Kriminelle Asylbewerber belasten die Kassen der Kantone

Laut den Kantonen hat die Kriminalität unter gewissen Asylbewerbern seit Jahresbeginn stark zugenommen. Dies verursacht enorme Mehrkosten auf allen Ebenen. Gefordert ist nun besonders der Bund.

Rasche Asylverfahren sind gefordert: Eine Person wird in Kloten ausgewiesen.

Rasche Asylverfahren sind gefordert: Eine Person wird in Kloten ausgewiesen. Bild: Keystone

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Seit Beginn 2011 haben die Beschwerden über renitente Asylsuchende stark zugenommen. Erstmals benennen nun die Kantonsregierungen die Entwicklung in der gesamten Schweiz. Wie der Berner Sicherheitsdirektor Hans-Jürg Käser gegenüber der «SonntagsZeitung» sagt, verzeichnen alle Kantone einen deutlichen Anstieg der Kriminalität unter Asylsuchenden.

«Wir haben enorme Probleme mit sehr vielen der jungen Männer aus dem Maghreb», bestätigt Käser gegenüber der Zeitung. Diese schreckten oft vor nichts zurück, begingen Diebstähle, Einbrüche oder handelten mit Drogen, so der Vizepräsident der Konferenz sämtlicher Justiz- und Polizeidirektoren der Schweiz. Karin Keller-Sutter, Amtskollegin aus St.Gallen, unterschreibt Käsers aussage: «Auch sehr erfahrene Betreuer von Asylsuchenden berichten mir, dass sie noch nie eine so schwierige Kundschaft hatten.»

Mehr Geld für Sicherheitsfirmen

Besonders viele nordafrikanische Männer im Alter von 18 bis 30 Jahren sorgte für Probleme, so Keller-Sutter. Oftmals seien sie «extrem renitent», griffen Betreuer an und hielten sich generell an keine Regeln. Ähnlich klingt es aus anderen Kantonen. Urs Hofmann, Aargauer Landammann, sagt gegenüber der «SonntagsZeitung»: «Auch die Kantonspolizei Aargau ist vermehrt mit dem Problem von stark alkoholisierten Asylbewerbern aus Nordafrika und mit Kleinkriminalität um die Unterkünfte konfrontiert.»

Konsequenz ist, dass Bund und Kantone mit erheblichen Mehrkosten konfrontiert sind. Gemäss Hans-Jürg Käser gehen diese in die Millionen, da vielerorts zusätzliches Geld für private Sicherheitsfirmen ausgegeben werden muss. Das Bundesamt für Migration hat dieses Jahr für die Empfangszentren rund 15,5 Millionen Franken für Sicherheitsfirmen budgetiert. Nächstes Jahr werden es 18 Millionen Franken. Dies vor allem weil die Bewachung in den Zentren intensiviert werden muss.

Strikte Haltung, gute Ausbildung

Auch Beat Meiner, Generalsekretär der Schweizerischen Flüchtlingshilfe, kann die erhöhte Kriminalität unter nordafrikanischen Flüchtlingen nicht relativieren. Für ihn sind die «aussichtslose Lage» und teilweise «ihre Vergangenheit» mitunter als Gründe für das Verhalten zu nennen. «Einige der Tunesier haben eine kriminelle Vorgeschichte. Sei es, dass sie beim Umsturz aus einem Gefängnis freigekommen sind oder weil sie sich in Italien irgendwie durchs Leben schlagen mussten», sagt er gegenüber der «SonntagsZeitung».

Laut Meiner handle es sich oft um sehr junge Leute, die ohne Eltern unterwegs seien. Er pocht deshalb auf faire Behandlung. Man müsse sich ihrer annehmen, unser System erklären und ihnen gegenüber eine strikte Haltung einnehmen. «Sie müssen wissen, dass sie nicht hier bleiben können.» Ebenfalls plädiert Meiner dafür, dass man die jungen Männer dabei unterstützen solle, ihre Heimkehr zu erleichtern. Dafür sollten sie eine Ausbildung erhalten, beispielsweise in der Tourismusbranche oder der Landwirtschaft.

Die Kantone pochen derweil auf raschere Asylverfahren des BFM. Zusätzlich soll das Bundesamt Rückschaffungsverträge mit Maghreb-Staaten abschliessen. (kpn)

Erstellt: 27.11.2011, 07:17 Uhr

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«Probleme mit sehr vielen jungen Männer»: Karin Keller-Sutter. (Bild: Keystone )

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