Kuhn: «Sprecher einer grossen, schweigenden Gemeinschaft»
Aktualisiert am 12.08.2009 11 Kommentare
Seine Worte werden Folgen haben: René Kuhn (Archivbild). (Bild: Keystone)
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Kuhns Mitteilung lässt vom ersten Satz an erahnen, dass er bereits unter Druck steht. «Dies ist mein privater Internetauftritt», schreibt er auf seiner Webseite, «die Äusserungen auf diesen Seiten sind rein privater Natur, unabhängig von meinen politischen Ämtern.» Und: «Ich nehme das Recht jedes schweizerischen Staatsbürgers zur freien Meinungsäusserung wahr.»
Keine inhaltliche Antwort auf die Kritiker
Eine Erklärung des Bedauerns oder gar eine Entschuldigung zu den umstrittenen und pauschalen Äusserungen über die Schweizerinnen liest man allerdings nicht. Im Gegenteil: «Wenn ich die zahlreichen positiven Einträge in den Blogs und meinen persönlichen Mails lese», so schreibt Kuhn, «bestärkt mich dies in der Meinung, der Sprecher einer grossen, schweigenden Gemeinschaft zu sein und damit ein Tabu gebrochen habe. Das Thema schien angesichts der grossen Resonanz in der Öffentlichkeit schon längst fällig gewesen zu sein.»
Auch in den folgenden Sätzen versucht der SVP-Politiker, sich als mutigen Sprecher der schweigenden Masse der Bevölkerung darzustellen: «Warum fühlen sich nun so viele Menschen von meiner persönlichen Meinung betroffen und identifizieren sich mit meinen Ausführungen?», so schreibt er, «vielleicht weil ich etwas geschrieben habe, was viele denken, jedoch nicht zu sagen wagen?»
Politische Konsequenzen nicht auszuschliessen
Zuvor hatte Kuhn auf die Mitteilung auf seiner Homepage angekündigt. Die Schuld an den heftigen Reaktionen auf seine Äusserungen schob der SVP-Politiker den Journalisten zu: «Nachdem sich die gesamte Medienlandschaft in der gesamten Schweiz auf mich eingeschworen hat und ich mit meinen privaten und persönlichen Äusserungen einen "Sommer-Skandal" herbeigeführt habe», so hiess es in dem Text, «werde ich heute Abend eine persönliche Mitteilung auf dieser Internetseite veröffentlichen.»
Wegen seiner Bewertung der Schweizerinnen ist Kuhn bereits stark unter Druck: Josef Kunz, Präsident der SVP des Kantons Luzerns, distanzierte sich am Dienstag von den Äusserungen. Kuhn müsse mit dem Ausschluss aus der Partei rechnen, sagte er. Die Parteileitung wird sich laut Kunz sich am 20. August des Falles annehmen und über die Sache entscheiden. Zuständig für den Ausschluss wäre allerdings die SVP der Stadt Luzern. (raa)
Erstellt: 12.08.2009, 11:12 Uhr
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11 Kommentare
Was ist eigentlich mit dem Recht auf freie Meinungsäusserung geworden? Hier wird schliesslich niemand direkt diffamiert, und eine generelle Verunglimpfung von Frauen zu erkennen, bedürfte fürwahr einer pervertierten linksextremen (also für CH-Bürger: SP/Grünen) Sicht der Dinge... Antworten
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