Schweiz

Kormoranen gehts an die Federn

Aktualisiert am 08.09.2009 7 Kommentare

Die fischfressenden Vögel sind laut Nationalrat eine Plage: Die Schonzeit soll um einen Monat auf März bis August verkürzt und Eier angestochen, entfernt oder ausgetauscht werden.

Sein Bestand in der Schweiz soll reduziert werden: Kormoran.

Sein Bestand in der Schweiz soll reduziert werden: Kormoran.
Bild: Keystone

Der Kormoran

Kormorane treten in der Schweiz laut Vogelwarte Sempach als häufige Durchzügler und Wintergäste in Erscheinung. Zudem übersommern bei uns gegenwärtig 400-700 Individuen, vor allem am Genfersee. Mit der Jahrtausendwende kam es zu den ersten Bruten in unserem Land. Die europäischen Brutbestände nahmen aufgrund von Schutzmassnahmen in den Achtzigerjahren stark zu. In der Folge erhöhte sich auch der Winterbestand in der Schweiz und erreichte im Januar 1992 ein Maximum von 8415 Vögeln. Danach pendelte sich der Winterbestand bei 5000-6000 Individuen ein, wobei im Herbst kurzzeitig höhere Bestände anwesend sind.

Der Nationalrat hat am Dienstag eine Motion der Umweltkommission (UREK) mit 118 zu 53 Stimmen angenommen. Mit diesem Entscheid kommt der Nationalrat den Berufsfischern entgegen. Diesen sollen gegen den Willen des Bundesrats auch die Schäden vergütet werden, welche die Kormorane an den Netzen und durch gestohlene oder angepickte Fische verursachen.

Elvira Bader (SO/CVP) bezeichnete die fischfressenden Vögel namens der Kommissionsmehrheit als Plage. Die Situation sei inzwischen unerträglich geworden. Die Kormorane seien nicht nur für die Fischer ein Problem, sie gefährdeten auch bedrohte Fischarten wie etwa die Aesche. Kormorane verzehren laut Bader täglich rund 500 Gramm Fisch, darunter auch Exemplare von bis zu 55 cm Länge.

Cleverer Rückzug

Umweltminister Moritz Leuenberger zeigte Verständnis für die Sorgen der Berufsfischer. Kein Verständnis hat er für die finanziellen Begehren, die sich nach seinen Angaben auf bis zu 700'000 Franken pro Jahr belaufen könnten. Dann schon «lieber Eier anstechen». Diese und weitere Massnahmen wie etwa die Nesterentfernung oder das Ersetzen der Kormoraneier durch Gipseier sind erlaubt.

Nicht in Frage kommt für Leuenberger der Abschuss in Schutzgebieten, wohin sich die clevere Mehrheit der Kormoran- Population - laut Leuenberger 90 Prozent - zurückgezogen hat. Die Vorlage geht nun in den Ständerat. (sam/sda)

Erstellt: 08.09.2009, 11:35 Uhr

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7 Kommentare

Christian Keller

08.09.2009, 11:45 Uhr
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Wieder einmal bleibt der Tierschutz wegen des Menschen Futterneid auf der Strecke und der sog. Umweltminister hat auch noch Verständnis dafür. Wovon sollen denn die Kormorane leben, wenn nicht von Fisch ? im Gegensatz zum Menschen hat der Vogel keine Alternativen - also weg mit dem "Viehzeug".... Antworten


Hans Meier

08.09.2009, 12:20 Uhr
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@Keller Die Äschen habe in unseren verbauten Flüssen keine Chance bei Kormoraneinflug. Darf eine nicht gefährdete Tierart wie der Kormoran die Äschen ausrotten? Ich sage nein. Antworten



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