Lasst die Kinder Kinder sein!
Von Saïda Keller-Messahli. Aktualisiert am 16.08.2010 81 Kommentare
Saïda Keller-Messahli, 1957 in Tunesien geboren, ist Präsidentin des Forums für einen fortschrittlichen Islam.
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Artikel zum Thema
- Kämpfer gegen das Kopftuch
- «Hinter dem Kopftuch der Frauen stehen die islamischen Ehemänner»
- St. Gallen facht die Kopftuchdebatte neu an
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Der Erziehungsrat des Kantons St. Gallen empfiehlt den Schulen, Kopfbedeckungen zu verbieten. Ist das nicht zu viel der Vorschriften, wo doch bisher selbst die sichtbare Haut auf Nabelhöhe zu keinen vergleichbaren Verboten geführt hat?
Doch es geht nicht um eine Kleidervorschrift, sondern um eine Massnahme gegen den immer sichtbarer werdenden Islam in der Schweiz. Eine Massnahme, die auch die Religionsfreiheit einschränkt. Verständlich also, dass viele freiheitsliebende Schweizerinnen und Schweizer darob hörbar aufgeschrien haben.
Ein Zeichen für die Heiratsfähigkeit
Der Fall ist allerdings komplexer. Das Kopftuch der Frau ist nämlich nicht eine substanzielle und notwendige Vorschrift für den islamischen Glauben. Aber innerhalb islamistischer Kreise ist es ein Zeichen für die erlangte Geschlechtsreife und damit für die Heiratsfähigkeit.
Das aber hat in der Schweiz, in der ein Mädchen ein Mädchen sein darf, keinen Platz. In der Schweiz endet das Schutzalter der Jugendlichen mit dem erfüllten 18. Lebensjahr – und das soll auch für die hier lebenden Muslime gelten. Die Schweiz hat die UNO-Konvention über die Rechte des Kindes unterzeichnet. Dort heisst es im Artikel 1: «Im Sinne dieses Übereinkommens ist ein Kind jeder Mensch, der das achtzehnte Lebensjahr noch nicht vollendet hat.»
Koran verlangt kein Kopftuch
Der Koran, die einzige verbindliche Quelle für Muslime, verlangt auch bei einer wortwörtlichen Lesart kein Kopftuch für die Frau. Er empfiehlt den Frauen lediglich, ihre Brust zu bedecken. Eine Empfehlung, die auch zu unserer Gesellschaft in der Schweiz ja passt. Das Kopftuch für erwachsene Frauen hat allerdings eine Tradition, die bis zur Antike zurückverfolgt werden kann. Traditionen sind aber nicht religiöse Vorschriften und müssen unter dem Titel «Religionsfreiheit» deshalb nicht vorbehaltlos geschützt werden.
Was aber spricht konkret gegen das Kopftuch bei Kindern? Das Selbstbestimmungsrecht, nicht zuletzt in religiöser Hinsicht, ist ein Menschenrecht. Und ein Recht, als Subjekt anerkannt und nicht sexualisiert oder verhüllt zu werden. Kinder möchten so wie die andern Kinder sein. Sie möchten Teil einer Gemeinschaft von Gleichen sein. Ausgrenzung ist schon für Erwachsene schwierig und oft unerträglich, für Kinder ist sie die Hölle. Der gruppendynamische Druck auf Schulkinder, die Kleider ohne Modelabel tragen, ist – als Beispiel – mittlerweile so gross geworden, dass immer öfter nach der guten alten Schuluniform gerufen wird.
Ein Befehl der Eltern
Die Politologin und Muslimin Elham Manea von der Universität Zürich spricht sich gegen das Kopftuch bei Kindern aus. «Ein Kind ist keine Frau. Zwingt man einem Kind eine solche Kleidervorschrift auf, dann raubt man ihm seine Kindheit und degradiert es zu einem Sexualobjekt.»
Kein Kind trägt die Kopfbedeckung freiwillig, selbst wenn es, danach befragt, dies so sagen würde. Das Tragen des Kopftuches ist oft der Wunsch oder die Anweisung der konservativen Eltern. Diese glauben, das Kind so den (begehrlichen) Blicken der Männer zu entziehen. In Wirklichkeit bewirken sie das Gegenteil: Das Kopftuch ist augenfällig. Und es impliziert eine Aussage, die die Eltern, wären sie sich dessen bewusst, klar ablehnen würden: Der Körper des Mädchens ist eine verbotene Zone, ein Sexualobjekt.
Kinder sollen frei sein
Kinder sollen möglichst frei sein von religiöser Programmierung und auch in religiöser Hinsicht der eigenen Selbstverantwortlichkeit entgegenwachsen. Kinder sollen von Insignien der religiösen Abgrenzung freigehalten werden. Und sie sollen keine Kopfbedeckung tragen, die – im Glauben der eigenen Familie – das Gegenteil von Kindheit signalisiert: nämlich die Geschlechtsreife und ein Alter, das Heiratsfähigkeit bedeutet.
Und wo sollen wir diese Forderung durchsetzen, wenn nicht in der Schule? Die Schule ist die Zukunft unserer Gesellschaft. Und auch die Integration der Immigranten beginnt – spätestens! – in der Schulzeit. Genau darum halte ich ein Kopftuchverbot für Mädchen auch als Muslimin für richtig und angebracht. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 16.08.2010, 10:59 Uhr
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81 Kommentare
Der Autorin ist für diesen sachlichen Artikel zu gratulieren. Ich als Schweizer ohne Ahnung vom Islam bin dankbar für offene Worte. Sie helfen mir eine Meinung zu bilden. Ausserdem bezieht sich die Autorin auf die Betroffenen, die Kinder. Wenn Kinder nicht zu etwas gezwungen werden, was uns fremd ist, verstehen wirauch die Erwachsenen besser, die aus freiem Willen anders sind als wir Schweizer. Antworten
Es ist Zeit, dass wir die Kinder Kinder sein lassen und weder zu Kopftüchern noch zu speziellen Haarschnitten usw. zwingen - wenn sie dann volljährig sind, können sie frei über sich selbst, aber nicht über andere - entscheiden. Das gilt auch für religiöse Symbole in öffentl. Gebäuden - diese haben - bei allem Respekt für diese Symbole - in der heutigen Zeit dort keinen Platz. Aufklärung tut not! Antworten
@thomas steffen sie sind ja amüsant. was verstehen sie unter "schwul gekleidet"? beim thema kopftuch geht es nicht einfach um ein kleidungsstück, sondern um eine religiös-politische aussage. @ruedi tschudi ihr argument zieht nicht. auch nach der bibel ist die frau dem mann untertan und trotzdem haben wir es dank der aufklärung geschafft, etwas wie gleichberechtigung zu erreichen. Antworten
Es ist nicht nur das Kopftuch, was Kinder scheinbar zu Sexualobjekten degradiert. Es gibt auch westliche Bekleidungsformen die solches in hohem Masse und expliziter tun - und daran stört sich niemand. Ob jemand ein Kopftuch trägt kann nur er - oder seine Eltern für ihn entscheiden. Ein Kopftuchverbot ist per se gegen die freie Selbstbestimmung gerichtet und daher stets abzulehnen. Antworten
@Herrn Romberg, dann würde ich gerne mal das Büchlein das ich hier in den Händen habe mit ihnen gerne durchdiskutieren und zwar persönlich, es handelt sich um den sogenannten Ahnenpass aus Deutschland, der ausgegeben wurde um eben zu verdeutlichen dass Deutsche "Arisch" leben. Schön wenn sie gute Freunde dort gefunden haben aber ich habe eine Vergangenheit dort, die ist absurd, wie ihre Meinung Antworten
Ich wäre auch für ein Verbot obwohl verbote nur selten eine Lösung sind. Wenn sie als volljährige Frau ein Kopftuch tragen will kann sie das dann ja tun. Es ist eine gute Methode religiösem Druck zuvorzukommen. Es ist wichtig das unsere Offene Gesellschaft jungen und jugendlichen Mädchen zeigt das sie sich religiösem Druck nicht beugen müssen Antworten
Nicht immer ist ein Verbot das beste Mittel, ein für die Mehrheit unerwünschtes Verhalten Einzelner zu verhindern. Soll der Staat Mädchen zwingen, sich gegen ihre Eltern zu entscheiden? Akzeptieren wir, dass dann orthodoxe islamische Schulen entstehen, wie es sie für jüdische Kinder schon gibt? Wie gehen wir mit jüdischen oder mennonitischen Kleidervorschriften um? Antworten
Ich verstehe einfach nicht was am Tragen eines Kopftuches religiös sein soll. Speziell die Ganzkörperverschleierung verstehe ich nicht. Es ist wie oft: die Frau muss sich unterwerfen weil sich manche Männer nicht im Griff zu haben scheinen. Bei wem kommen denn solche Gedanken auf? Nicht bei den Frauen. Was ist denn schlecht an einer Frau? Wenn man nur so einseitig denkt könnte man alles verbieten. Antworten
A. Romberg: wie Maria aussah- eben- wie vor 2000 Jahren- hat sich Ihres Erachtens ncihts geändert? Wir steinigen nicht mehr, wir essen alles- es hat auch keine Autos gegeben, und keine PC's- einen kleinen Fortschritt hat die Menschheit gemacht- nur wie die Frauen angesehen werden ist oft noch biblisch- macht Euch dem Manne untertan- das ist ja was sie und die Muslim Männer wollen- oder nicht? Antworten
Klaro: Es wird KEIN Kind unter 18 mehr getauft, gefirmt oder konfirmiert. Gebete im Elternhaus werden ebenso verboten wie aufklärerische Erziehung zum Atheismus. Kirchenbesuche sind verboten, ausgenommen Hochzeiten und Abdankungen, aber das hat ja eh nichts mit RELIGION zu tun. Wo sollen denn unsere vielbeschworenen "christlichen, bzw. ethischen Grundwerte" vermittel werden? In der Fahrschule? Antworten
In 20 Jahren Schuldienst in der Stadt Zürich habe ich NIE ein kleines Kind wie auf dem Foto mit Kopftuch in der Schule gesehen. Das Kopftuchverbot trifft Jugendliche ab 12, 13 Jahren, also Schülerinnen der Oberstufe und Mittelschulen. Ich weiss nicht, welche Muslime Frau Keller und Frau Manea vertreten - ich jedenfalls halte mich für durchaus moderat, aber mich vertreten die Damen nicht. Antworten
Es entspricht keiner Religionsfreiheit wenn man/frau dazu im Kindesalter gezwungen wird. Sei es die Zwangschristianisierung mit der Taufe oder die Zwangsislamisierung geschweige den von Beschneidungspraktiken der jüdischen Gemeinschaft im Kindesalter. Es sollte ein Menschenrecht sein selber mit 16 oder 18 Jahren zu entscheiden! Antworten
@Mark Keller - Sie haben recht, man muss auch an die Eltern denken. Wenn der Imam fragt, "Warum trägt deine Tochter kein Kopftuch in der Schule? Hmmm?" - dann ist die Antwort schwer, wenn es erlaubt ist, und ganz einfach. wenn es einfach verboten ist. Antworten
Wenn die Erzeuger ihr Kind vor anderen beschützt wissen wollen, ist ihre eigene geistige und körperliche Gegenwart gefordert. Leitet und beschützt das Kind. Allah- da bin ich mir sicher- wird seine Tochter lieben - mit oder ohne Tuch. Er wird aber denjenigen ächten, der das Kind nötigt. Mit oder ohne Tuch. Und das Kind schliesslich, wird selbst wählen, wie es ihm am liebsten ist. Gott sei Dank. Antworten
Man spürt tatsächlich das nicht einer wirklich eine Ahnung vom Islam hat. Das meiste was man hier zu lesen bekommt beruht auf reiner unwissenheit. Selbst hat man keine religion die man praktiziert, wer gibt einem dann das recht eine andere zu verbieten? Und wer forscht hat jeder ein urglauben, an einen einzigen gott;-) In deutschland erkenne ich zum glück den jenigen mit rechtem gedankengut;-) Antworten
ich möchte frau saïda keller-messahli meinen dank aussprechen und sie moralisch unterstützen nicht aufzugeben und für einen gemässigten islam zu kämpfen. ich wünsche mir, dass es nach einer phase der berreinigung zu einer konsolidierung und schlussendlich zu dem friedlichen islam auf der welt kommt, den wir uns alle wünschen! Antworten
Frau Keller-Meshali unterliegt einem Irrtum: Auch wenn der Koran kein Kopftuch fordert, so ist das Kopftuch dennoch für viele Muslime ein religiöses Symbol. In der liberalen Schweiz ist nicht entscheidend, was Imame meinen, sondern wie der Gläubige empfindet. Auch die Katholiken machen vieles, was im Widerspruch zur Bibel steht (z.B. Kindertaufe). Trotzdem ist das Teil ihrer Religion. Antworten
@ Mira Müller: Es gibt Leute die in der Badi Frauen sehen die auch nicht ihre Brüste bedecken! Dies sollte man auch verbieten! Warum verbieten wir dann nicht auch nicht Frauen sich wie Männer anzuziehen? Ein Kopftuch, hat mehr mit der Frau zu tun als Männerkleidung!! Ich beschwere mich ja auch nicht, wenn ich schwul Gekleidete Männer sehe! Antworten
Weiter so! Kopftücher weg von der Schule. Wir leben hier in der Schweiz! Vor nicht allzu langer Zeit musste in einer innerschweizer Schule ein Christuskruzifix aus dem Schulzimmer entfernt werden, weil es Andersgläubige störte bzw. sich dessen Eltern diskriminiert fühlten. Wir leben in einem christlich dominierten Land und bast. Muslime haben sich den Gesetzen anzupassen. Nicht wir ihnen. Antworten
Frau Saida-Keller-Messahli bringt es auf den Punkt! Danke! Eine Auseinandersetzung mit dem Sufismus (Mystik des Islams), statt Tradition-Erhaltung, wäre wesentlich fruchtbarer! Die Mystik aller Religionen stammt aus einer gemeinsamen Quelle. Ihre Sprache ist international und verbindet uns! Rosalba Nussio Antworten
@ Halil Emer. In dem Fall sollte es auch erlaubt sein, nackt durch die Freie Strasse zu spazieren. Warum sollte man so etwas verbieten? Es gibt doch Menschen, die das freiwillig machen wollen! Nein, Halil Emer, es gibt ethische Regeln in unserer Gesellschaft, die man einhalten sollte, für das Wohl der Menschen. Das gilt für Männer UND für Frauen. Antworten
Warum glaubt man den Kindern nicht? Es gibt Eltern die Kinder dazu zwingen, aber es gibt Kinder, welche es selbst wollen, obwohl die Eltern dagegen sind. Warum müssen wir alles verbieten? So schränkt man die Frauen ein selbst Entscheidungen zu treffen! Wenn man alles verbietet sollte man doch gleich die Diktatur einführen! Die Frauen sollen das tragen was sie wollen! Antworten
Ich bin ebenfalls dagegen, dass man kleine Mädchen schon als Sexualobjekte degradiert und verhüllt. Wenn eine erwachsene Frau das aus "eigenem" Willen tut, könnte man noch argumentieren, dass es ihre "eigene" Entscheidung ist. Kinder jedoch sollte man vor dieser diskriminierenden, sex-zentrierten Tradition schützen. Antworten
@A. Romberg, Maria war aber auf den Abildungen kein Kind und sie lebte auch nicht in der heutigen Gesellschaft. Was vor tausenden vor Jahren richtig war muss nicht bis heute Gültigkeit behalten, sonst müssten Männer doch mehrheitlich in Tierfellen hier herumlaufen, den Hippiehaarschnitt hätten wir nicht in den 68'er erlebt und Hosen gäbe es gar nicht (oder ist Jesus irgendwo mit Hosen abgebildet?) Antworten
@Dieter Sulzer;gute Fragen die man sich vorerst einmal stellen muss,bevor man Frau Keller-Messahli (welche in den einen Punkten schon auch gute Ueberlegungen macht) Zustimmung klatscht. Zur verbindlichen Quelle frage man islamische Gelehrte und man wird erfahren das Frau Keller- Messahli etwas Unkorrektes aussagt. Ausserdem gilt das Kopftuch der jungen angehenden Frau und NICHT dem Kind. Antworten
Alexander Romberg, Wilhelm Tell hat auch eine "Chutte" mit Kapuze getragen und dazu eine Armbrust. Obwohl es vermutlich nicht verboten wäre sieht man das heute im täglichen Leben weder in Altdorf noch in Zürich. Man soll sich dem Gastland anpassen und seinen Kindern Respekt entgegen bringen, die wollen sicher nicht mit einem Kopftuch in die Schule. Antworten
Wie wieviel "Islam" können oder wollen wir zulassen? Die zunehmende Islamisierung ist aber bereits Realität! Unsere Pflicht ist es unsere Werte, Traditionen und Gesetze davor zu Schützen und durchzusetzen. Das ist unser Recht, egal was der Koran da Vorschreibt. Antworten
Ich finde Frau Keller sollte ehrlich sein und ihre Religion offenlegen (ganz klar nicht Islam). Man streitet sich wieder um die Form einer Religion. Ziel ist es doch das Warum und Wieso zu verstehen. Im 7 Jahrhundert in Saudi Arabien (teilw. heute noch) musste sich eine Frau komplett bedecken, um von Männern respektabel behandelt zu werden. Die Frage ist wie das heute umgesetzt werden kann. Antworten
Genau darum geht es. Es geht um Freiheit vor Religionsfanatismus. Religionsfreiheit heisst, dass Mädchen frei von islamistischen Zwängen aufwachsen dürfen. Daher: WEg mit diesem Fundamentalismus. Weg mit rein (keusch), unrein (Schwein, Schlampe). Hier muss der Staat die Würde des Mädchens garantieren. Auch die Würde aller Schüler und Schülerinnen, die frei von Islamagitprop-Kopftuch sein wollen. Antworten
Das Kind soll....dürfen; der Menchs soll.... sich frei... dürfen: Das liebe Leserinnen und Leser gilt nur für die christlich/jüdisch geprägten hier in der Schweiz. In der muslimischen Welt muss das Kind, muss der/die Jugendliche gemäss Eltern, Grosseltern... Und wenn diese noch so grausam, rückständig etc. sind! Also, wenn wir deren Jugendliche schützen wollen, müssen wir deren "Alte" entmachten Antworten
"Fortschrittlicher Islam". Wo? Sicher nicht auf der Grundlage des Korans! Hat Frau Keller eine neue Version des Korans geschrieben? Nach dem Koran ist die Frau dem Manne untertan und sie muss sich verhüllen. Jeder der den Koran gelesen hat, kann das bestätigen. Leider ist der Koran von Gott geschrieben und ihn zu hinterfragen ist eine Sünde. Der Islam ist nicht integrierbar in eine Demokratie! Antworten
@Martin Rodewald: die Übersetzung ist die offizielle des Zentralrates der Muslime (ZMD) in Deutschland, das ist nicht einfach irgendein Randverein sondern einer der wichtigsten in Deutschland. Ich habe auch eine Übersetzung von Hans Zirker zu Hause und die ist fast wortgleich. Die saudische ist es vermutlich auch, weil sie vermutlich halt einfach korrekt ist. Manchmal schmerzt die Wahrheit. Antworten
@Alexander Romberg: Ich weiss nicht, wie Maria aussah, ich bin ihr nie begegnet. Ich weiss dafür, dass wir im 21. Jahrhundert leben und religiöse Überlieferungen in die heutige Zeit übersetzt werden sollten, ohne dabei ihre Intension zu verraten. Schwierig, aber möglich. Ein Kopftuch ist dabei nicht zwingend nötig. Bei Kindern sowieso nicht. Antworten
@ Alexander Romberg: Da liegen aber mehr als 2000 Jahre zwischen Maria und unserer Kopftuchdebatte. Eine Gesellschaft ändert ihre Gewohnheiten mit der Zeit. Das ist meistens gut, manchmal auch schlecht. Trotzdem profitieren wir von den Errungenschaften. Oder ist ihre Frau noch wie Maria bekleidet und sie fahren mit dem Ochsengespann zur Arbeit? Antworten
Frankreich schickte damals 2 Kopmmissionen auf die Piste. Die beiden Kommissionen gingen in die Schulen und beftragten Schülerinnen und Lehrer. In der Folge wurde das Kopftuch verboten: Das Kopftuch führt zu Mobbing gegenüber den Mädchen, die das Kopftuch nicht tragen. (Die Berichte sind jedermann zugänglich) Antworten
Wenn jemand sich in unserem Land niederlässt so hat er sich nach unseren Regeln zu richten. Wenn jemand sowas nicht will so sind wir ein freies Land und hindern niemanden daran auszureisen. Kommt dazu, dass eine Religions- Gemeinschaft, auch die muslimische, daran gemessen wird, wie sie mit ihren Extremisten umgeht, beziehungsweise ob sie sich von ihren Fundamentalisten klar abgrenzt. Antworten
Die Freidenker-Vereinigung der Schweiz fordert schon seit längerem die Senkung der Religionsmündigkeit von 16 (ZGB Art. 303) z. B. auf 12 Jahre. In diesem Alter ziehen religiöse Eltern die Schraube an. Damit sind zwar nicht einfach alle Probleme gelöst, aber es wäre ein klares Zeichen an die Betroffenen, dass sich unsere Gesellschaft auf die Seite der Kinder stellt und ihnen Schutz gewährt. Antworten
@Dieter Sulzer Das kann sein, dass es regionale ungeschrieben Gesetze gibt. Wissen sie was, das interessiert mich aber nicht, weil diese Leute hier in der Schweiz leben und hier wird kein Kopftuch getragen in den Schulen. Kopftuch und die Verschleierung gehören in das Thema Aberglauben wie schwarze Katzen bringen Unglück. Antworten
Wenn die SVP ein Kopftuchverbot für Kinder fordert, ist die SP-Anhängerschaft reflexartig dagegen. Die Linke scheut sich nicht, ins Lotterbett von islamischen Patriarchen, religiösen Frauenhassern und erzkonservativen Muslimen zu steigen, die alle ihre Werte von Freiheit, Gleichheit und Solidarität verhöhnen. Mich aber interessiert Links-Rechts nicht. Ich höre auf kluge Frauen. Antworten
Die im Artikel dargelegte Argumentation kann ich nachvollziehen. Aber fehlt da nicht der Blick auf die Eltern? Werden diese davon absehen ihren Töchtern das Tragen eines Kopftuches vorzuschreiben, nur weil es in der Schule verboten ist ein Kopftuch zu tragen? Wohl kaum! Wenn das erreicht werden soll was der Artikel postuliert, setzt dies die Einsicht der Eltern voraus. Verbote helfen da nichts. Antworten
@Isley Constantine Interessante Recherche. Es ist allerdings zu bemerken dass die Koran Übersetzung offenbar saudarabischen Ursprungs ist. Dort wird bekanntlich der rückständigste Islam praktiziert und dank der Ölgelder leider in alle welt exportiert. In anderen Übersetzungen hört sich das schon ganz anders an...(z.B. islamaufdeutsch.de) Antworten
Quran und sunna des Propheten sind die Grundlagen jeden gläubigen muslims. Gewiss finde ich ca. 4 Ayas woraus genau hervorgeht was bedeckt werden muss und das ist nicht nur die Brust. Desweiteren gibt es authentische überlieferte Hadith woraus hervorgeht das Frauen zur zeit des Proheten (Gottes Frieden und Segen auf ihm) schon eine Hidjeb trugen.Und bitte denkt mal darüber nach wie Maria aussah;-) Antworten
konservative eltern wollen nicht, dass sich ihr kind integriert in eine gesellschaft, die sie nicht gutheissen. Viele muslime wollen hier ihre und nicht unsere kultur leben. die leute sind aus wirtschaftlichen gründen hier nicht wegen uns. es wird wohl auf eine art parallelgeseschaft zugesteuert. Antworten
Der Autorin ist voll zuzustimmen - es kommt noch dazu, dass bis zur Geschlechtsreife die Mutter für die Erziehung zuständig wäre - danach der Vater - Diese Zeitaufteilung entspricht aber nicht unserem Recht, weil dieses Recht der Verheiratung der Tochter die Menschenrechte verletzt . Im Ausland geschlossene Kinderehen sollten in der Schweiz erst bei Volljährigkeit anerkannt sein. Antworten
Würde ich genau so unterschreiben! In der Konsequenz müsste, ausgehend von dem allgemeinen Grundsatz, die Kinder von religiöser Programmierung fernzuhalten, das Kreuz im Klassenzimmer ebenfalls abgehängt werden. So würde sich die Weisung nicht gegen das Kopftuch richten, sondern für eine religonsneutrale Bildungsstätte stehen - meiner Meinung nach der Kern der ganzen Sache! Antworten
Toleranz endet dort wo sie der Gesellschaft inhärente,ihrer Kultur als Identifikations- und Orientierungspunkte geltende Werte als Grenzen überschreitet.Wir haben doch das Recht zu sagen, dass wir in der Schweiz keine Kopftuchmädchen wollen weil wir es aus verschiedenen Gründen ablehnen,Kinder mit pseudoreligiösen Kleidervorschriften zu traktieren? Säkularer Staat nennt es sich gemäss Verfassung. Antworten
Wer in unserem Land lebt hat die Bundesverfassung zu akzeptieren. Diese verbietet die Diskriminierung aufgrund des Geschlechts und verpflichtet den Staat dazu, dies zu garantieren. Nur muslimische Mädchen, keine Knaben, von sehr wenigen, extremen Eltern, (oft Konvertiten) müssen ein Kopftuch tragen. Das ist eine Diskriminierung, die niemals toleriert werden darf. Der Erziehungsrat handelte. Bravo Antworten
Wird Saïda Keller-Messahli als Vertreterin dieses einen Zweigs des Islams nicht überproportional viel Aufmerksamkeit geschenkt? Ist der Koran wirklich die einzige verbindliche Quelle für MuslimInnen oder gibt es nicht auch viele ungeschriebene Gesetze im Islam mit regionalen Ausprägungen? Und wird Kindern in der Schule tatsächlich ein Recht auf Selbstbestimmung und der freie Wille gewährt? Antworten
Das Kopftuch signalisiert die Verfügungsgewalt der (muslimischen) Männer über die Frauen. Ist die junge Frau noch nicht verheiratet, so darf sie sich nur gegen Zahlung eines hohen Brautpreises zeigen und hingeben. Ist sie verheiratet, dann gehört sich dem Braut-"Käufer" allein. Den Multikulti-Toleranten fällt dabei das Wort "Geschlechtsreife" nicht auf, das genau den erwähnten Zusammenhang belegt. Antworten
Es gibt Mindestalter für alles. So sollte es m.E. auch ein religiöses Schutzalter geben, während dem man Kinder vor Indoktrination so weit wie möglich bewahrt. Es soll sich möglichst frei für eine Weltanschauung entscheiden können, die Beeinflussung durch das soziale Umfeld ist auch ohne äussere Kennzeichnungen stark genug. Antworten
Die Frau Keller-Messahli hat Mut. Als ich bei der Minarettverbotsabstimmung einen Pro-Verbots-Leserbrief schreiben wollte, hat mich meine Ehefrau mit folgenden Worten gemassregelt: "Die Gefahr für unsere Familie und vor allem für unsere Kinder ist zu real, als dass du als verantwortungsvoller Vater einen Leserbrief für das Minarettverbot schreiben darfst." Leider hat meine Ehefrau recht. Antworten
Eine weiterer Effekt des Verlangens von religiösen Muslimen, dass Frauen/Mädchen Kopftücher tragen sollen, um zu zeigen, dass sie "sittsam" sind, ist die dadurch automatisch provozierte Geringschätzung von Frauen, die eben kein Kopftuch tragen, als "sittenlos". Das mögen religiöse Muslime abstreiten, aber dieser Effekt ist sicher vorhanden. Antworten
Schade, dass man in den Medien mehrheitlich nur den extremen Kreisen des Islams eine Plattform bietet. Artikel wie diese sollten öfter publiziert werden und es sollten auch vermehrt öffentliche Diskussionen über den Islam geführt werden, denn nur durch Austausch können Vorbehalte und Missverständnisse abgebaut werden. Antworten
Naja, ich weiss nicht ob Frau Messahli oder die "Islamisten" nun recht haben, aber jeder kann ja z.B. zwei Verse selber nachschlagen auf islam.de (oben links auf "Koran" klicken) und Suren 24:31 und 33:59 nachlesen. Andererseits, ist es nicht so oder so unmündig, sein Leben nach Regeln aus einem Fantasiebuch auszurichten? Ein generelles Kopfbedeckungsverbot wäre für Schulen sicher nicht verkehrt. Antworten
"In der Schweiz endet das Schutzalter der Jugendlichen mit dem erfüllten 18. Lebensjahr." Ah ja? Siehe Art. 187 StGB: "Wer mit einem Kind UNTER 16 JAHREN eine sexuelle Handlung vornimmt (...) wird (...) bestraft". Vielleicht ein Detail, aber doch eines, dass hinsichtlich der Fundiertheit anderer Angaben in diesem Artikel Fragen aufkommen lässt. Antworten
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Pedro Meier
Genau Herr Furrer! Die ethischen Grundwerte sind wichtig, nicht die christlichen! "bzw." gibt es eben zwichen diesen beiden Begriffen nicht! Antworten