Waadtländer Regierungsrat zu hundert Prozent dieselbe Forderung gestellt hat wie Unia: Dass der Standort Prangins erhalten bleiben muss.

Ebendiese Regierung ist Novartis aber stark entgegengekommen. Stört Sie das nicht?
Doch. Es regt zum Nachdenken an, wenn Milliardenkonzerne lokale Regierungen durch die Androhung von Auslagerungen in Geiselhaft nehmen können und sich ihren Verbleib in der Region durch Steuererleichterungen vergolden lassen. Ich möchte klarstellen, dass ich hinter der jetzt gefundenen Lösung stehe – aber in der Zukunft muss dieses Verhältnis neu überdacht werden.

Was ist zu tun?
Wir müssen uns freikaufen von der angesprochenen Geiselhaft der Unternehmen. Dies geht nur durch eine schweizweite Harmonisierung der Steuerpolitik. Solange es den Steuerwettbewerb zwischen Kantonen und Gemeinden gibt, werden lokale Körperschaften unter Druck stehen, gegenüber den Forderungen von Unternehmen einzulenken.

Welche Bedeutung hat der Fall Novartis für die Sozialpartnerschaft?
Solch ein Streik wäre vor einigen Jahren undenkbar gewesen – vor allem, was die Allianz zwischen Kader und Belegschaft betrifft. Aber auch die Unterstützung der Politik ist exemplarisch: Freisinnige Kreise haben sich für die Sache engagiert und uns schliesslich für den erfolgreichen Arbeitskampf beglückwünscht. Man muss sich das einmal vorstellen: Noch vor einigen Jahren hat der Waadtländer Volkswirtschaftsdirektor (Philippe Leuba, Anm. der Red.) Streiks als des Teufels Werk bezeichnet.

Offenbar ändert sich hier etwas Grundlegendes.
Seit 1937 kennt die Schweiz ein Friedensabkommen zwischen Arbeitnehmern und Unternehmen. Dieser Pakt bildet die Basis der Sozialpartnerschaft zwischen Arbeit und Kapital: Produktivitätsfortschritte werden mit der Belegschaft geteilt, Gewerkschaften verpflichten sich zum Streikverzicht. Im Zuge des aufkommenden Finanzkapitalismus wurde dieser Vertrag jedoch gekündigt – jetzt kommt die Zeit, ihn neu zu verhandeln.

Wie sollen Streiks und Boykottaufrufe künftig vermieden werden?
Unserer Ansicht nach müsste es eine Pflicht für Unternehmen geben, in Krisenfällen der Belegschaft sämtliche relevanten Dokumente zur Verfügung zu stellen. Teile der Belegschaft – inklusive Kader – müssen zudem Zeit erhalten, Vorschläge auszuarbeiten. Diese Vorschläge müssten von Unternehmen zwingend geprüft werden, falls nötig auch von externen Stellen. Beim Fall des norwegischen Papierkonzerns Borregaard (schloss 2008 im Solothurnischen Riedholz eine Anlage, Anm. d. Red) ging die Gewerkschaft beispielsweise bis vors Bundesgericht, erhielt aber dennoch keine Einsicht in Unternehmensdokumente. Auch die eingereichten Lösungsvorschläge wurden nicht beachtet.

Werden sich Standortkämpfe mit Grosskonzernen häufen?
Ja – wenn wir den Sozialpakt in der Schweiz nicht auf eine neue Ebene heben. Als Gewerkschaften arbeiten wir deshalb nicht nur innerhalb von Betrieben, sondern versuchen auch, die politische Arbeit voranzutreiben. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 20.01.2012, 16:00 Uhr

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36 Kommentare

lucius mayer

21.01.2012, 08:51 Uhr
Melden 7 Empfehlung

Seit 1990 wird der Klassenkampf mit unverminderter Härte weiter geführt - vom Geldadel gegen unten. Leider nimmt das Schweizer Volk nur langsam und sehr ungern davon Kenntnis. Antworten


Frank Zuffnik

21.01.2012, 06:21 Uhr
Melden 3 Empfehlung

Von den Sozialpartnern ist halt einer nicht ganz so Sozial. Darum ist es wichtig, dass dem kaum Vorschriften gemacht werden, denn sonst muss der sich an Dinge halten die fuer andere gelten und hat keine Zeit mehr seinen Profit zu zaehlen, den er ja vom Volk mittels Steuergerechtigkeitsinitiative zugesprochen gekriegt hat. Ich frag mich darum, warum beklagt sich da ueberhaupt einer? Wir wollen das! Antworten


gabriela merlini

21.01.2012, 04:22 Uhr
Melden

Gottes Beitrag war es nicht. Wir werden sehen. Es ist schwer geworden, weil solche Konzerne sich Macht anhäufen konnten. Die wirkungsvollste Revolution wäre: nur noch das Nötigste kaufen, Zusammenstehen, Erwerbsarbeit herunterfahren, Freiwilligenarbeit stärken. Wir Menschen werden verspeisst, merken es nicht. Die Geldmächtigen lachen sich hämisch in ihre blutigen Fäustchen, ergötzen sich am Getrampel und Gezappel in ihren! Hamsterrädern. Antworten


Rolf Heinzmann

20.01.2012, 19:39 Uhr
Melden 14 Empfehlung

Der Grund, warum Novartis bleibt ist im attraktiven Steuerangebot des Kantons und weniger im Aufstand der Arbeiter zu suchen. Wenn Pardini so tut, als wäre das sein Verdienst, dann streut er uns Sand in die Augen. Finde es schön, dass Novartis bleibt, aber dann soll Pardini wenigstens ehrlich sein. Antworten


Roland Schürch

21.01.2012, 04:02 Uhr
Melden 3 Empfehlung

das ist ja das miese an Novartis. Wieso müssen sie für Gespräche mit dem Kanton den Wegzug ankündigen?
Folge: Wir die Normalverdienenden zahlen die Zeche mit höheren Steuern und Gebühren! Während das Kapital der Reichen und Konzerne in Steueroasen flieht.


Peter Koller

20.01.2012, 19:01 Uhr
Melden 16 Empfehlung

Grosskonzern beschliesst die Schliessung von Teilbetrieben. Grosses Wehklagen von Behörden und Gewerkschaft. Verhandlungen mit Grosskonzern. Betriebe werden nur zum Teil und nicht geschlossen. Behörde macht Konzessionen an Grosskonzern. Arbeitnehmer verzichten auf Teil vom Lohn. Grosskonzern profitiert mit einen einfachen Beschluss Millionen von Steuergeldern! Leute solches Vorgehen hat System!!!! Antworten


lisa hufschmid

20.01.2012, 21:25 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Die Konzession verhindert Arbeitslosigkeit. Arbeitnehmer, Gewerkschaft und die Waadtländer-Regierung haben Vorschläge gemacht und beharrlichn verhandelt. Dass Novartis trotz Milliardengewinn den Betrieb in Prangins schliessen wollte ist ein Skandal.


Daniel Meier

20.01.2012, 18:50 Uhr
Melden 13 Empfehlung

Man könnte die Sache auch so sehen, dass Novartis gar nie im Sinn hatte zu schliessen sondern einfach Pokern wollte um bessere Konditionen heraus zu holen. Wenn man dann hinsteht und sagt das die Sache ein totaler Erfolg gewesen sei, muss man schon fragen aus welcher Sicht. Antworten


beat merkli

20.01.2012, 18:33 Uhr
Melden 4 Empfehlung

Man muss sich mal fragen warum Novartis so gross und mächtig geworden ist....sind wir eine Medi-Gesellschaft? Antworten


James Lehmann

20.01.2012, 18:18 Uhr
Melden 5 Empfehlung

Im Grossen geht es ja eigentlich einfach um die zu grosse Macht der Besitzenden... das ist ja nur eine Note in einem grossen Stück... spielt es mal zu Ende... vielleicht gibts ja dann Applaus aus den wohlbetuchten Reihen. Antworten


Ronnie König

20.01.2012, 18:17 Uhr
Melden 6 Empfehlung

Die UNIA hat da nur wenig zum Erfolg beigesteuert. Aber den Multis ist noch nicht ganz klar, dass es so nicht weitergehen kann, denn wenn das Volk die Nase voll hat, und das nicht nur hier, können sich viele Dinge sehr schnell ändern und für alle ein Verlust sein. Der Markt soll funktionieren und der Staat auch. Aber beides geht nur unter fairen Bedingungen für den wichtigsten: Bürger/Konsument! Antworten


Verena Lüthi

20.01.2012, 17:59 Uhr
Melden 13 Empfehlung

Dient alles nur der Gewinnmaximierung von Novartis. Antworten


Ralf Bachmann

20.01.2012, 17:57 Uhr
Melden 31 Empfehlung

Ich bin wahrlich kein Kapitalismus-Abschaffer, aber mir macht die zunehmende Machtlosigkeit von staatlichen Körperschaften gegenüber dem Diktat des Marktes Bauchweh. Es scheint dass wir so lange dereguliert haben bis uns die Kontrolle über ein System entglitt, das uns eigentlich dienen und nicht uns beherrschen sollte. Antworten


Fredy Saxer

20.01.2012, 17:41 Uhr
Melden 5 Empfehlung

Eine einheitliche Steuerharmonisierung der Unternehmungen wäre gerade für Randregionen mit schlechten Verkehrsanschlüssen der Untergang. Bestehende und neue Unternehmen würden sich nur noch in den grossen Agglomerationen ansiedeln und der Preisdruck würde enorm steigen. Der Weg der Unia ist falsch, da diese nicht für die Arbeitnehmerschaft handelt sondern politische Einflussnahme zum Ziel hat. Antworten


martin von Allmen

20.01.2012, 18:58 Uhr
Melden 4 Empfehlung

Dank dem gewerkschaftlichen Einsatz von UNIA konnte eine kleine Wende erkämpft werden. Die Belegschaft ist die Gewerkschaft und UNIA hat dort Erfolg oder Teilerfolge, wo die Arbeitnehmerschaft mithilft im Kampf um etwas mehr Gerechtigkeit. Übrigens bezahlt die Gewerkschaft ja auch den Lohnausfall bei Streiks, sogenannte Streikgelder. Ohne das geht nichts!!!! Darum DANKE UNIA!!!


Ursi Brock

20.01.2012, 18:00 Uhr
Melden 3 Empfehlung

Ab und zu kommt man nicht um zentrale Kontrolle herum. Auch beim Thema Standort der bisher darauf basiert die Kosten möglichst gering zu halten. Gibt es noch andere Faktoren? Ich denke nicht. Ein negativer Auswuchs dieser Laisser -Faire Strategie ist die konzentration der Arbeitsplätze was zu Folge hat das 10'000 jeden Tag quer durch das Land fahren um zu arbeiten...


anton haefliger

20.01.2012, 17:24 Uhr
Melden 5 Empfehlung

nur eine billige ausrede wieso sich schwache politiker erpressen lassen.. Antworten


Anastasia-Margarita Tse-Iosseliani

20.01.2012, 17:22 Uhr
Melden 21 Empfehlung

Ich teile zu 100% Herr Pardinis Meinung. Es kann nicht angehen das Konzerne mit Milliardenewinn das Gefühl bekommen, sie müssten ihre Arbeiter entlassen, weil sie noch mehr Milliarden scheffeln wollen. Antworten


Ursi Brock

20.01.2012, 18:31 Uhr
Melden 9 Empfehlung

J sicher Hr. Kaiser. Das mit den Investitionen ist schon richtig. Blos dieses auspielen ganzer Länder oder Regionen inkl. aller Menschen die dort leben geht mir mächtig auf den Keks. Warum? Weil die Gier zur Masslosgkeit verkommen ist und durch den forcierten Wettbewerb die Menschen am Ende nur verlieren. Zuerst anderswo, später dann auch hier...


David Kaiser

20.01.2012, 18:19 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Helmut Schmidt hat eins gesagt: die Investitionen von heute, sind die A-plätze von morgen. Novartis muss Investieren, investieren heisst auch automatisieren und Kosten sparen. Wenn es Novartis nicht macht, machen es die anderen, und dann ist Novartis schnell weg. Wollen Sie das? Investitionen. fördern auch neue A-plätze; dort, wo es am effizientesten ist, und das tut weh, wenn's nicht in der CHist


Ursi Brock

20.01.2012, 17:36 Uhr
Melden 9 Empfehlung

Aber sehen Sie denn nicht, die tun das permanent. Seit Jahren schon werden die Staaten und konsequenterweise auch die dort lebenden Menschen durch Standortwettbewerbe in ihren X Varianten zum sparen gewzungen wärend ein paar andere sich zusätzlich zum Wettbewerb um immer Vorteilhafter Konditionen auch noch die Steueroasen zu nutze machen können. Alle anderen haben auf Dauer nichts davon.


Roland Strauss

20.01.2012, 17:17 Uhr
Melden 19 Empfehlung

Die grossen Konzerne vergessen ständig, dass sie mit ihren ausgezahlten Löhnen auch Kaufkraft erzeugen, welche gebraucht wird, um eben ihre eigenen Produkte abzusetzen. Bald werden die Konzerne in ihrem Geld und ihren Lagerbeständen ersaufen, während der Rest der Bevölkerung zuschauen kann. Antworten


Markus H. Meierhans

20.01.2012, 17:11 Uhr
Melden 34 Empfehlung

Wenn man sieht, dass in den USA Firmen mit 30 Mia Gewinn keine Steuern bezahlen und gleichzeitig noch Mia-Subventionen einstreichen, dann ist klar: Die Zukunft wird den Einfluss noch viel stärker Richtung globale Grossfirmen verschieben.
Ist das die neoliberale Vision (auch der SVP und FDP), die 'mehr Markt' und 'weniger Staat' (=weniger Demokratie) verspricht? Na dann, wohl bekomms.
Antworten


Walter Dobler

20.01.2012, 17:08 Uhr
Melden 17 Empfehlung

Herr Pardini, könnte es nicht sein, dass es hier nicht Sieger und Verlierer gibt, sondern dass jeder etwas nachgeben musste um zu einem gut eidgenössischen Erfolg zu kommen. Damit wurde alle zu Gewinnern ! Wenn ich sie wäre, würde ich vom hohen Ross etwas runterkommen - aber Bescheidenheit ist ihr Ding wohl nicht ! Antworten


Jakob vonGunten

20.01.2012, 16:54 Uhr
Melden 23 Empfehlung

Da überschätzt sich die Unia gewaltig! Der Einfluss der Gewerkschaften als institutionalisierte Nötigungsorganisationen schwindet permanent gleich wie ihre Mitgliederzahl. Unia und deren Ansichten sind in den Medien krass übervertreten; man hilft sich unter Genossen aus. Wir müssen uns lösen von der angesprochenen Geiselhaft der Gewerkschaften. Ihr Ziel: Abschaffung der kantonalen Steuerhoheit. Antworten


Albert Klaus

20.01.2012, 16:38 Uhr
Melden 26 Empfehlung

Weder liess sich die Verwaltung von Novartis noch liess sich diese von den (wenigen) Streikenden in Geiselhaft nehmen.Das ist Kampfjargon der Gewerkschaft. Es war das Resultat eines Kompromisses aller Sozialpartner wo auch die Angestellten (Mehrarbeit zu gleichem Lohn) wie die Regierung (angeführt vom Realsozialisten Maillard) westentlich beigetragen haben. Antworten


Jonas Brunner

20.01.2012, 16:38 Uhr
Melden 13 Empfehlung

"Dies geht nur durch eine schweizweite Harmonisierung der Steuerpolitik." Er hätte auch sagen können "Ich bin dafür den Föderalismus abzuschaffen." Aber letztendlich wollen die Gewerkschafter ohnehin nichts anderes als einen legalen Weg zu finden, Leute zu bestehlen. Schon lustig, das Gewerkschaften ja genau das immer den Unternehmen vorwerfen, dabei sind sie kein bisschen besser... Antworten


Peter Huonker

20.01.2012, 16:51 Uhr
Melden 24 Empfehlung

Hallo?Bestehlen?Ich glaube kaum,dass irgend ein Gewerkschafter Milionenbonis abkassiert oder Miliardengewinne verkündet und dann gelichzeitig 2000 Leute entlassen will+Standort schliessen.Das nenne ich bestehlen und nicht die Forderung, dass Grosskonzerne auch ein bisschen Steuern zahlen, da die Steuern in der Schweiz generell tief sind, aber eben nur weiter rauben und dann platzt mal der Kragen


Orvil Weltmann

20.01.2012, 16:24 Uhr
Melden 15 Empfehlung

"Dies geht nur durch eine schweizweite Harmonisierung der Steuerpolitik."
Stichwort "schweizweit", noch nie von Globalisierung gehört? Sobald Unternehmen grösser sind als ganze Länder, wird das Land irrelevant, es sei denn lokale Resourcen (Rohstoffe) können nicht umgezogen werden. Gewerkschaften sollten sich auch Gedanken machen wie sie mehr global agieren können.
Antworten


Marc Raggenbass

20.01.2012, 16:18 Uhr
Melden 9 Empfehlung

Man sollte die Arbeitnehmer wieder vermehrt in die Verantwortung einbinden und ihnen Aktien abgeben. Dann gibt es nicht diese Auseinandersetzung zwischen Shareholder und Stakeholder. Sowenig wie es ohne Arbeitnehmer geht, sowenig geht es ohne Kapital, das heisst dem Einsatz von Spargeldern für die Entwicklung des Unternehmens. Antworten


Alex Bötschi

20.01.2012, 16:40 Uhr
Melden 22 Empfehlung

Nicht nur vermehrt sondern voll und ganz. Die Unternehmen sollen denen gehören welch in ihnen arbeiten. Syndikalismus, so sollte die Welt organisiert sein, frei von fremden Ausbeutern. Es funktioniert, es gibt gute Beispiele. Aber ob wir den Tag wohl noch erleben werden?


Bruno Petzig

20.01.2012, 16:13 Uhr
Melden 30 Empfehlung

Ja Herr Pardini, feiern Sie Ihren sozusagen "Erfolg". Es ist einzig ein Erfolg für Novartis, längere Arbeitszeiten, weniger Lohn, weniger Steuern. Das ganze war ein abgekartetes Spiel seitens Novartis Führung. Antworten


Alex Bötschi

20.01.2012, 16:10 Uhr
Melden 38 Empfehlung

Frei nach Floh de cologne...Die Arbeiter heissen Arbeiter weil sie arbeiten, die Unternehmer heissen Unternehmer weil sie was unternehmen, würden die Arbeiter etwas unternehmen, müssten die Unternehmer arbeiten. Antworten


Alex Bötschi

20.01.2012, 16:08 Uhr
Melden 125 Empfehlung

Wenn die Gewerkschaft dies als totalen Erfolg bezeichnet hat sie sich soeben als überflüssig erwiesen. Welcher Firmenführer wird schon absagen wenn die Belegschaft länger für weniger arbeitet und dazu Millionen mit Steuersparnissen und Landumzonungen winken? Wie lange dauerts wohl bis die nächsten auf den Zug aufspringen? Und wie lange bis die Gemeinde Nyon wieder vor der gleichen Frage steht? Antworten


fritz stern

20.01.2012, 16:03 Uhr
Melden 104 Empfehlung

wenn man in der schweiz einen einheitssteuersatz hätte, dann würden sich die kantone zbw. gemeinden nicht mehr prostitutieren müssen! und auch die lobby wäre überflüssig. Antworten


Hans Meier

20.01.2012, 19:00 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Genau. Ein Multinational muss auch zwingend den Hauptsitz in der Schweiz haben. Mein Gott, wachen Sie auf!



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